Desolatium ist ein First-Person-Point-and-Click-Grafikadventure mit Survival-Horror-Elementen, das im Universum von H.P. Lovecraft angesiedelt ist. Spieler erforschen mysteriöse Vorgänge, die mit uralten Mythen zusammenhängen, und erleben eine Handlung, die sich je nach Entscheidungen aus verschiedenen Charakterperspektiven verzweigt.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Erkundung und das Lösen von Rätseln in Umgebungen, die aus realen 360-Grad-Fotografien mit dezenten 3D-Elementen kombiniert wurden. Die Interaktion erfolgt aus einer festen First-Person-Perspektive, wie sie für klassische Grafikadventures typisch ist. Jeder Schauplatz erzeugt durch detaillierte Bilder und räumliches Audio eine dichte Atmosphäre, bei der Geräusche gezielt platziert werden, um Spannung aufzubauen.
Die Ermittlung erfordert genaues Beobachten von Hinweisen, die über die Szenerien verteilt sind. Die vier spielbaren Charaktere verfügen über eigene Fähigkeiten und Sichtweisen, die beeinflussen, wie Informationen gesammelt und gedeutet werden. Fortschritt ergibt sich aus dem Kombinieren von Gegenständen, dem Deuten von Umgebungsdetails und dem Zusammenfügen der größeren Geschichte, ohne direkte Kampfmechaniken.
Entscheidungsmomente an zentralen Handlungspunkten verändern den weiteren Verlauf. Sie beeinflussen Beziehungen zwischen den Figuren und bestimmen den Zugang zu unterschiedlichen Szenen oder Enden. Die Struktur lädt zum erneuten Spielen ein, um alternative Ausgänge zu entdecken, ohne den Fokus von der erzählerischen Entdeckung auf Action zu verlagern.
Spielmodi
Desolatium ist ein reines Singleplayer-Erlebnis ohne separate Wettbewerbs- oder Koop-Modi. Die Hauptstruktur folgt einer Kampagne mit vier eigenständigen Charakterbögen. Jeder Bogen bietet eigene Ausgangsbedingungen und Ermittlungsansätze, die sich je nach Entscheidungen überschneiden oder auseinanderlaufen.
Verzweigte Pfade entstehen durch Dialogauswahl und Handlungsergebnisse und führen zu mehreren möglichen Enden. Manche Wege konzentrieren sich auf die Aufdeckung der Wahrheit, andere auf dunklere Verbindungen zu den wirkenden Kräften. Auf traditionelle Schwierigkeitsstufen oder Modifikatoren wird verzichtet, um den Fokus auf Geschichte und Rätsellösung zu legen.
Der Wiederspielwert ergibt sich aus den charakterspezifischen Routen und den Folgen früherer Entscheidungen. Spieler können Abschnitte erneut besuchen, um andere Entscheidungen zu testen, ohne die grundlegenden Point-and-Click-Mechaniken zu verändern.
Handlung und Setting
Die Geschichte beginnt mit Carter, der an einem unbekannten Ort erwacht und weder seine Identität noch die Umstände kennt. Im weiteren Verlauf werden seine Begleiter in die Suche einbezogen und Verbindungen zu Lovecraftianischen Wesen und geheimen Gruppen offenbart. Die Handlung greift direkt auf etablierte Mythos-Elemente wie Urgottheiten und verborgene Kulte zurück.
Die Welt wird durch Umgebungsdetails und gesammelte Dokumente aufgebaut, nicht durch ausführliche Erläuterungen. Die Schauplätze reichen von alltäglichen Innenräumen bis zu verstörenden Orten, die den wachsenden Einfluss jenseitiger Mächte widerspiegeln. Der Ton verbindet Ermittlung mit dem allmählichen Abstieg in Themen von Wahnsinn und kosmischem Grauen.
Technische Umsetzung
Die Grafik basiert auf fotorealistischen Hintergründen, die an realen Orten aufgenommen und mit 3D-Objekten ergänzt wurden. Dieses Verfahren erzeugt ein greifbares, zugleich unheimliches Bild, das die Horror-Atmosphäre unterstützt. Das Sounddesign nutzt ambisonische Techniken, um Geräuschquellen räumlich zu simulieren und entfernte oder nahe Bedrohungen akustisch präzise zu verorten.
Die Steuerung folgt den üblichen Point-and-Click-Konventionen mit mausgesteuerter Interaktion. Das Spiel unterstützt Tastatur und Maus am PC sowie Controller-Eingaben auf anderen Plattformen, sofern verfügbar.
Lohnt sich das Spiel?
Desolatium spricht vor allem Spieler an, die gezieltes Rätsellösen und verzweigte Handlungsstränge in einem Lovecraft-inspirierten Setting schätzen. Der Schwerpunkt auf Ermittlung und mehreren Charakterperspektiven bietet ein fokussiertes Singleplayer-Erlebnis, das Aufmerksamkeit für Details und die Bereitschaft belohnt, mit Entscheidungen zu experimentieren.
Die Resonanz ist gemischt: Gelobt werden die atmosphärischen Umgebungen und die Rätselgestaltung, kritisiert werden Synchronisation, Übersetzungskonsistenz und gelegentliche Rhythmusprobleme. Nach dem Launch 2024 veröffentlichte Patches haben mehrere technische Probleme auf PC- und Konsolenversionen behoben.
Wer ein klassisches Point-and-Click-Adventure mit Horror-Untertönen und Wiederspielwert durch unterschiedliche Enden sucht, wird die Struktur ansprechend finden. Spieler, denen langsamere Ermittlungsabschnitte oder ältere Bedienkonzepte weniger liegen, greifen vielleicht lieber zu Titeln mit strafferen Mechaniken. Das Spiel bleibt auf dem PC verfügbar und wird weiterhin durch Updates unterstützt.