Dirty Wars: September 11 ist ein Singleplayer-Historical-Narrative-Adventure, das Action, Strategie und Indie-Elemente zu einer packenden Geschichte des Widerstands verwebt. Vor dem Hintergrund des chilenischen Militärputsches von 1973 begleitet dieser PC-Titel ein junges Paar durch die Gefahren einer brutalen Diktatur und spinnt aus realen Ereignissen eine fiktive Erzählung um Stealth und Überleben.
Gameplay
Hier steuern Spieler Maximiliano und Abigail und wechseln zwischen ihnen in linearen Levels. Der Kern des Gameplays basiert auf Stealth-Mechaniken, bei denen der Umgang mit Informationen oft entscheidender ist als direkte Konfrontationen. Man schleicht durch Umgebungen, erledigt Aufgaben wie das Ausliefern von Paketen oder das Entschlüsseln von Nachrichten und entgeht so der Entdeckung durch die Truppen des Regimes.
Ein Highlight ist das Compartmentalization-System, das über interaktive Dialoge gesteuert wird. Hier gilt es, den Suspicion Index im Griff zu behalten, indem man seine Antworten gezielt wählt - je nach aktueller Identität gibt es unterschiedliche Optionen. Die Protagonisten nehmen regelmäßig neue Identitäten an, um Kontrollen zu überstehen, und passen ihre Biografien spontan an.
Rätsel greifen direkt auf Widerstandstaktiken der Epoche zurück, etwa das Verstecken von Gegenständen in getarnten Paketen oder das Ausfindigmachen von Kontakten mittels Chiffre-Texten. Die Kontrolle der Diktatur über Telefonleitungen sorgt für Spannung und zwingt zu alternativen Kommunikationswegen. Collectibles in den Levels schalten Einträge im Memory-Bereich frei, die historische Einblicke bieten und für den 100%-Abschluss benötigt werden.
Game Modes
Das Spiel bietet eine reine Singleplayer-Erfahrung mit acht Missionen. Jede Mission treibt die Chronologie der frühen Diktaturjahre voran, wobei die Spieler abwechselnd als einer der Protagonisten in linearen Szenarien agieren.
Multiplayer-Optionen oder Extra-Modi fehlen; der Fokus liegt voll auf dem narrativen Solo-Durchgang.
Story and Historical Context
Die Handlung dreht sich um Maximiliano und Abigail, die dem revolutionären Komitee COMIREV beitreten, um der von Pinochet geführten Diktatur entgegenzutreten. Ihnen gegenüber steht DINACH, die Geheimpolizei des Regimes, die jeden Widerstand zerschlagen will.
Verankert im Putsch von 1973 gegen Salvador Allende beleuchtet das Spiel Themen wie Exil, Folter und Widerstand. Die minimalistische Oberfläche und einfachen Aktionen verstärken das Gefühl der Verletzlichkeit, während Design und Musik chilenische sowie lateinamerikanische Kultur widerspiegeln.
Is It Worth Playing?
Fans narrativer Spiele mit Stealth- und Puzzle-Elementen vor historischem Hintergrund finden hier einen einzigartigen Blick auf südamerikanische Ereignisse. Die Resonanz der Spieler ist jedoch überwiegend negativ, mit nur 30 % positiven Bewertungen bei 13 Einträgen - häufig bemängelt man Ausführung oder Tempo.
Wer strategische Entscheidungen in spannungsgeladenen Story-Settings mag und mehr über die chilenische Diktatur lernen will, könnte hier fündig werden, vor allem zum günstigen Preis. Greift man es eher wegen des Bildungswerts an denn für polierten Actionspaß, da das 2023 erschienene Spiel keine weiteren Updates erhielt.