„Do Not Feed the Monkeys 2099" ist ein Singleplayer-Strategie- und Simulationsspiel, in dem ihr als neues Mitglied im Primate Observation Club überwacht, wie andere leben. Das Geschehen spielt in einer retro-futuristischen Dystopie des Jahres 2099 und verbindet Überwachungsmechaniken mit Ressourcenmanagement und narrativer Ermittlung. Ihr beobachtet Personen über versteckte Kameras, müsst dabei Finanzen und eigene Bedürfnisse im Blick behalten und entscheidet, ob ihr eingreift oder nicht.
Gameplay
Im Zentrum steht die App MonkeyVision, mit der ihr mehrere Kamera-Feeds - sogenannte Cages - einrichtet und zwischen ihnen wechselt. Jeder Cage zeigt den Alltag eines beobachteten Subjekts. Bewegt ihr den Mauszeiger über wichtige Momente oder Gegenstände, erscheinen anklickbare Hinweise, die Schlüsselwörter in eurem Notizblock sammeln. Mit diesen Begriffen könnt ihr im Netz weitere Informationen über die beobachteten Personen recherchieren.
Parallel zur Beobachtung müsst ihr eure Ressourcen verwalten. Nebenjobs bringen das Geld ein, das ihr für zusätzliche Kameras und Upgrades braucht. Gleichzeitig müsst ihr Nahrung, Ausdauer und Erschöpfung im Griff haben, um handlungsfähig zu bleiben. Ein neugieriger Nachbar sorgt für zusätzliche Spannung, da ihr auf Klopfgeräusche an der Tür richtig reagieren müsst. Ein neues Hilfsmittel, der OmniPal-Hologramm-Begleiter, hält euch Gesellschaft und liefert gelegentlich externe Hinweise während langer Sitzungen.
Interaktionen mit den beobachteten Personen sind durch die Club-Regeln streng begrenzt. Zwar könnt ihr genug erfahren, um Systeme zu hacken oder Anrufe zu tätigen, doch das Spiel setzt auf Zurückhaltung. Jeder Cage folgt einem festen Zeitplan, und nur sorgfältiges Notieren über mehrere Feeds hinweg ergibt ein vollständiges Bild der miteinander verknüpften Geschichten in diesem galaxisumspannenden Setting.
Spielmodi
Das Spiel besteht aus einer einzigen, durchgehenden Singleplayer-Kampagne ohne separate Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi. Der Fortschritt ergibt sich dadurch, dass ihr euer Netzwerk an Cages im Laufe der Zeit erweitert. Die Struktur fordert euch dazu heraus, mehrere Beobachtungsobjekte gleichzeitig zu betreuen, jedes mit eigenem Zeitplan und eigenen Rechercheanforderungen.
Gegen Ende schalten sich Komfortfunktionen wie Zeitraffer frei, sobald die Haupthandlung abgeschlossen ist. Später wird auch ein Türspion verfügbar, mit dem ihr Besucher vor dem Öffnen erkennen könnt. Diese Optionen erhöhen den Wiederspielwert für alle, die die ursprüngliche Abfolge der Cages und ihrer Abschlüsse durchgespielt haben.
Setting und Handlung
Das Jahr 2099 zeigt eine Welt, die durch außerirdische Technologie verändert wurde: Konzerne finanzieren ganze Planeten, während die Erde ausgebeutet ist. Menschen, Roboter und Aliens teilen sich diesen absurden dystopischen Raum. Der Primate Observation Club hat darin seinen Platz gefunden und macht aus der Massenüberwachung ein organisiertes Hobby für seine Mitglieder.
Die erzählerische Tiefe entsteht durch die beobachteten Personen selbst. Jeder Cage enthüllt Bruchstücke persönlicher Geschichten, die über gemeinsame Schlüsselwörter und Recherchen miteinander verknüpft sind. Ihr setzt Motive, Beziehungen und Geheimnisse ohne direkte Kontrolle zusammen und erlebt eine voyeuristische Ermittlung, die Geduld und Querverweise belohnt.
Lohnt sich das Spiel?
Die Spielerbewertungen fallen gemischt aus: 68 Prozent positive Bewertungen bei über tausend Rezensionen. Wer methodisches Beobachten, das Sammeln von Schlüsselwörtern und das Jonglieren mehrerer Timer schätzt, findet meist Gefallen am fokussierten Spielablauf. Die Ressourcensysteme erzeugen zusätzlichen Druck, der zum Überwachungsthema passt.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die narrative Simulationen mögen, die aufmerksamkeit belohnen statt schnelle Reflexe. Der Indie-Umfang hält die Erfahrung überschaubar, mit klarer Progression durch Cage-Käufe und Enthüllungen. Seit der Veröffentlichung 2023 gab es nur wenige Updates, sodass der Kerninhalt für neue Spieler stabil bleibt.
Insgesamt bietet das Spiel einen eigenständigen Ansatz für voyeuristische Strategie, der sich an alle richtet, die sich für kontrollierte Beobachtung in einer futuristischen Welt interessieren. Wer offenes, kreatives Spiel oder actionlastige Sequenzen bevorzugt, könnte das ruhige Tempo weniger ansprechend finden.