Hold Still ist ein First-Person-Liminal-Horrorspiel, das für den PC in Early Access verfügbar ist. Es versetzt Spieler in surreale, verlassene Schwimmhallen mit überfluteten Galerien, gefliesten Gängen und Räumen, die sich ständig verändern und sich nicht logisch verbinden. Die zentrale Bedrohung bilden Engel, die sich nur bewegen, wenn sie nicht im Blickfeld sind. Wendet man sich ab, rücken sie ohne Vorwarnung näher.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die bewusste Beobachtung und Fortbewegung durch diese desorientierenden Umgebungen. Spieler müssen ständig nach vorn blicken, da die Engel nur Abstand verringern, wenn sie außer Sicht sind. Dadurch entsteht eine permanente Spannung zwischen dem Drang, voranzukommen, und der Notwendigkeit, die Bedrohungen im Auge zu behalten. Die Kulisse besteht aus leeren, hallenden Räumen mit Wasser auf dem Boden und sich wiederholenden Fliesenmustern, die die Wahrnehmung von Entfernung und Richtung verzerren.
Die Orientierung basiert auf dem Erkennen subtiler Veränderungen in der Architektur. Gänge führen zurück zu ihrem Ausgangspunkt oder münden in große Hallen ohne erkennbare Ausgänge. Sound dient vor allem der Atmosphäre durch raumfüllende Echos. Das Echtzeit-Path-Tracing sorgt für nasse, reflektierende Oberflächen und verstärkt so das Gefühl der Isolation in den überfluteten Bereichen.
Spielmodi
Drei unterschiedliche Modi bieten verschiedene Spielweisen. Der Explore-Modus entfernt alle Bedrohungen und Zeitlimits und ermöglicht uneingeschränkte Bewegung durch die Level, um die Umgebung in eigenem Tempo zu erkunden. Im Hunt-Modus sind die Engel aktiv, während die Level unverändert bleiben. Solo oder im Team gilt es, Ausgänge zu finden, bevor die Wesen den Spieler erreichen.
Der Versus-Modus ist asymmetrisch. Ein Spieler erkundet die Gänge, während bis zu vier weitere die Engel steuern und versuchen, ihn abzufangen. Erfolg hängt davon ab, ob der Erkunder die Bedrohungen stets im Blick behält, während die Engel-Spieler Angriffe aus mehreren Richtungen koordinieren. Alle Modi unterstützen Online-Multiplayer mit maximal fünf Teilnehmern.
Atmosphäre und Setting
Das visuelle Design orientiert sich an Liminal Spaces, die zugleich vertraut und verstörend wirken. Die Schwimmhallen wirken verlassen, tragen aber noch Spuren früherer Nutzung durch verstreute Utensilien und Wasserschäden. Das Licht stammt von Deckenleuchten, die lange Reflexionen auf nassen Böden erzeugen. Das Path-Tracing stellt diese Oberflächen mit realistischer Lichtbrechung und -reflexion dar.
Räume gehen ohne erkennbare Geometrie ineinander über. Ein enger Gang kann plötzlich in eine weite Halle münden oder an einer Wand enden, die Sekunden zuvor noch nicht da war. Diese Anordnung lädt dazu ein, die Level wiederholt zu besuchen, um Muster zu erkennen. Sobald die Engel aktiv sind, wird jede Durchquerung jedoch zur neuen Herausforderung.
Technische Features
Echtzeit-Path-Tracing bildet die Grundlage der Darstellung. Jede Oberfläche interagiert physikalisch korrekt mit Licht und erzeugt Reflexionen, die verborgene Winkel oder sich nähernde Figuren sichtbar machen. Die Performance ist auf Standard-PC-Hardware ausgelegt und bewahrt gleichzeitig die visuelle Qualität, die die unheimliche Stimmung des Spiels ausmacht.
Die Multiplayer-Verbindung unterstützt die unterschiedlichen Spielerzahlen in den Modi ohne zusätzliche Einrichtung. Das Fehlen eines Timers im Explore-Modus und seine Anwesenheit im Hunt-Modus beeinflussen direkt das Tempo und die Entscheidungsfindung während einer Session.
Lohnt sich das Spiel?
Hold Still richtet sich an Spieler, die First-Person-Horror bevorzugen, der auf Beobachtung und Positionierung statt auf Kampf oder Ressourcenmanagement setzt. Die Engel-Mechanik belohnt ruhige Nerven und gezielte KamerafĂĽhrung. Die drei Modi bieten Abwechslung zwischen entspannter Erkundung und intensiven Verfolgungsjagden.
Der Early-Access-Status bedeutet, dass das Spiel weiterhin Updates mit neuen Leveln und Balance-Anpassungen erhält. Wer asymmetrischen Multiplayer-Horror mit einer kleinen Gruppe sucht, wird den Versus-Modus besonders interessant finden. Alleinspielende können je nach gewünschter Intensität Hunt oder Explore wählen. Die Kombination aus einzigartigem Bedrohungsverhalten und path-getracten Umgebungen hebt das Spiel für Fans atmosphärischer Indie-Titel hervor.