„Interrogation: You will be deceived" ist ein Singleplayer-Strategiespiel, das Indie-RPG, Simulation und Adventure verbindet. Im Mittelpunkt steht die Ermittlungsarbeit gegen eine Terrororganisation. Spieler übernehmen die Rolle eines leitenden Ermittlers, der Verhöre mit Ressourcenplanung und Öffentlichkeitsarbeit in einer noir-angehauchten Welt vereinen muss.
Gameplay
Im Zentrum steht das Führen detaillierter Gespräche mit Verdächtigen, um Informationen über die Liberation Front zu gewinnen. Jede Befragung bietet verzweigte Dialogoptionen, die je nach Hintergrund und Motivation des Gegenübers gewählt werden müssen. Zur Verfügung stehen Einschüchterung, geschickte Manipulation oder empathische Gesprächsführung - keine Methode garantiert durchgehend Erfolg.
Mit fortschreitender Ermittlung steigt der Schwierigkeitsgrad. Spätere Verdächtige zeigen sich widerstandsfähiger und erfordern präzisere psychologische Techniken. Außerhalb des Verhörraums koordinieren Spieler ein Team, sichern Beweise, verteilen ein begrenztes Budget und reagieren auf Medienanfragen, die das Ansehen der Polizei beeinflussen. Zeitdruck sorgt für zusätzliche Spannung, da Verzögerungen dem Komplott Vorschub leisten können.
Über 35 Charaktere mit eigenen Persönlichkeiten und Hintergründen beeinflussen den Verlauf der Gespräche. Das visuelle Design setzt auf ausdrucksstarke Noir-Grafiken, die aus Aufnahmen realer Schauspieler entstanden sind, und wird von atmosphärischer Musik unterlegt.
Spielmodi
Das Spiel ist eine rein singleplayerbasierte Erzählsimulation ohne Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi. Der Fortschritt folgt einer linearen Fallstruktur, die durch Entscheidungspunkte unterbrochen wird und dadurch verfügbare Informationen sowie Teamdynamiken verändert.
Mehrere Enden ergeben sich aus den gesammelten Entscheidungen während der Verhöre und Managementaufgaben. Diese Enden spiegeln unterschiedliche Lösungen der zentralen Verschwörung wider und hängen davon ab, wie ethische Dilemmata im Umgang mit Zwang, Beweismitteln und öffentlicher Wahrnehmung gehandhabt werden.
Der Wiederspielwert entsteht durch das Ausprobieren verschiedener Verhörstrategien und Ressourcenverteilungen, um alternative Enden zu erreichen. Das System lädt dazu ein, Fälle nach dem ersten Durchlauf erneut zu spielen, um bisher verschlossene Wege zu erkunden.
Handlung und Themen
Die Geschichte entwickelt sich über Gespräche, die Schichten einer größeren Verschwörung offenlegen und gleichzeitig reale Themen wie den Umgang mit Terrorismus, Autoritätsverhältnisse und wirtschaftlichen Einfluss aufgreifen. Die Motive der Verdächtigen sind in ideologische Konflikte eingebettet, sodass jedes Gespräch eher ein psychologisches Rätsel als eine bloße Faktenabfrage darstellt.
Management-Elemente sind direkt in die Handlung integriert: Budgetentscheidungen und der Umgang mit der Presse können Verhör-Optionen freischalten oder einschränken. Dadurch entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem taktische Entscheidungen sowohl den aktuellen Ermittlungsstand als auch langfristige Konsequenzen für die eigene Organisation beeinflussen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Spielerresonanz ist überwiegend positiv: 77 Prozent der 319 Bewertungen auf der führenden Vertriebsplattform fallen positiv aus. Kritiker loben vor allem die Tiefe der Dialogmechaniken und die zum Nachdenken anregenden Themen.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die narrative Titel mit moralischen Entscheidungen und Ressourcenmanagement bevorzugen, statt Action oder Kampf. Wer dialogbasierte Rätsel und verzweigte Handlungsstränge schätzt, findet in den Verhören und ihren Auswirkungen reichlich Abwechslung.
Seit der Veröffentlichung 2019 ist das Spiel durchgehend verfügbar, ohne dass größere Erweiterungen für das Kernerlebnis nötig wären. Es bietet eine fokussierte, in sich abgeschlossene Kampagne, die sorgfältige Beobachtung von Charakterdetails und strategische Planung belohnt, ohne auf fortlaufende Updates oder saisonale Inhalte angewiesen zu sein.