Kelvin and the Infamous Machine ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure für den PC, das als Indie-Titel entwickelt wurde. Spieler übernehmen die Rolle von Kelvin, einem Forschungsassistenten, der die von seinem Arbeitgeber verursachten Zeitlinien-Störungen beheben muss. Im Mittelpunkt steht die Reise durch die Geschichte, bei der berühmte Erfinder und Künstler getroffen und Rätsel gelöst werden, um zentrale Ereignisse wieder ins Lot zu bringen.
Gameplay
Die Spielmechanik dreht sich um das Erkunden detailreich gezeichneter Szenen per Mausklick auf Objekte und Figuren. Die Rätsel reichen von einfachen Gegenstandskombinationen bis hin zu komplexeren Logikaufgaben, deren Schwierigkeit über die drei Kapitel hinweg ansteigt. Jeder Abschnitt spielt in einer anderen Epoche und verlangt genaue Beobachtung der Umgebung sowie Gespräche mit vollständig animierten Charakteren.
Die Steuerung folgt bewährten Adventure-Prinzipien: Gegenstände werden untersucht, im Inventar kombiniert und auf die Welt oder andere Figuren angewendet. Dialogbäume liefern zusätzliche Hinweise und Humor durch umfangreiche Textpassagen. Das Design setzt auf kontrolliertes Ausprobieren in begrenzten Räumen, ohne Zeitdruck oder Action-Elemente.
Der Fortschritt verläuft linear durch die Kapitel, die jeweils einer historischen Persönlichkeit und ihrem Werk gewidmet sind. Spieler müssen herausfinden, was in der jeweiligen Zeit falsch gelaufen ist, und es mit den gesammelten Werkzeugen und Informationen korrigieren. Dadurch bleibt der Fokus auf dem Lösen von Rätseln statt auf freier Erkundung oder Kämpfen.
Spielmodi
Das Spiel bietet ausschließlich eine Singleplayer-Kampagne ohne Multiplayer-Optionen oder alternative Modi. Die gesamte Handlung erstreckt sich über drei aufeinanderfolgende Kapitel, die in fester Reihenfolge absolviert werden. Es gibt keine Verzweigungen, Schwierigkeitsstufen oder Nebenaktivitäten neben der Hauptgeschichte.
Jedes Kapitel bildet ein eigenständiges Abenteuersegment, das jedoch durch die übergeordnete Zeitreise-Thematik verbunden ist. Der Fortschritt erfolgt, indem alle Rätsel eines Abschnitts gelöst werden, bevor der nächste freigeschaltet wird. Dieses lineare Konzept spricht Spieler an, die eine fokussierte, erzählungsgetriebene Erfahrung ohne auswirkungsrelevante Entscheidungen bevorzugen.
Handlung und Charaktere
Die Geschichte folgt Kelvin und seiner Kollegin Lise, die den Schaden beheben wollen, den Dr. Edwin Lupin angerichtet hat. Mit seiner Zeitmaschine hat Lupin in die Arbeit der größten Geister der Geschichte eingegriffen, sodass die Assistenten einspringen und den ursprünglichen Verlauf der Ereignisse wiederherstellen müssen. Der Ton verbindet leichte Komik mit den Konsequenzen einer aus den Fugen geratenen Zeitlinie.
Im Mittelpunkt stehen drei historische Persönlichkeiten: Ludwig van Beethoven, Isaac Newton und Leonardo da Vinci. Jede von ihnen wird mit überzeichneten Charakterzügen dargestellt, die zu komischen Situationen während der Rätsellösung führen. Über fünfzig skurrile Nebenfiguren bevölkern die Szenen und liefern mehr als zweitausend Dialogzeilen, die die Welt ausgestalten und Hinweise geben.
Grafik, Sound und Tempo
Die Umgebungen bestehen aus handgezeichneter 2D-Grafik mit kräftigen Farben und zeitgemäßen Details. Die Figuren bewegen sich flüssig und betonen ihre Reaktionen in wichtigen Momenten. Die Präsentation unterstützt den humorvollen Ton, ohne auf hochauflösende Grafik angewiesen zu sein.
Ein Original-Soundtrack mit zwölf Titeln begleitet das Geschehen und passt sich stilistisch an die jeweilige Epoche an. Das Sounddesign bleibt zurückhaltend und legt den Schwerpunkt auf Dialoge und Rückmeldungen der Rätsel statt auf Umgebungsgeräusche. Die Gesamtspielzeit ist kompakt gehalten, wobei die Rätsel schrittweise anspruchsvoller werden, um ein gleichmäßiges Tempo zu gewährleisten.
Lohnt sich das Spiel?
Die Resonanz der Spieler fällt überwiegend positiv aus: Rund 89 Prozent der Bewertungen auf den großen Plattformen sind positiv. Fans klassischer Point-and-Click-Adventures loben die cleveren Rätsel, den schlagfertigen Text und den respektvollen, aber spielerischen Umgang mit historischen Figuren. Die kurze Laufzeit ermöglicht ein Abschließen in wenigen Sitzungen.
Das Spiel richtet sich an Anhänger storyorientierter Indie-Adventures, die Puzzle-Lösungen gegenüber Action oder offenen Welten bevorzugen. Einsteiger finden die Bedienung intuitiv, während erfahrene Spieler die bewährten Mechaniken in sorgfältiger Umsetzung wiedererkennen. Das Spiel liegt in seiner ursprünglichen Form vor und erhält keine weiteren Updates oder Zusatzinhalte.
Insgesamt bietet das Spiel ein in sich abgeschlossenes Erlebnis, das auf der Prämisse historischer Eingriffe und deren Behebung basiert. Spieler, die leichte, puzzlelastige Unterhaltung suchen, werden hier fündig.