Kotodama: The 7 Mysteries of Fujisawa ist ein Einzelspieler-Adventure-Visual-Novel, das an der fiktiven japanischen Schule Fujisawa Academy spielt. Als Schüler-Detektiv deckt man in sieben eigenständigen Kapiteln jeweils ein Geheimnis auf. Die Geschichte bedient sich gängiger Highschool-Klischees, um sie immer wieder zu unterlaufen und so eine Erzählung zu schaffen, die aufmerksamem Lesen und genauer Beobachtung belohnt.
Gameplay
Das Spiel wechselt zwischen Ermittlungsphasen und wortbasierten Befragungssequenzen. Während der Ermittlungen erkundet man die Akademie, führt Gespräche und sammelt Schlüsselwörter sowie Hinweise, die später die Fähigkeiten des Protagonisten in der Rätselphase stärken.
In den Verhörkämpfen kommt das Kotodama-System zum Einsatz: Spieler wählen und kombinieren Wörter, um Aussagen zu hinterfragen. Treffende Kombinationen decken Widersprüche auf und führen schließlich zur vollständigen Wahrheit. Visuell wird dabei das schrittweise Entlarven von Täuschungen dargestellt.
Jedes Kapitel baut auf vorherigen Erkenntnissen auf, doch die Handlung streut gezielt falsche Fährten. Spieler entscheiden selbst, welche Hinweise sie verfolgen und welche Aussagen sie anfechten - und bestimmen damit, welche Informationen später zur Verfügung stehen.
Spielmodi
Die Hauptgeschichte erstreckt sich über sieben Kapitel, die jeweils einem der Akademie-Mysterien gewidmet sind. Die Kapitel sind linear aufgebaut, bieten aber Dialogverzweigungen, die unmittelbare Konsequenzen haben und in ein übergeordnetes Geschehen münden.
Der Fantasize-Modus konzentriert sich ausschließlich auf die Wortkombinations-Mechanik. Hier können Verhörsequenzen losgelöst von der Handlung wiederholt werden, um höhere Punktzahlen oder perfekte Abschlüsse zu erreichen. Fortschritte in der Hauptgeschichte schalten zusätzliche Rätselvarianten und Schwierigkeitsstufen frei.
Um alle Informationen zu erhalten, sind mehrere Durchläufe nötig. Neue Details tauchen erst bei Wiederholungen auf und führen zu einem alternativen True Ending sowie einer erweiterten Bildergalerie, sobald alle Routen abgeschlossen sind.
Handlungsstruktur und Wendungen
Die sieben Mysterien wirken zunächst eigenständig, tragen aber zu einer größeren Verschwörung bei. Figuren, die zunächst typischen Archetypen entsprechen, offenbaren bei näherer Betrachtung verborgene Motive und Verbindungen, die frühere Annahmen infrage stellen.
Die gesammelten Schlüsselwörter beeinflussen sowohl die Effektivität in den Kämpfen als auch die erzählerische Tiefe. Je gründlicher die Ermittlung, desto stärker werden die Kotodama-Reaktionen - und desto mehr Handlungszweige sowie Charaktereinblicke ergeben sich.
Voice Acting und Artwork unterstützen den Wechsel zwischen leichten Schulalltagsmomenten und düsteren Enthüllungen, ohne auf Vorkenntnisse aus anderen Serien angewiesen zu sein.
Lohnt sich das Spiel?
Das Visual Novel richtet sich an Spieler, die mystery-lastige Geschichten mit interaktiven Rätselmechaniken verbinden möchten. Das Verhörsystem geht über klassische Dialogbäume hinaus, und die Notwendigkeit mehrerer Durchläufe spricht besonders Completionisten an.
Auf Steam fällt die Bewertung bei einer überschaubaren Anzahl an Rezensionen gemischt aus; gelobt werden vor allem die Plot-Twists und die Charakterdarstellung. Wer eine geradlinige, einmalige Geschichte sucht, könnte die Anforderung mehrerer Spielrunden als weniger attraktiv empfinden, während Fans von Worträtseln und klischeebrechenden Erzählungen das fokussierte Konzept schätzen.
Das Spiel liegt als abgeschlossenes Einzelspieler-Paket vor, ohne saisonale Inhalte oder weitere Modi jenseits der sieben Kapitel und des Fantasize-Modus. Länge und Aufbau machen es zu einer guten Wahl für Visual-Novel-Fans, die eine in sich geschlossene Erfahrung mit mechanischer Abwechslung suchen.