Little Orpheus ist ein klassisches Side-Scrolling-Plattformspiel, das in einer farbenfrohen, fiktiven Version der sowjetischen Weltraumforschung der 1960er-Jahre spielt - mit völlig unerwarteten Wendungen. Der Kosmonaut Ivan Ivanovich stürzt in einem Kapselabstieg in einen erloschenen Vulkan und kehrt drei Jahre später mit Berichten über unterirdische Wunder und eine verschollene Atombombe zurück. Die Geschichte verbindet Erkundung fantastischer Welten mit satirischem Humor und überraschenden Wendungen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht eine direkte Plattformmechanik, ergänzt durch gelegentliche Interaktionen mit der Umgebung. Ivan läuft, springt über Abgründe und Seile, gleitet unter Hindernissen hindurch und nutzt Objekte in der Welt, um voranzukommen. Das Spiel präsentiert sich in 2,5D mit detaillierten Hintergründen - von versunkenen Zivilisationen über Unterwasserwelten bis hin zu prähistorischen Gebieten. Leichte Rätsel ergeben sich organisch aus der Umgebung, ohne komplizierte Mechaniken. Die PC-Version bietet höher aufgelöste Texturen, verbesserte Animationen, optimiertes Licht und zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten, die das Erkunden spürbar bereichern.
Spielmodi
Little Orpheus ist ein reines Singleplayer-Erlebnis, aufgeteilt in neun Episoden. Die Hauptkampagne folgt Ivans Erzählungen chronologisch und baut die Geschichte durch Gameplay und Sprachausgabe auf. Nach dem Abschluss steht New Game+ zur Verfügung. Der Modus „Lost Recordings" bietet separate Inhalte wie Sammelobjekte, Entwicklerkommentare und freischaltbare Kostüme. Weder kompetitive noch kooperative Elemente sind vorhanden - der Fokus liegt auf der linearen, episodischen Reise.
Handlung und Setting
Die Geschichte wird in Debriefing-Sitzungen zwischen Ivan und General Yurkovoi erzählt und als Reihe immer unglaubwürdigerer Rückblenden präsentiert. Ivan berichtet von unterirdischen Königreichen, ungewöhnlichen Stämmen und Kreaturen, denen er begegnet ist, während er sozialistische Ideale verbreiten wollte. Das Drehbuch verbindet Abenteuerklischees mit sowjetischer Satire und wechselt zwischen heldenhafter Ernsthaftigkeit und komischer Absurdität. Umweltgeschichten ergänzen die Details jeder Region, ohne auf umfangreiche Erklärungen zu setzen.
Grafik und Ton
Das farbenfrohe Art-Design orientiert sich an Abenteuerserien der 1950er- und 60er-Jahre und setzt sich wirkungsvoll von den dunklen Untergrundkulissen ab. Die PC-Version verbessert diese Elemente mit zusätzlichen Effekten und höherer Detailtiefe. Die Sprachausgabe überzeugt durch Charakter und Timing, besonders in den zentralen Verhörszenen. Die originale Filmmusik unterstützt die wechselnden Stimmungen - von spannender Erkundung bis zu triumphalen Momenten - und Surround-Sound wird unterstützt.
Lohnt sich das Spiel?
Die Kritiken beschreiben Little Orpheus als gemischtes Erlebnis, das vor allem durch seine Geschichte und Präsentation überzeugt, während das Gameplay bewusst einfach gehalten ist. Die episodische Struktur und der humorvolle Text sprechen vor allem Fans narrativ geprägter Abenteuer mit leichten Plattformanforderungen an. Spieler, die nach anspruchsvolleren Mechaniken oder komplexen Systemen suchen, könnten die Steuerung als zu direkt empfinden. Die kurzen Episoden und das durchgehend starke visuelle Design machen das Spiel jedoch gut für zwanglose Durchgänge geeignet. Die PC-Version enthält alle neun Episoden sowie Bonusmodi und bietet damit ein rundes Paket für alle, die das ungewöhnliche Setting und das kreative Team schätzen. Wer atmosphärische Erkundung mit starkem Sounddesign verbindet, wird hier am ehesten auf seine Kosten kommen.