Nippon Marathon ist ein chaotisches Rennspiel mit Indie-Charme, das auf unberechenbarer Ragdoll-Physik und überraschenden Hindernissen beim Querfeldeinlauf durch Japan basiert. Spieler steuern schräge Athleten, die mit einfachen Lauf- und Wurfmechaniken sprinten, stolpern und sich gegenseitig behindern - quer durch Straßen, Märkte, Schreine und sogar fahrende Züge.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht der Erhalt des eigenen Tempos, während man plötzlich auftauchenden Gefahren und Chancen ausweicht. Man springt über Fässer, umgeht Fahrräder, weicht Shiba Inus aus und balanciert über schmale Bretter über Wasserfällen. Jederzeit kann man Früchte auf Konkurrenten schleudern, um sie auszubremsen oder vom Weg abzubringen. Die Ragdoll-Physik sorgt dafür, dass jeder Zusammenstoß und Sturz unvorhersehbar wirkt und selbst gerade Strecken in Slapstick-Szenen verwandelt.
Die Steuerung ist bewusst einfach gehalten und eignet sich gut für spontane Runden. Laufen, Springen und Werfen reichen meist aus, doch das Physiksystem belohnt Timing und Positionierung mehr als präzise Technik. Solo-Läufe gegen KI sind möglich, gewinnen aber erst mit weiteren menschlichen Mitspielern richtig an Dynamik, da diese gezielt gegeneinander vorgehen können.
Spielmodi
Der lokale Vier-Spieler-Modus erlaubt jederzeit den Einstieg oder Ausstieg während eines Rennens. Partien lassen sich als Einzelrennen oder als längere Marathon-Strecken mit mehreren Etappen gestalten. Ein separater Versus-Modus bietet direkte Duelle auf einzelnen Kursen.
Im Story-Modus durchläuft man eine Rangliste aus Rennen und schaltet nach und nach Hintergrundgeschichten der Charaktere frei. Die Party-Modi entfernen sich vom klassischen Rennen: In einem gilt es, einen Einkaufswagen auf überlebensgroße Kegel zu lenken, während zufällige Hindernisse im Weg liegen. Ein anderer fordert die Spieler heraus, den L.O.B.S.T.E.R.-Parcours zu meistern - ein Hindernislauf mit schwingenden Hämmern, pneumatischen Handschuhen und aggressiven Fußballspielern auf einer schmalen, prozedural generierten Strecke.
Charaktere und Geschichte
Vier Hauptfiguren tragen die Handlung: der Hummer-Mann J DARWIN, die Narwal-Fanerin Elizabeth Nishibori, der Seemann Zenbei „XEN BAE" und der angehende Kuppler Snuguru Maestro. Jeder bringt eigene Persönlichkeit und Optik mit. Im Story-Modus erfährt man mehr über ihre Hintergründe und erhält Hinweise auf die größeren Kräfte hinter dem Event. Der amtierende Champion Handsome Hazuki sowie weitere Rivalen tauchen in späteren Etappen immer wieder als Hindernisse auf.
In manchen Party-Modi stehen zusätzliche Zuschauer-Charaktere zur Verfügung und erweitern das Roster, ohne die Rennregeln zu verändern.
Lohnt sich das Spiel?
Nippon Marathon richtet sich an Gruppen, die kurze, energiegeladene Sessions mit viel Gelächter und freundschaftlichem Chaos suchen. Das Vier-Spieler-Drop-in-System erleichtert es, neue Mitspieler jederzeit einzubinden, und die Party-Modi bieten schnelle Abwechslung, wenn ein volles Rennen zu lang erscheint. Allein gegen die KI funktioniert das Spiel zwar, verliert aber einen Großteil seines Reizes.
Das Spiel erschien 2018 und erhält weiterhin gelegentliche Updates, darunter neue Kurse für den Versus-Modus. Spieler loben vor allem das Couch-Party-Erlebnis, bemerken aber, dass längere Solo-Sessions repetitive Elemente offenlegen. Mit derzeit wenigen gleichzeitigen Spielern auf dem PC eignet sich der Titel am besten für lokale Runden mit Freunden statt für Online-Matching. Wer lockere, physikbasierte Wettkämpfe in unterschiedlichen japanischen Kulissen sucht, wird das Kernspiel in kleinen Dosen unterhaltsam finden.