OAN ist ein eigenständiges Horror-Adventure für Einzelspieler, das im Vietnam des 19. Jahrhunderts spielt. Die Spieler übernehmen die Rolle von Binh, der 1887 anlässlich eines Todestages in das Ahnenhaus seiner Familie in Bac Ninh zurückkehrt. Im Mittelpunkt steht das nächtliche Wachen bis zum Morgengrauen in einem nur von einer Öllampe erhellten Anwesen. Hinter verschlossenen Türen verbergen sich Bruchstücke der Familiengeschichte, während eine unheimliche Präsenz durch die Räume streift.
Gameplay
Die Öllampe fungiert zugleich als Lichtquelle und begrenzte Ressource. Mit fortschreitender Verbrennung schrumpft die Flamme, sodass der Spieler sorgfältig abwägen muss, wann und wo er Licht einsetzt. Hochhalten enthüllt verborgene Details wie Inschriften auf Ahnentafeln oder Hinweise auf rituelle Opfergaben; Herunterdrehen verringert die Sichtweite und steigert die Beklemmung. Die Bewegung erfolgt in einer Top-down-Pixel-Art-Perspektive, die Atmosphäre über hektische Action stellt.
Die Rätsel greifen direkt auf vietnamesische Ritualpraktiken zurück - etwa die Fünf-Elemente-Lehre, Mondkalenderdaten und traditionelle Opfergaben. Jede Verriegelung öffnet sich erst nach einer logischen Herausforderung, die auf verborgener Schuld basiert. Mit jedem gelösten Rätsel enthüllt sich ein weiteres Kapitel der Vergangenheit des Großvaters, während die Präsenz im Haus auf den Fortschritt reagiert. Der Papiereffigien-Gegner verfolgt nicht sofort offen. Er tarnt sich zunächst als gewöhnliches Haushaltsobjekt und ist nur an subtilen Veränderungen in der Umgebung zu erkennen. Wird er aktiv, antizipiert er Bewegungen, legt Hinterhalte an und zwingt den Spieler, die Sichtlinie zu unterbrechen. Keine Begegnung verläuft identisch.
Spielmodi
OAN bietet ausschlieĂźlich eine Einzelspieler-Kampagne. Es gibt keine separaten Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi. Die Geschichte entwickelt sich als durchgehende Sitzung, in der das Wachen und die schrittweise EnthĂĽllung der Geheimnisse im Mittelpunkt stehen. Fortschritt ergibt sich direkt aus dem AbschlieĂźen ritueller Aufgaben und dem Management der Lampe im gesamten Anwesen.
Handlung und Setting
Im Zentrum der Erzählung stehen familiäre Schuld und verdrängte Wahrheiten aus den späten 1800er-Jahren. Binh muss das Totengedenken beenden und sich gleichzeitig mit dem auseinandersetzen, was sein Großvater verborgen hat. Vietnamesische Kulturelemente prägen jeden Aspekt - von der Anordnung des Schreinhauses bis zur Logik hinter den versiegelten Schlössern. Der Papiereffigie erzeugt psychischen Druck statt direkter Konfrontation und unterstreicht den langsam aufbauenden Horror.
Lohnt sich das Spiel?
OAN richtet sich an Spieler, die atmosphärischen Horror mit Bedachtsamkeit, Rätseln und kultureller Authentizität schätzen. Die Lampenmechanik erfordert ständige Entscheidungen zwischen Licht und Risiko, während der getarnte Gegner Beobachtung statt Reflexe verlangt. Wer Top-down-Pixel-Art und in konkreten historischen sowie spirituellen Traditionen verankerte Geschichten mag, wird den Ansatz als eigenständig empfinden. Das Spiel unterstützt englische, vietnamesische, koreanische und japanische Texte. Als Indie-Titel, der auf ritueller Logik und einer ungewöhnlichen Bedrohung basiert, spricht es vor allem Fans narrativ getriebener Einzelspieler-Erfahrungen an - weniger Action- oder Mehrspieler-Fans.