„Per My Last Email" ist ein erzählbasiertes Indie-Adventure, das ausschließlich in der Oberfläche eines Firmen-Laptops spielt. Man übernimmt die Rolle eines neuen Mitarbeiters bei Bellwether and Locke und erbt das E-Mail-Konto von E. Vale, der das Unternehmen bereits verlassen hat. Die Handlung erstreckt sich über zehn Arbeitstage und wird ausschließlich durch selbst verfasste Nachrichten in Kapiteln erzählt - jede Interaktion beschränkt sich auf das Lesen und Beantworten von E-Mails.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Verfassen von Antworten. Jede Nachricht erfordert zwei miteinander verknüpfte Entscheidungen, die sowohl den unmittelbaren Text als auch spätere Konsequenzen beeinflussen. Zunächst wählt man den Tonfall - warm, neutral oder scharf -, der den genauen Wortlaut der Antwort festlegt und bestimmt, wie Empfänger sie auffassen.
Anschließend entscheidet man über den Versandweg: Reply, Reply-All, Forward, CC oder BCC. Diese Auswahl legt fest, wer die Nachricht erhält, und wird dauerhaft in einer Personalakte gespeichert. Verschiedene Werte wie Ansehen und Verdachtslevel verändern sich mit jeder Entscheidung. Auch die Anzahl ungelesener Mails und die Entwicklung einzelner Threads tragen zum Druck bei, der im Laufe der Tage steigt.
Die Gestaltung bleibt bewusst schlicht und geschäftsmäßig, selbst in angespannten Situationen. Dadurch entsteht eine unheimliche Atmosphäre, die allein durch den Bildschirm erzeugt wird - ohne Gesichter, Büros oder Außenansichten. Die vollständige Geschichte umfasst 30 000 bis 45 000 Wörter in zehn Kapiteln und lässt sich an einem Abend durchspielen.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine einzige, durchgehende Erfahrung ĂĽber zehn Arbeitstage. Es gibt keine separaten Modi oder Varianten; die Verzweigungen ergeben sich allein aus den Ton- und Versand-Entscheidungen in jedem Kapitel. Sechs unterschiedliche Enden sind erreichbar, je nach Kombination der getroffenen Entscheidungen.
Wiederholte Durchgänge dienen dem Erkunden alternativer Wege durch dieselbe Abfolge von E-Mails. Da Routing-Entscheidungen und Metriken dauerhaft gespeichert bleiben, lohnt es sich, verschiedene Ansätze auszuprobieren. Multiplayer-Elemente, Online-Funktionen oder weitere Modi sind nicht vorhanden.
Handlung und Aufbau
Die Geschichte entfaltet sich ausschließlich über Posteingang und Gesendete Objekte, ohne visuelle Darstellungen oder Sprachausgabe. Spieler erhalten keine zusätzlichen Informationen über das Unternehmen oder vergangene Ereignisse, sondern müssen alles aus den Nachrichten selbst erschließen. Diese eingeschränkte Perspektive verstärkt das Gefühl von Isolation und Ungewissheit, während die Reaktionen unsichtbarer Kollegen nach und nach mehr Kontext liefern.
Die Kapitelfolge ist linear, doch die Auswirkungen jeder Entscheidung summieren sich über die zehn Tage. Frühe, scheinbar kleine Entscheidungen können später als Beweismittel auftauchen oder das Endergebnis beeinflussen. Gesendete Nachrichten lassen sich nicht mehr ändern oder löschen - genau wie in der realen Arbeitswelt.
Lohnt es sich?
„Per My Last Email" richtet sich an Spieler, die narrative Adventures mit spürbaren Konsequenzen und sorgfältigem Lesen schätzen. Das offline-fähige Einzelspieler-Erlebnis ohne Account oder Telemetrie eignet sich für konzentrierte Sitzungen am PC. Ein erster Durchlauf erzählt die komplette Geschichte in einem Rutsch; die sechs Enden bieten Anreiz, weitere Kombinationen aus Tonfall und Versandweg auszuprobieren.
Wer auf Corporate-Thriller mit eingeschränkter Schnittstelle steht, findet hier ein stimmiges Konzept. Das Spiel befindet sich noch in Entwicklung und soll im Februar 2027 erscheinen. Aktuelle Angaben basieren auf den bestätigten Features: zehn Kapitel, sechs Enden und das entscheidungsbasierte System, das der Entwickler beschrieben hat.