Post Mortem ist ein Point-and-Click-Adventure, das im Paris des frühen 20. Jahrhunderts spielt. Die Spieler übernehmen die Rolle von Gus Macpherson, einem ehemaligen New Yorker Ermittler, der inzwischen als Maler arbeitet. Ein brutaler Doppelmord reißt ihn zurück in den Ermittleralltag und führt ihn in ein Netz aus Verschwörungen, alten Ritualen und persönlichen Visionen. Die Geschichte entwickelt sich durch Gespräche mit verschiedenen Charakteren und die Erkundung detaillierter Schauplätze, wobei Deduktion und Rätsellösen im Mittelpunkt stehen.
Gameplay
Das Spielprinzip dreht sich um die Navigation durch First-Person-Ansichten von Pariser Straßen und Innenräumen per Maus. Verschiedene Cursor zeigen an, welche Aktionen möglich sind - Objekte untersuchen, mit der Umgebung interagieren oder Gespräche beginnen. Hinweise sammeln die Spieler vor allem über umfangreiche Dialogbäume, die Hintergrundgeschichten enthüllen und die Handlung vorantreiben. Rätsel erfordern das Kombinieren von Inventargegenständen, das Deuten visueller Hinweise und das Verknüpfen von Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Ein hellseherisches Element liefert gelegentlich Visionen oder Hinweise, die mit dem zentralen Geheimnis zusammenhängen. Mehrere Erzählpfade sorgen dafür, dass Ereignisse und Schlüsse je nach Entscheidungen in wichtigen Gesprächen und Ermittlungen unterschiedlich verlaufen.
Die Umgebungen bieten 360-Grad-Panoramen, die zu gründlicher Erkundung jedes Schauplatzes einladen. Realistische Details in Architektur, Einrichtung und Beleuchtung unterstreichen die historische Atmosphäre und dienen zugleich der Rätselgestaltung. Die Inventarverwaltung bleibt übersichtlich: Gegenstände werden in logischen Kombinationen eingesetzt, ohne komplexe Bastelsysteme. Das Tempo wechselt zwischen ruhigen Ermittlungsphasen und konzentrierten Rätselsequenzen.
Spielmodi
Post Mortem bietet eine Einzelspieler-Kampagne ohne separate Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi. Die Haupthandlung ist eine lineare Ermittlung, die sich durch Spielerentscheidungen verzweigt und unterschiedliche Auflösungen sowie Schwerpunkte bei den Charakteren ermöglicht. Fortschritte werden an wichtigen Punkten automatisch gespeichert, sodass frühere Entscheidungen ohne kompletten Neustart überprüft werden können. Es gibt keine zusätzlichen Schwierigkeitsstufen oder optionale Nebenaktivitäten neben der zentralen Ermittlung.
Handlung und Setting
Die Geschichte folgt Gus Macpherson, der Enthauptungen untersucht, die mit seinem Auftraggeber in Verbindung stehen, und dabei auf okkulte Praktiken und historische Artefakte stößt. Paris dient als Kulisse und interaktiver Raum zugleich - von privaten Wohnungen bis zu öffentlichen Sehenswürdigkeiten, alles in detailliertem 3D dargestellt. Charakterinteraktionen treiben den Fortschritt voran und legen Schichten der Täuschung sowie persönliche Motive frei. Als Prequel zu Still Life erzählt das Spiel ein früheres Kapitel im selben Universum, steht aber eigenständig mit eigenem Ensemble und zentralem Konflikt.
Lohnt sich das Spiel?
Post Mortem richtet sich an Spieler, die klassische Point-and-Click-Adventures mit Fokus auf Dialog, Erkundung und logische Rätsel schätzen. Die gemischte Aufnahme auf aktuellen Plattformen spiegelt das Alter des Titels wider: Manche loben die atmosphärische Inszenierung und die Vielfalt der Rätsel, andere bemängeln veraltete Grafik und Bedienung. Das Spiel ist weiterhin für den PC erhältlich und läuft auf modernen Systemen ohne zusätzliche Patches. Wer eine in sich geschlossene Ermittlung mit mehreren Erzählwegen sucht, wird belohnt - besonders, wenn gründliche Recherche wichtiger ist als schnelle Action oder Kämpfe. Genre-Neulinge profitieren von zugänglichen Steuerungselementen und klarer visueller Rückmeldung, während erfahrene Spieler die Verzweigungen für zusätzlichen Wiederspielwert nutzen können.