Real Warfare 2: Northern Crusades ist ein Echtzeit-Strategiespiel, das im Preußen des 13. Jahrhunderts spielt. Als Komtur des Deutschen Ordens führt man dessen Feldzug gegen heidnische Gebiete. Das Spiel verbindet groß angelegte taktische Schlachten mit einer übergeordneten Strategieebene auf einer persistenten Weltkarte.
Gameplay
Die Spielschleife wechselt zwischen freier Bewegung auf der Strategiekarte und direkter Einheitensteuerung in taktischen Gefechten. Auf der Strategiekarte reist man in Echtzeit, spricht mit Einheimischen, nimmt Quests an und verwaltet Ressourcen, während sich die Kampagne weiterentwickelt. Bei Kampfhandlungen wechselt die Kontrolle in detaillierte Schlachtfelder, auf denen Tausende Soldaten gleichzeitig kämpfen können. Truppen sammeln Erfahrung über mehrere Gefechte hinweg und behalten diese für spätere Kämpfe, wodurch sich ein persistentes Fortschrittssystem für einzelne Einheiten ergibt.
Die Kampfsimulation berücksichtigt bis zu achtzig verschiedene Faktoren gleichzeitig. Ein Moral-System bewertet fortlaufend die Lage auf dem Schlachtfeld und passt das Verhalten der Einheiten entsprechend an, um realistische Reaktionen wie Zögern, Flucht oder erneute Aggression zu erzeugen. Umweltfaktoren beeinflussen zusätzlich das Geschehen: Gelände, Höhenunterschiede und Wetter verändern die Leistung der Einheiten und die Stabilität von Formationen. Belagerungen ermöglichen Angreifern den Einsatz spezieller Ausrüstung gegen Mauern und Befestigungen, während Verteidiger von Wällen und Türmen aus kämpfen.
Spielmodi
Im Einzelspielermodus steht eine durchgehende Kampagnengeschichte im Mittelpunkt, bei der jede Schlacht die historische Erzählung des Deutschen Ordens vorantreibt. Zwischen den Kämpfen bietet die Strategiekarte Freiheit zum Erkunden, Informationssammeln und Truppenvorbereitung. Im Mehrspielermodus können zwei bis sechs Teilnehmer auf dedizierten Servern gegeneinander antreten. Die Ergebnisse dieser Partien fließen in eine Online-Hall of Fame ein, die Spieler-Erfolge über mehrere Sitzungen hinweg festhält.
Einzel- und Mehrspielerschlachten nutzen dieselbe taktische Engine, wodurch Einheitenverhalten und Maßstab unabhängig vom Kontext konsistent bleiben. Über die Kampagne und die verschiedenen Mehrspielervarianten hinaus existieren keine weiteren benannten Spielmodi.
Umfang und Präsentation
Schlachten können mehr als zehntausend Krieger gleichzeitig auf dem Feld versammeln, wobei der Fokus auf der visuellen und mechanischen Darstellung großer Formationen liegt. Rüstungen, Waffen und Animationen orientieren sich an historisch belegter Ausrüstung des 13. Jahrhunderts. Die Engine stellt umfangreiche Belagerungsaktionen dar, die direkte Kämpfe auf Mauern sowie den Einsatz zeitgenössischer Belagerungswerkzeuge umfassen. Variable Umweltfaktoren sorgen dafür, dass dieselbe Karte oder dasselbe Szenario bei wiederholten Durchgängen nicht identisch verläuft.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel ist weiterhin für den PC erhältlich und läuft auch auf älterer Hardware. Nutzerbewertungen auf der primären Vertriebsplattform fallen gemischt aus, wobei etwa die Hälfte von 105 Bewertungen positiv ausfällt. Wer historische Echtzeit-Strategiespiele schätzt, die Kampagnenfortschritt, Einheitenerfahrung und groß angelegte Belagerungen miteinander verbinden, findet hier eine fokussierte Darstellung der preußischen Feldzüge des Deutschen Ordens. Spieler, die moderne Grafik, regelmäßige Updates oder umfangreiche Einzelspielervarianz jenseits der Kampagne und grundlegender Mehrspielermodi erwarten, stoßen auf typische Einschränkungen eines 2011er-Titels. Die Kombination aus strategischer Kartensfreiheit und detaillierter taktischer Kampfsimulation bietet eine eigenständige Spielschleife für Genre-Fans, die Simulationstiefe über zeitgemäße Optik stellen.