„Return NULL Episode 1" ist ein Indie-Point-and-Click-Adventure, das in einer dystopischen Zukunft spielt, in der ein militaristisches Regime den Alltag bestimmt. Spieler übernehmen die Rolle von Jack Drebin, einem erfahrenen Officer der Local Security Force, der zwischen Routine-Patrouillen und seinem Privatleben als Ehemann und werdender Vater steht. Die Geschichte beginnt mit einem Routineeinsatz, der sich rasch zu einer gefährlichen Lage entwickelt.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen Erkundung und Ermittlung. Spieler durchsuchen detaillierte, handgezeichnete Szenen an 14 interaktiven Orten, sammeln Hinweise und interagieren mit Objekten. Dialoge mit zehn verschiedenen Charakteren zeigen mehrere emotionale Porträts, die sich je nach Gesprächsverlauf und Kontext verändern. Das Inventar ist entscheidend: Gefundene Gegenstände lösen Umgebungsrätsel und treiben die Handlung voran.
Bei steigender Spannung wechselt das Spiel in ein Echtzeit-Deckungsschießen, bei dem schnelle Reaktionen auf Bedrohungen gefragt sind. Diese Sequenzen setzen die sonst ruhigen Rätsel unter Druck. Der europäische Comic-Stil verleiht jeder Szene eine unverwechselbare, handgezeichnete Optik, die die beklemmende Atmosphäre unterstreicht, ohne auf fotorealistische Grafik zu setzen.
Sieben originale Musikstücke begleiten sowohl ruhige als auch actionreiche Momente und passen die Stimmung an, wenn sich Szenen von gewöhnlichen Patrouillen zu brenzligen Konfrontationen steigern. Die gesamte Erfahrung ist linear und konzentriert sich auf Charakterentwicklung und Handlungsaufbau statt auf offene Welten.
Spielmodi
„Return NULL Episode 1" ist ausschließlich als Einzelspieler-Erfahrung konzipiert. Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi gibt es nicht. Die Geschichte wird in aufeinanderfolgenden Szenen erzählt, die Point-and-Click-Mechaniken mit gelegentlichen Action-Einlagen verbinden und die Spieler auf einem festen Erzählpfad führen.
Fortschritt ergibt sich aus dem Lösen logischer Rätsel und dem Managen von Dialogoptionen in jedem Abschnitt. Die Struktur belohnt sorgfältige Beobachtung und den gezielten Einsatz von Gegenständen, bevor es weitergeht. Die Schießsequenzen dienen als kurze Unterbrechungen, nicht als eigenständiger Modus.
Handlung und Setting
Jack Drebin bewegt sich in einer Gesellschaft, die von ständiger Überwachung und strenger Kontrolle geprägt ist. Seine Aufgaben als Sicherheitsbeamter überschneiden sich mit privaten Interessen, als ein Routineauftrag tiefere Konflikte aufdeckt. Die Episode legt wichtige Beziehungen fest und steuert auf einen intensiven Abschluss zu, während sie Fäden für spätere Teile der geplanten Serie offenlässt.
Umwelt- und Charakterdetails enthüllen die Welt schrittweise. Spieler rekonstruieren die dystopischen Elemente aus Hinweisen statt aus direkter Erläuterung und bleiben so auf Entdeckung innerhalb jeder Szene fokussiert.
Lohnt sich das Spiel?
Seit der Veröffentlichung 2015 fällt das Echo der Spieler gemischt aus. Viele loben den unverwechselbaren Comic-Stil, die Mischung aus Ermittlung und Echtzeit-Action sowie die kompakte Erzählung, die sich in einer Spielzeit von etwa dreißig Minuten gut umsetzen lässt. Andere bemängeln den begrenzten Umfang und empfinden das Erlebnis für den damaligen Preis als kurz.
Das Spiel richtet sich an Fans klassischer Point-and-Click-Adventures, die Rätsellösen und narrative Fokussierung schätzen und keine langen Sessions oder komplexe Systeme suchen. Das Echtzeit-Schießen bringt eine ungewohnte Dringlichkeit in das Genre, doch die Gesamtlänge macht es eher zu einer eigenständigen Episode als zu einer ausgedehnten Kampagne.
Wer eine abgeschlossene Handlung erwartet, sollte vor dem Kauf prüfen, ob Folgeepisoden verfügbar sind, da diese erste Folge vor allem Aufbau und Atmosphäre in den Vordergrund stellt. Die Indie-Präsentation und die fokussierten Mechaniken ergeben ein stimmiges Paket für Spieler, die künstlerischen Stil und logische Herausforderungen in einem dystopischen Setting schätzen.