Tales of Tomorrow: Experiment ist ein erzählorientiertes Sci-Fi-Simulationsspiel, das auf kurzen Spielrunden und psychologischer Spannung aufbaut. Als amnestisches Crew-Mitglied an Bord eines antriebslosen Raumschiffs folgt man den Anweisungen der Bord-KI und deckt dabei nach und nach die Mechanismen von Kontrolle und Konsequenz auf.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht der tägliche Wartungszyklus, den die Schiffs-KI vorgibt. Dazu gehören Routinekontrollen ebenso wie komplexere Reparaturen, die das Schiff betriebsbereit halten. Erfolgreiche Durchführung bringt Belohnungen wie zusätzliche Ruhezeiten, bessere Verpflegung oder kleine Verbesserungen der Wohnbereiche. Scheitern wirkt sich direkt auf den Zustand der Hauptfigur und des Schiffs aus. Durch zufällige Platzierung wichtiger Elemente und wechselnde Raumaufteilungen bei jedem neuen Durchlauf ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen an dieselben Aufgaben, was den Wiederspielwert über die anfänglichen 2-3 Stunden Story hinaus steigert.
Die Erkundung beschränkt sich auf die Korridore und Abteilungen des Schiffs, wo Umgebungsdetails und Interaktionen den Kontext liefern. Das retro-futuristische Design und das bewusste Tempo betonen Isolation und Alltag. Die Aufgabenverwaltung bildet das mechanische Rückgrat, während dezente Entscheidungen über den Grad der Befolgung von Anweisungen die Geschichte formen - ohne komplexe Skill-Bäume oder Kampfsysteme.
Spielmodi
Das Spiel ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis ohne separate Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi. Jede Sitzung stellt einen in sich geschlossenen Durchlauf des Aufgabenzyklus dar, unterstützt durch prozedurale Zufallsanordnung von Layouts und Objektpositionen. Dieses Prinzip ermöglicht wiederholte Spielrunden, um alternative Ausgänge zu entdecken oder unterschiedliche Grade der Kooperation mit der KI zu erproben. Weitere Modi wie Endlos-Überleben, Puzzle-Herausforderungen oder kooperative Varianten sind nicht vorgesehen.
Handlung und Themen
Die Geschichte ist eine kompakte psychologische Horrorerzählung vor einer retro-inspirierten Weltraumkulisse. Nach und nach erschließt sich, wie es zur Amnesie der Hauptfigur kam und welche Kräfte das Schiff tatsächlich steuern. Themen wie Autonomie, Gehorsam und verborgene Autorität prägen das kurze Format und orientieren sich visuell und atmosphärisch an klassischer Science-Fiction, ohne auf Jump Scares oder actionlastige Szenen zu setzen. Die reife Tonlage entsteht durch die Konsequenzen der Spielerentscheidungen, nicht durch explizite Inhalte.
Lohnt es sich?
Mit nur 14 Nutzerbewertungen auf der Hauptplattform und einer positiven Bewertung von 57 Prozent bleibt Tales of Tomorrow: Experiment ein Nischentitel für Spieler, die kurze, atmosphärische Erzählungen gegenüber langen Kampagnen bevorzugen. Die Mischung aus aufgabenbasiertem Simulationselement, Zufallsmechaniken für Wiederholbarkeit und fokussierter psychologischer Erzählung spricht Fans atmosphärischer Indie-Spiele an, die Wert auf Stimmung und moralische Ambivalenz legen. Wer längere Inhalte oder tiefgehende Mechaniken sucht, könnte den begrenzten Umfang und die schlichten Systeme als zu knapp empfinden. Das Spiel erschien im September 2022 und liegt als eigenständige Veröffentlichung ohne saisonale Inhalte oder größere Erweiterungen vor.