Unholy ist ein First-Person-Psycho-Horror-Adventure, das als Indie-Titel für den PC entwickelt wurde. Spieler übernehmen die Rolle einer Mutter, die ihr vermisstes Kind sucht und dabei zwischen einer düsteren post-sowjetischen osteuropäischen Kleinstadt und einer grotesken Parallelwelt wechselt, die von einem priesterlichen Orden beherrscht wird. Das Spiel kombiniert Erkundung, Rätsel, Schleichen und leichte Kämpfe in einer storygetriebenen Erfahrung mit unverwechselbar dunkler Ästhetik, inspiriert vom Künstler Tomasz Strzałkowski.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht das Wechseln zwischen zwei miteinander verbundenen Welten, um Hinweise zu sammeln und die Geschichte voranzutreiben. Die vertraute Umgebung zeigt eine kalte, brutalistische Stadt mit alltäglichen Details, die sich scharf von der maskierten, verzerrten Gesellschaft der Unholy-Welt abhebt. Fortschritt ergibt sich aus genauer Beobachtung, Interaktion mit der Umgebung und der Entscheidung, Bedrohungen auszuweichen oder sie direkt anzugehen.
Zentrales Werkzeug ist eine vielseitige Schleuder, die Projektile mit vier Emotionen abfeuert: Wut, Angst, Trauer und Verlangen. Damit lassen sich Hindernisse zerstören, Mechanismen aktivieren, Systeme überlasten, dunkle Bereiche ausleuchten oder Gegner stören und verletzen. Upgrades und Masken-Anpassungen erweitern die Möglichkeiten, neue Fähigkeiten freizuschalten oder Gestalten der Unholy-Welt nachzuahmen, um Wachen auszuweichen und gesperrte Zonen zu betreten. Schleicheinlagen erfordern oft präzises Timing um Patrouillen und Umweltgefahren, während Rätsel kreativen Einsatz des emotionsbasierten Werkzeugs und Perspektivwechsel verlangen.
Spielmodi
Unholy bietet eine Einzelspieler-Kampagne mit linearer Handlung in mehreren Kapiteln. Es gibt keine Multiplayer-Modi, kompetitiven Inhalte oder separate Spielvarianten. Der Fokus liegt ausschließlich auf soloer Erkundung und Story-Fortschritt in der Dualwelt, wobei Herangehensweisen den Ablauf einzelner Abschnitte beeinflussen können, ohne bestätigte Verzweigungen oder alternative Enden.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte folgt der Protagonistin, die die Umstände des Verschwindens ihres Kindes aufdeckt und sich einer abartigen Ordnung in der Unholy-Welt stellt. Dialoge und Umgebungs-Storytelling enthüllen Schichten beider Realitäten, unterstützt von unheimlichem Sounddesign und visuellen Einflüssen etablierter Dark-Art-Künstler. Der Ton legt den Schwerpunkt auf psychologische Spannung statt ständiger Action; das Maskensystem und die Emotionsmechanik sind direkt mit Charakterfähigkeiten und Weltinteraktionen verknüpft.
Lohnt es sich?
Spieler- und Kritikerresonanz fällt gemischt aus; die Durchschnittswerte liegen bei den großen Aggregatoren im unteren bis mittleren 40er- bis 50er-Bereich. Stärken sind die einzigartige Ästhetik, die Kombination aus Schleichen und Rätseln in manchen Sequenzen sowie das ungewöhnliche emotionsbasierte Waffensystem. Häufige Kritikpunkte betreffen technische Probleme, uneinheitliche Gegner-KI, repetitive oder triviale Rätsel und begrenzte echte Horrorwirkung. Das Spiel richtet sich an Fans atmosphärischer Einzelspieler-Erfahrungen mit experimentellen Mechaniken, weniger an Spieler, die auf polierte Action oder hohen Wiederspielwert aus sind. Es ist als abgeschlossenes Produkt ohne laufende saisonale Inhalte oder größere Nachfolge-Updates verfügbar. Wer Indie-Horror mit starker visueller Identität und Erkundungsfokus sucht, kann trotz Umsetzungsschwächen Spaß finden; wer hingegen ausgefeiltes Gameplay oder häufige Schreckmomente erwartet, sollte mit Vorsicht herangehen.