Telling Lies ist ein Indie-Simulations- und Adventure-Spiel, das auf investigative Erzählweise setzt. Spieler durchsuchen heimlich aufgezeichnete Videogespräche, um Verbindungen zwischen vier Personen aufzudecken, die durch ein bedeutsames Ereignis miteinander verknüpft sind. Entwickelt von Sam Barlow, legt das Spiel den Fokus auf logisches Kombinieren und eine nicht-lineare Handlung, die über eine Stichwortsuche in einer digitalen Datenbank voranschreitet.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht ein anonymes Laptop-Interface mit Aufnahmen aus zwei Jahren. Über Suchbegriffe lassen sich Videoclips finden, in denen bestimmte Wörter im Dialog vorkommen. Beim Betrachten dieser Ausschnitte kommen persönliche Details, Beziehungen und Ereignisse ans Licht, die nach und nach ein zusammenhängendes Bild des zentralen Vorfalls ergeben.
Der Fortschritt hängt von sorgfältiger Beobachtung und logischen Verknüpfungen zwischen den Clips ab. Jedes Gespräch liefert Kontext, der neue Suchbegriffe freischaltet und damit zusätzliches Material zugänglich macht. Das System belohnt das systematische Abgleichen von Informationen über mehrere Personen und Zeiträume hinweg.
Die Mechanik konzentriert sich auf die Navigation in der Datenbank statt auf klassische Steuerung oder Kampf. Spieler bestimmen ihr eigenes Tempo und entscheiden anhand aufkommender Hinweise, welche Spuren sie als Nächstes verfolgen. Dadurch entsteht ein intimes Erlebnis, bei dem die Interpretation gesprochener Worte den Fortschritt bestimmt.
Spielmodi
Telling Lies ist ausschließlich als Einzelspielererlebnis konzipiert und enthält weder Multiplayer-Elemente noch separate Spielmodi. Die gesamte Geschichte erschließt sich über die zentrale Datenbanksuche, wobei die Reihenfolge der Recherchen frei wählbar ist.
Es gibt keine verzweigten Kampagnen, kompetitive oder kooperative Elemente. Die Struktur bleibt über alle Durchgänge hinweg gleich, während die individuellen Entdeckungen je nach Suchreihenfolge variieren.
Handlung und Charaktere
Vier Hauptfiguren treten in den Aufnahmen auf, deren Leben sich um ein zentrales Ereignis dreht. Logan Marshall-Green, Alexandra Shipp, Kerry Bishé und Angela Sarafyan liefern die Gespräche in einem realistischen Stil, der emotionale Nuancen und Widersprüche deutlich macht.
Die Erzählung baut sich durch gesammelten Kontext statt durch lineare Szenen auf. Spieler rekonstruieren Motive, Geheimnisse und Zeitabläufe, indem sie Clips mit neuen Suchbegriffen erneut betrachten, die aus früheren Erkenntnissen resultieren. Diese Methode unterstreicht den fragmentarischen Charakter privater Kommunikation.
Lohnt es sich, das Spiel zu spielen?
Spieler beschreiben das Spiel als ansprechend für alle, die gerne Geschichten aus Dialogen und visuellen Hinweisen zusammensetzen. Besonders hervorgehoben werden die starken schauspielerischen Leistungen und die Befriedigung, scheinbar zusammenhanglose Informationen zu verknüpfen. Manche empfinden das Tempo als bewusst ruhig und fordern eine anhaltende Aufmerksamkeit für die Gespräche.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die narrative Abenteuer bevorzugen, bei denen Kombinationsfähigkeit vor Action oder Ressourcenmanagement steht. Das fokussierte Konzept bietet ein abgeschlossenes Erlebnis ohne laufende Inhaltsaktualisierungen oder saisonale Erweiterungen.
Wer Spiele schätzt, die auf der Suche in Archiven und der Bildung von Schlussfolgerungen aus begrenzten Quellen basieren, wird den Ansatz als eigenständig empfinden. Die Verfügbarkeit auf dem PC ermöglicht einen unkomplizierten Zugang für alle, die diese Art investigativer Simulation suchen.