IMMORTALITY ist ein interaktives Einspieler-Filmabenteuer von Sam Barlow. Spieler tauchen in stundenlanges Live-Action-Material aus drei unveröffentlichten Filmen ein, in denen die fiktive Schauspielerin Marissa Marcel die Hauptrolle spielt. Die Erfahrung verbindet Simulation und Abenteuer: Die Spieler decken eine über Jahrzehnte reichende Geschichte auf, indem sie sich visuell durch das Filmmaterial bewegen - ohne klassische Steuerung oder Dialogauswahl.
Gameplay
Im Zentrum steht das Betrachten von Filmszenen und das Verknüpfen von Bildern über ein Match-Cut-System. Beim Hovern über Personen, Objekte oder Details im aktuellen Clip werden anklickbare Elemente hervorgehoben, die direkt in eine andere Szene mit demselben visuellen Merkmal führen. So entstehen Verbindungen im Archiv, ohne dass Textsuche oder Menüs nötig sind. Neben den drei Filmen stehen auch Proben, Presseauftritte und weiteres Material zur Verfügung - alles in einer simulierten Schnittumgebung. Fortschritt ergibt sich durch das Freischalten neuer Clips und das Zusammensetzen eines klareren Bildes von Marcels Karriere und ihrem Verschwinden. Neue Verknüpfungen werden sichtbar, sobald mehr Kontext vorhanden ist, was zu wiederholten Durchläufen einlädt.
Spielmodi
IMMORTALITY ist ein durchgehendes Singleplayer-Erlebnis ohne separate Modi oder Mehrspieler-Optionen. Sämtliche Inhalte liegen in einem zusammenhängenden Archiv, das die Spieler in ihrem eigenen Tempo erkunden. Es gibt weder kompetitive noch kooperative Varianten; das gesamte Spiel dreht sich von Anfang bis Ende um die gleiche Mischung aus Footage-Exploration und Rätsellösung.
Handlung und Setting
Die Geschichte erstreckt sich über drei Filme aus unterschiedlichen Epochen. Der erste adaptiert einen Gothic-Roman, in dem Marcel eine zentrale Rolle übernimmt. Im zweiten agiert sie in einem New Yorker Thriller um den Tod eines Künstlers. Der dritte bringt sie erneut mit demselben Regisseur zusammen - diesmal in einer Geschichte über eine Popstar und ihr Double. Keines der Projekte wurde veröffentlicht; das Spiel präsentiert das gefundene Material als einzigen Überrest dessen, was geschah. Durch das Springen zwischen Clips, die sich über die gesamte Karriere der Schauspielerin und die problematische Entstehung der Filme erstrecken, decken die Spieler Produktionsdetails, persönliche Beziehungen und unerklärliche Ereignisse auf.
Lohnt sich das Spiel?
IMMORTALITY richtet sich an Spieler, die narrative Erlebnisse schätzen, die auf Beobachtung und logischem Kombinieren basieren. Das Match-Cut-System bietet eine eigenständige Art, sich mit dem Material auseinanderzusetzen, und belohnt Aufmerksamkeit für visuelle Details sowie Geduld in den ersten Sitzungen, wenn das Archiv noch unübersichtlich wirkt. Auf Steam erhält das Spiel überwiegend sehr positive Bewertungen - vor allem für Schauspiel, erzählerische Tiefe und Präsentation. Es erschien 2022 vollständig und benötigt keine weiteren saisonalen Inhalte oder größeren Updates. Wer interaktive Filme oder andere Werke desselben Entwicklers mag, findet hier eine in sich geschlossene Mystery, die sich durch sorgfältiges Erkunden des Footage-Materials entfaltet - ohne Action oder Ressourcenmanagement. Das Ergebnis ist eine konzentrierte, atmosphärische Sitzung für alle, die kinematografische Geschichte durch direkte Interaktion mit dem Filmmaterial entschlüsseln möchten.