The Almost Gone ist ein Indie-Adventure, das sich ganz auf eine einzelne Spielergeschichte konzentriert. In diesem Point-and-Click-Puzzle-Titel schlüpfen Spieler in die Rolle eines jungen Mädchens, dessen Geist zwischen Leben und Tod gefangen ist, und erkunden detailreiche Umgebungen, um die Ereignisse vor ihrem Tod zu rekonstruieren.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Untersuchung dreidimensionaler Dioramen, die Räume und Schauplätze aus dem Leben der Protagonistin darstellen. Jede Szene lässt sich frei drehen, sodass verborgene Objekte und Details sichtbar werden. Gefundene Gegenstände landen im Inventar, wo sie kombiniert oder eingesetzt werden, um verschlossene Bereiche zu öffnen und neue Hinweise zu entdecken.
Interaktive Elemente werden durch Markierungen hervorgehoben, während eine Karte die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Orten verdeutlicht. Fortschritt ergibt sich aus aufmerksamer Beobachtung statt aus Zeitdruck oder Kämpfen. Die Handlung erstreckt sich über fünf eigenständige Kapitel, die jeweils an einem neuen Schauplatz spielen und die Ermittlung erweitern.
Die Mechanik legt den Schwerpunkt auf forensische Suche: Spieler untersuchen gewöhnliche Haushaltsgegenstände, Außenszenen und institutionelle Umgebungen, um Bruchstücke der Geschichte zusammenzusetzen. Zu manchen Objekten gibt es Textbeschreibungen, die zusätzlichen Kontext liefern.
Spielmodi
Das Spiel läuft ausschließlich im Einzelspieler-Story-Modus. Es gibt keine Mehrspieler-Optionen, Wettbewerbsmodi oder alternative Spielweisen. Die gesamte Erfahrung besteht aus der fünf Kapitel umfassenden Erzählung, bei der jedes Kapitel auf den Erkenntnissen des vorherigen aufbaut.
Spieler durchlaufen die Kapitel nacheinander und nutzen Funde aus einer Umgebung, um Zugang zur nächsten zu erhalten. Es gibt keine verzweigten Pfade oder wiederholbare Nebenaktivitäten außer der Hauptreihe aus Erkundung und Rätsellösen.
Handlung und Themen
Die Geschichte folgt Emily, die Beziehungen und Ereignisse rund um ihren Tod untersucht. Familiäre Dynamiken, persönliche Konflikte und die Suche nach Abschluss stehen im Zentrum. Hinweise ergeben sich aus Umgebungsdetails statt aus direkter Erläuterung und fordern die Spieler auf, Beobachtungen über mehrere Szenen hinweg zu verknüpfen.
Die Schauplätze reichen von einem vertrauten Zuhause über Vorstadtstraßen und Wohnblocks bis hin zu einem Krankenhaus. Jeder neue Ort bringt frische Objekte und Erinnerungen mit sich, die das zentrale Geheimnis vertiefen. Das Drehbuch stammt vom preisgekrönten Autor Joost Vandecasteele und erzeugt einen nachdenklichen Ton, der emotionale Wirkung über Action stellt.
Erkundung und Rätsel
Jedes Kapitel bietet eine in sich abgeschlossene Dioramen-Umgebung, die gründliches Drehen und Betrachten belohnt. Rätsel bestehen typischerweise darin, bestimmte Gegenstände zu finden, visuelle oder numerische Hinweise zu deuten und sie einzusetzen, um neue Wege freizuschalten. Das Inventar bleibt übersichtlich, und die Objekte erfüllen klare, handlungsgebundene Zwecke.
Zu den Szenen gehören ein unauffälliges Wohnzimmer, ein Zelt im Wald, ein ungewöhnlich positioniertes Polizeiauto und ein verlassener Krankenhausflügel. Diese unterschiedlichen Kulissen sorgen für visuelle Abwechslung und unterstützen zugleich den Ermittlungsprozess. Eine Seitenleiste zeigt die gesammelten Gegenstände zur schnellen Orientierung an.
Lohnt es sich?
The Almost Gone richtet sich an Spieler, die ruhige, erzählungsgetriebene Puzzle-Adventures mit starker visueller Gestaltung schätzen. Der Fokus auf Umweltgeschichten und schrittweise Enthüllungen spricht besonders jene an, die sich für Themen wie Verlust und Familie interessieren. Die Resonanz fällt gemischt aus: gelobt werden der künstlerische Stil und die ernste Thematik, während das Tempo in manchen Abschnitten kritisiert wird.
Das Spiel ist als eigenständiges PC-Titel ohne saisonale Inhalte oder Pflicht-Updates erhältlich. Wer eine kurze, fokussierte Einzelspieler-Erfahrung mit Schwerpunkt auf Erkundung sucht, findet eine klare Struktur innerhalb der fünf Kapitel. Spieler, die schnelle Action oder Mehrspieler-Elemente bevorzugen, könnten das gemächliche Tempo als weniger passend empfinden.