The Dark Eye: Chains of Satinav ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure für den PC, in dem Spieler die Rolle von Geron übernehmen, einem jungen Vogelsteller im Königreich Andergast. Das Spiel basiert auf dem etablierten Pen-&-Paper-Rollenspiel Das Schwarze Auge und erzählt eine eigenständige Geschichte, die mit einem königlichen Auftrag zur Bekämpfung aggressiver Krähen beginnt und sich zu einer weitreichenden Reise durch die Länder Aventuriens entwickelt.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen die bewährten Point-and-Click-Mechaniken. Geron bewegt sich durch detaillierte Szenen, in denen Spieler Orte anklicken, Gegenstände mit der Maus untersuchen, Items im Inventar kombinieren und mit Nicht-Spieler-Charakteren über Dialogoptionen kommunizieren. Rätsel ergeben sich organisch aus der Umgebung und der Handlung und erfordern meist genaue Beobachtung, logischen Gegenstandseinsatz oder gezielte Gesprächsführung. Die Erkundung handgezeichneter Hintergründe steht im Vordergrund - von Wäldern über Burgen und Dörfer bis hin zu Grenzregionen. Charaktere werden per Hand animiert und nicht mit modernen 3D-Modellen dargestellt.
Die Hauptrollen sind in mehreren Sprachen vertont, während der Soundtrack mit orchestralen und folkloristischen Elementen die mittelalterlich-fantastische Atmosphäre unterstreicht. Die Steuerung erfolgt auf dem PC per Maus, wobei die dritte Maustaste und das Scrollrad die Navigation beschleunigen. Der Verlauf bleibt weitgehend linear, erlaubt jedoch das erneute Betreten von Orten und das Ausprobieren von Kombinationen, bevor die Geschichte weitergeht.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine Einzelspieler-Kampagne, die als durchgehende Geschichte erzählt wird. Es gibt keine separaten Mehrspieler-Optionen, Wettbewerbsmodi oder alternative Handlungsstränge. Der Fortschritt erfolgt über aufeinanderfolgende Kapitel, die die zentrale Handlung vorantreiben. Erfolge sind an das Abschließen bestimmter Aufgaben oder das Entdecken optionaler Details geknüpft. Ein Speichersystem ermöglicht das erneute Laden früherer Punkte, falls eine Rätsellösung nicht sofort gefunden wird. Die Struktur lädt dazu ein, jede Gegend gründlich zu erkunden, bevor man weiterzieht.
Handlung und Welt
Die Geschichte beginnt in Andergast, einem Reich mit abergläubischer Bevölkerung. König Efferdan bereitet diplomatische Besuche vor, während die Spannungen mit dem benachbarten Nostria wachsen. Ein plötzlicher Befall durch ungewöhnlich aggressive Krähen stört die Vorbereitungen und zieht Geron in den Dienst. Aus einem scheinbar einfachen Auftrag entwickeln sich bald tiefere Geheimnisse, die Albträume, politische Intrigen und uralte Mächte betreffen. Die Handlung führt über die Grenzen des Königreichs hinaus und führt neue Regionen und Figuren aus der Welt Aventuriens ein. Dialoge und Umgebungsdetails vermitteln Hintergrundwissen, ohne dass Vorkenntnisse aus dem Pen-&-Paper-Spiel nötig sind.
Lohnt sich das Spiel?
Die Spielerresonanz bleibt auch Jahre nach dem Erscheinen durchweg positiv. Auf Steam wird das Spiel mit „Sehr positiv" bewertet, basierend auf Hunderten von Nutzerbewertungen. Kritiker und Spieler loben vor allem das starke Schreiben, die hohe Qualität der Grafik und den stimmungsvollen Soundtrack. Das Spiel richtet sich an Fans klassischer, erzählungsorientierter Abenteuer mit Inventar-Rätseln, die auf Action oder Echtzeitkämpfe verzichten. Eine komplette Durchspielung dauert in der Regel zehn bis fünfzehn Stunden. Da es keine saisonalen Inhalte gibt, steht die vollständige Erfahrung von Anfang an zur Verfügung. Wer klassische Point-and-Click-Mechaniken, gute Vertonung und eine in sich geschlossene Fantasy-Geschichte sucht, wird hier gut bedient. Spieler, die Mehrspieler-Elemente oder regelmäßige Updates bevorzugen, sollten sich eher neuere Titel im Genre ansehen.