„The Witch and the Wish" ist ein Indie-Simulationsspiel, das visuelle-Romane-Elemente mit rollenspielerischen Entscheidungen in einer Fantasy-Welt verbindet. Die Spieler übernehmen die Rolle der Heiligen Dame des Kanan-Reiches - eine von ihrem Volk verehrte Frau, die in einem endlosen Alltag gefangen ist. Im Mittelpunkt steht die Freiheit, durch eigene Entscheidungen unterschiedliche Handlungsstränge zu gestalten und am Ende ein Ergebnis zu erreichen, das den eigenen Vorlieben entspricht.
Gameplay
Das Fortschreiten basiert auf Dialogauswahl und verzweigten Entscheidungen, die Beziehungen und Handlungsverläufe verändern. Die Protagonistin bewegt sich im Alltag des Reiches und trifft auf Figuren, deren Geschichten sich je nach konsequenter Entscheidungsweise über mehrere Durchgänge hinweg entfalten. Rollenspielerische Aspekte zeigen sich darin, wie die Auswahl das Bild der Heiligen Dame bei anderen prägt und verborgene Seiten ihrer Persönlichkeiten offenlegt. Die Struktur lädt dazu ein, das Spiel mehrfach zu beginnen, um die verschiedenen Varianten zu entdecken - denn der Schwerpunkt liegt auf der eigenen Einflussnahme am Ausgang der Geschichte.
Im Zentrum der Interaktionen stehen der Prinz, ein Kindheitsfreund, dessen fröhliches Auftreten andere Eigenschaften verbergen könnte, sowie der Ritter, ein Tempelwächter, dessen Verhalten nicht den üblichen Erwartungen an den Adel entspricht. Hinzu kommen der Familiar, der der Protagonistin dient, obwohl sie sich nicht an ihn erinnern kann, und der Magier des Magierbundes, dessen Hintergrund unausgesprochene Details bereithält. Diese Begegnungen bestimmen, ob Antworten verborgene Tiefen offenbaren oder oberflächlich bleiben - je nach gewähltem Weg.
Spielmodi
Im Kern steht eine Einzelspieler-Kampagne mit mehreren eigenständigen Routen. Jede Route ist an bestimmte Charaktere gebunden und ermöglicht es, durch wiederholte Entscheidungen unterschiedliche Beziehungsausgänge anzusteuern. Nicht jede vorgestellte Figur führt zu einem eigenen Ende mit der Protagonistin; der Fokus liegt auf den am stärksten ausgearbeiteten Pfaden, während Nebeninteraktionen möglich bleiben. Das Design fördert das Ausprobieren verschiedener Entscheidungsmuster, da sich die Auswirkungen über mehrere Sitzungen summieren und zu unterschiedlichen Schlüssen führen - ohne zusätzliche Fortschrittssysteme.
Handlung und Setting
Die Fantasy-Welt des Kanan-Reiches bildet den Hintergrund für den gewohnten Alltag der Heiligen Dame, den die Spieler durch ihre Entscheidungen allmählich beeinflussen. Figuren aus dem Tempelumfeld - darunter der Hohepriester mit seiner äußerlich ernsten Art und der Tempelpage mit seinem liebenswerten Wesen - bereichern das tägliche Umfeld. Zwei weitere, zunächst unbekannte Charaktere treten auf: einer wirkt gehorsam, der andere verbirgt hinter einer zunächst einschüchternden Erscheinung weitere Intensität. Die Geschichte verknüpft diese Elemente zu einer zusammenhängenden Betrachtung von Wiederholung und Veränderung in einem imperialen und magischen Kontext.
Charaktere
Das Ensemble erweitert die rollenspielerischen Möglichkeiten durch unterschiedliche Persönlichkeiten und Hintergründe. Zu den wichtigen Figuren gehören:
- Der Prinz, dessen sonniges Wesen als Kindheitsgefährte unerwartete Seiten verbergen kann.
- Der Ritter, der sich durch feine Verhaltensunterschiede von gewöhnlichen Tempelwächtern abhebt.
- Der Familiar, dessen Geheimnisse und angeblicher Dienst trotz fehlender Erinnerungen der Protagonistin bestehen.
- Der Magier, der dem Magierbund angehört und Hinweise auf verborgene Aspekte liefert.
- Der Hohepriester, dessen ernste Erscheinung einen privaten Sinn für Humor andeutet.
- Der Tempelpage, der durch eine freundliche und süße Art hervorsticht.
Diese Beschreibungen stammen direkt aus dem Spiel und geben Orientierung für den Umgang mit den einzelnen Routen, ohne deren Ausgang vorzugeben.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die entscheidungsbasierte visuelle Romane mit Otome-Elementen und Fantasy-Themen schätzen und mehrere Handlungszweige erkunden möchten, um ein bevorzugtes Ende zu erreichen. Der Schwerpunkt auf Entscheidungsfindung und charaktergebundenen Pfaden bietet Wiederspielwert für alle, die simulationartiges Erzählen bevorzugen, bei dem das Ergebnis von konsequenten Auswahlen abhängt. Als für 2027 angekündigte Veröffentlichung mit derzeitiger Unterstützung nur für Chinesisch (vereinfacht) spricht es vor allem Enthusiasten an, die bereit sind, sich auf Routenauswahl und Beziehungsaufbau in einem Reichs-Setting einzulassen. Wer lineare Geschichten oder umfangreiche mechanische Systeme jenseits narrativer Entscheidungen sucht, wird den Fokus als enger empfinden als bei breiter angelegten Simulations- oder Rollenspielerlebnissen.