Urban Legends: Hoia Baciu ist ein First-Person-Survival-Horror-Adventure für den PC. Die Spieler übernehmen die Rolle von Alex, der sich nach dem Ruf seiner verstorbenen Geliebten auf den Weg in den rumänischen Hoia-Baciu-Wald begibt. Im Mittelpunkt stehen Schleichen, Erkunden und das Aufdecken eines persönlichen Geheimnisses inmitten uralter, aus der lokalen Folklore stammender Bedrohungen.
Gameplay
Statt auf Kampf setzt das Spiel auf Ausweichen. Ohne Waffen muss der Spieler Verstecke wie Tische, Fässer und Büsche nutzen und gleichzeitig Atmung sowie Sichtfeld im Blick behalten, die die Nähe von Gefahren anzeigen. Gefundene Gegenstände bieten begrenzte Hilfe: ein Feuerzeug und ein GPS erleichtern die Orientierung im Dunkeln, ein Tagebuch hält entdeckte Runen und Symbole fest, und eine Leuchtpistole vertreibt Feinde kurzzeitig - allerdings auf Kosten der knappen Munition.
Umweltpuzzles sind fest in die Waldkulisse eingebunden. Alte Runen versperren Wege, und rostige Mechanismen in verlassenen Hütten lassen sich nur lösen, wenn man die Notizen im Tagebuch richtig kombiniert. Diese Elemente sind eng mit der Geschichte verknüpft, während die Umgebung zunehmend mit fragmentierten Erinnerungen verschmilzt. Fortschritt ergibt sich durch das Sammeln weiterer Hilfsmittel, die kleine Vorteile in einer feindlichen Welt verschaffen, in der direkte Konfrontation nie eine Option ist.
Die Spannung entsteht durch Sounddesign und visuelle Hinweise, die verraten, wann Bedrohungen näher kommen. Der Wald selbst wirkt als Schauplatz und Gegner zugleich: sein Aufbau zwingt zu vorsichtigem Vorgehen und wiederholtem Erkunden, um neue Wege in die Tiefe zu finden.
Spielmodi
Das Spiel ist ausschließlich als Einzelspieler-Erfahrung konzipiert. Multiplayer-Optionen gibt es nicht. Die Struktur folgt einer storygetriebenen Kampagne, die sich über verschiedene Zonen des Waldes erstreckt. Das erste Kapitel legt den Grundstein für eine geplante Serie. Jeder Abschnitt bringt eigene Mechaniken, Gegnerverhalten, Sammelobjekte und versteckte Details mit sich, die durch wiederholte Besuche und genaues Hinsehen entdeckt werden können.
Der Fortschritt verläuft insgesamt linear, belohnt aber gründliches Suchen nach optionalen Items und Hintergrundfragmenten. Das Fehlen von kompetitiven oder kooperativen Modi hält den Fokus ganz auf individuellem Überleben und dem Auflösen der Geschichte.
Handlung und Setting
Die Geschichte begleitet Alex bei der Auseinandersetzung mit seiner Trauer und offenen Fragen zum Tod seiner Geliebten Isabella. Ihre Stimme fungiert zugleich als Wegweiser und Ankläger und führt ihn zu Enthüllungen, die seine eigene Vergangenheit mit den dunklen Kräften des Waldes verknüpfen. Ein Kult im Inneren des Waldes versucht, einen bösen Herrn zu besänftigen, während ältere Wesen aus der rumänischen Mythologie eigenständige Gefahren darstellen, die jeweils andere Überlebensstrategien erfordern.
Das Setting greift direkt die reale Folklore um den Hoia-Baciu-Wald auf und zeigt ihn als Ort, dessen malerische Oberfläche eine sich ausbreitende Verderbnis verbirgt. Niemand, der ihn betritt, kehrt unverändert zurück. Die Geschichte markiert dieses Spiel als Auftakt einer größeren Serie, deren künftige Teile die etablierte Welt und ihre Bedrohungen weiter ausbauen sollen.
Gegner und Mechaniken
Drei Hauptbedrohungen treten auf, jede mit eigenen Regeln. Die Moroi sind ruhelose Untote, die sich von den Lebenden ernähren. Der Solomonar beherrscht Stürme und Tiere durch verbotenes Wissen. Muma Pădurii erscheint als uralte Hexe, die sich auf Verirrte und Wandernde stürzt. Spieler müssen ihre Taktik an das Verhalten jeder Entität anpassen, statt sich auf eine einzige Methode zu verlassen.
Weitere Mechaniken umfassen das Entschlüsseln von Symbolen früherer Opfer sowie den Umgang mit natürlichen und von Menschen geschaffenen Hindernissen im Wald. Begrenzte Ressourcen zwingen zu bewussten Entscheidungen, wann man Werkzeuge wie die Leuchtpistole einsetzt und wann reines Schleichen ausreicht.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel befindet sich noch im Vorab-Zustand mit einem „Demnächst verfügbar"-Eintrag und ohne Nutzerbewertungen. Sein Reiz liegt in der Kombination aus Stealth-Survival-Mechaniken, Umweltpuzzles und folkloreinspiriertem Horror in einem reinen Einzelspieler-Setting. Wer atmosphärische Spannung, narrative Rätsel und ein auf Ausweichen ausgerichtetes Gameplay sucht, könnte das Erlebnis nach dem Release spannend finden. Wer actionlastigen Kampf oder Multiplayer-Features erwartet, wird hier nicht fündig. Der Hinweis auf reife Inhalte warnt vor Gore, Tod und extremer Gewalt - passend zum Horrorgenre, aber möglicherweise nicht für alle Spieler geeignet.