Echoes of Aincrad ist draußen, und die Wertungen liegen ziemlich genau da, wo die Demo es angekündigt hat. Bandai Namcos Action-Rollenspiel aus dem Sword-Art-Online-Universum erschien am 10. Juli für PS5, Xbox Series X|S und PC (Steam war einen Tick früher dran, am 9. Juli um 22:00 UTC). Aktuell steht ein Metascore von 64 aus 33 PS5-Reviews. "Gemischt", sagt Metacritic. Das beschreibt allerdings kaum, wie sehr sich die Lager hier streiten.
Denn das ist kein schlechtes Spiel mit einer schlechten Idee. Es ist eine richtig gute Idee in einem etwas müden Rollenspiel.
Die größte Änderung, und sie zählt: Du baust deinen eigenen Charakter. Kein Kirito, kein Hinterherlaufen, während der Anime-Held das Spannende erledigt. Du bist ein x-beliebiger Beta-Tester, der sich am falschen Tag eingeloggt hat und mit allen anderen eingesperrt wurde. Entwickler Game Studio Inc. spielt das konsequent aus, und es funktioniert. Die Stadt der Anfänge wirkt wie ein Ort, an dem Menschen wirklich festsitzen, deine computergesteuerten Begleiter sprechen offen über ihre Angst, und das Ganze hat ein Gewicht, das die SAO-Spiele bisher meist umgangen haben.
Ausdauer regelt hier alles. Angriffe, Blocks, Ausweichrollen ziehen an derselben Leiste, wildes Draufhauen endet also tödlich. Begleiter kommandierst du in Echtzeit, und der Wechselmodus (Switch Mode) überlässt ihnen die Offensive, während du dich in die Verteidigung zurückziehst. Wer das Spiel mochte, lobte genau das, vor allem in Bosskämpfen. Und wer es nicht mochte, hat den Kampf trotzdem meist als gelungen abgehakt. Das sagt einiges darüber, wo das eigentliche Problem liegt.
Begegnungen unterwegs. Endlos viele. Du querst eine Karte und wirst immer wieder von derselben Gegnergruppe gestoppt, wodurch Erkundung zur Bremsschwellenstrecke statt zum Abenteuer wird. Auch das Questdesign recycelt kräftig. Mehrere Kritiker schrieben zudem, dass sie sich selbst im höchsten Schwierigkeitsgrad nie ernsthaft bedroht fühlten. Gespielt wird ausschließlich allein, mit computergesteuerten Begleitern, ein Koop-Modus fängt die Monotonie also nicht auf.
Wenn du SAO-Fan bist und schon immer selbst in Aincrad leben wolltest, statt Kirito dabei zuzusehen, kommt nichts näher heran, und eine Durchschnittswertung ändert daran wenig. Kommst du dagegen nüchtern als Freund guter Action-Rollenspiele, bleiben 64 Punkte eben 64 Punkte, und die Konkurrenz ist diesen Sommer stark.
Schon gespielt? Bist du Team "bestes SAO seit Jahren" oder Team "solide Sechs und gut ist"? Ab in die Kommentare damit.