Zum dreißigsten Geburtstag von Quake schenkt sich die Community 22 nagelneue Mehrspieler-Arenen. Kostet nichts, braucht keine Mod, läuft auf so ziemlich jeder Version des Shooters.
Das Paket heißt Q30 Deathmatch Jam. Gebaut wurde zwischen dem 12. Juli und dem 8. August, veröffentlicht am 15. August, und seit dem Wochenende liegt es auf Slipseer, der größten Sammelstelle für Quake-Zusatzinhalte. Organisiert haben das zwei Level-Bastler, die unter den Namen Annihilazor und Infiniti unterwegs sind. Mit im Boot: die QuakeWorld-Szene, also die Leute, die seit den Neunzigern die Wettkampfserver des Spiels am Leben halten.
22 Karten, alle ausdrücklich für Deathmatch gebaut, also für das klassische Jeder-gegen-jeden im Netz. Optik ist hier zweitrangig, wichtig sind Laufwege, Sichtachsen und die Frage, wie schnell man an die Railgun kommt. Die Schauplätze reichen von gotischen Gemäuern über sterile Sci-Fi-Hallen bis zu einem Abwasserloch namens The Filth Pit. Unser Favorit ist Overflow, eine Gemeinschaftsarbeit von Mazu und Makkon, zwei Namen mit Gewicht in dieser Szene.
Ein kleiner Hinweis für alle, die gleich loslegen wollen: Version 1.01 ist bereits draußen und repariert einen Beleuchtungsfehler auf einer der Karten. Holt euch also die aktuelle Fassung.
Die Arenen halten sich strikt an das Originalformat, deshalb ist keine zusätzliche Modifikation nötig. Ordner ins Quake-Verzeichnis neben id1 legen, über die Konsole aufrufen, fertig. Getestet haben die Macher unter Netquake, mit QuakeWorld-Clients und auf der 2021er Neuauflage mit der KEX-Engine, also genau der Fassung, die man heute im Handel bekommt. Ironwail funktioniert ebenfalls. Wer online spielen möchte, muss etwas mehr Handarbeit einplanen und Karten, Ortsdateien und Himmelstexturen in die jeweils passenden Unterordner der Netzwerkinstallation kopieren.
Dieser Kartensatz kommt nicht aus dem Nichts. Schon im Januar erschien Quake Brutalist Jam 3, ein Betonkoloss von einem Mod, der glatt als eigenständiger Shooter durchgeht. Danach folgten zwei Speedmapping-Wettbewerbe namens Quickie, ein 1024 Jam, bei dem jedes Level in einen Würfel mit 1024 Einheiten Kantenlänge passen musste, und ein Limits Jam mit den technischen Grenzen der Kampagne von 1996. Auch id Software selbst, das Studio hinter dem Original, hat nachgelegt und auf der QuakeCon in diesem Monat mit Dawn of the Machine eine kostenlose neue Episode veröffentlicht, entstanden zusammen mit MachineGames und verfügbar auf allen Plattformen.
Ein Spiel von 1996 bekommt gerade mehr frisches Material als manch aktueller Blockbuster. Habt ihr eines der diesjährigen Pakete schon angespielt? Schreibt uns in den Kommentaren, welche Arena den Abend rettet.