Lies of P: Overture ist ein Soulslike-Action-RPG und dient als Prequel zum ersten Teil. Die Handlung spielt in Krat während der letzten Tage seiner spät-viktorianischen Pracht, kurz bevor die Puppen-Revolte ausbricht. Spieler übernehmen die Rolle von Geppetto's Puppe und begleiten die legendäre Stalkerin Lea durch bislang unerforschte Viertel der Stadt und ihrer Umgebung. Dabei kommen verborgene Hintergründe ans Licht, die nahtlos in die Ereignisse des Hauptspiels überleiten.
Gameplay
Im Zentrum steht ein präzises Kampfsystem, das auf Timing, Paraden und aggressiver Positionierung gegen mechanische und menschenähnliche Gegner beruht. Die Wege führen durch prunkvolle Villen, verlassene Ruinen und winterliche Randbezirke, die mit Fallen und Hinterhalten gespickt sind. Ressourcenmanagement bleibt entscheidend: Heilitems sind knapp, und Gegnerverhalten muss über mehrere Begegnungen hinweg erlernt werden.
Neue Waffen erweitern die Build-Vielfalt: Krallen für wendiges Nahkampfspiel und eine Gewehrklinge, die Fernschüsse mit Hieben verbindet. Zusätzliche Legion-Arme bieten spezialisierte Fähigkeiten, die sich ins bestehende Armsystem einfügen. Ein neuer Upgrade-Baum ermöglicht passive Boni wie höheren Schaden oder bessere Überlebensfähigkeit in langen Boss-Kämpfen. Erkundung belohnt mit versteckten Items und Abkürzungen zwischen den Stadtteilen.
Gegner reichen von gewöhnlichen Puppen bis zu größeren, aggressiveren Varianten, die gezielte Konter erfordern. Boss-Begegnungen drehen sich um das Erlernen von Angriffsfolgen und das Ausnutzen von Öffnungen; mehrere neue Kämpfe stellen Ausdauer und Anpassungsfähigkeit in ausgedehnten Arenen auf die Probe.
Spielmodi
Im Kern handelt es sich um eine Singleplayer-Kampagne, die die Prequel-Geschichte von Anfang bis Ende erzählt. Ein kostenloses Update, das parallel zur Erweiterung erscheint, fügt zwei bosszentrierte Modi hinzu, die nach Abschluss der Hauptstory freigeschaltet werden. Battle Memories ermöglicht Rematches gegen jeden bereits besiegten Boss aus Basisspiel oder Overture mit wählbarem Schwierigkeitsgrad. Death March verlangt, drei oder mehr Bosse in Folge mit begrenzter Gesundheit und eingeschränkten Items zu bezwingen und stellt damit eine Ausdauerherausforderung dar.
Drei Schwierigkeitsstufen stehen zur Verfügung. Der Standard „Legendärer Stalker" behält das gewohnte Niveau. „Erwachte Puppe" und „Schmetterlingsführung" senken Aggressivität und Schaden der Gegner in unterschiedlichem Maße, ohne die Kernmechaniken zu verändern.
Handlung und Welt
Die Geschichte spielt in einem Krat kurz vor dem Zusammenbruch und zeigt Orte, die im Originalspiel nicht vorkamen. Spieler begleiten Lea auf ihrem Rachefeldzug und treffen neue sowie wiederkehrende Charaktere, deren Motive direkt mit der Puppen-Revolte verknüpft sind. Umwelterzählung durch Dokumente und Details ergänzt die Hintergründe zum Niedergang der Stadt und zur Herkunft zentraler Figuren.
Die Atmosphäre verbindet Belle-Époque-Architektur mit fortschreitendem Verfall und wechselt von prunkvollen Sälen zu schneeverhangenen Ruinen. Der Ton bleibt der Mischung aus Melancholie und Spannung treu und thematisiert Kontrolle, Auflehnung und verborgene Wahrheiten.
Lohnt sich das Spiel?
Alle, die den ersten Teil mochten, finden in Overture den bewährten, präzisen Kampf und die atmosphärische Erkundung in neuen Umgebungen wieder. Die erweiterte Waffenauswahl und der Upgrade-Baum bieten sinnvolle Anpassungsmöglichkeiten, ohne die Soulslike-Struktur zu verändern. Die kostenlosen Boss-Rematch-Modi erhöhen den Wiederspielwert für Spieler, die Builds an bekannten Gegnern testen möchten.
Die Erweiterung richtet sich an Fans bedächtiger, musterbasierter Action-RPGs, die das Erlernen anspruchsvoller Kämpfe und das Entdecken vielschichtiger Geschichten schätzen. Wer grundlegende Abweichungen vom Basissystem oder Mehrspieler-Elemente sucht, wird feststellen, dass der Fokus weiterhin auf dem Solo-Fortschritt durch herausfordernde Inhalte liegt. Die Resonanz der Fachpresse hebt vor allem die Qualität der neuen Gebiete und Bosse als gelungene Ergänzung hervor.