Sid Meier's Civilization VI: Rise and Fall ist eine Erweiterung für das rundenbasierte Strategiespiel, die das Reichsmanagement des Grundspiels spürbar vertieft. Spieler führen eine Zivilisation von der Antike bis in die Moderne, balancieren Expansion, Diplomatie, Kultur, Wissenschaft und Militär und müssen dabei neue Systeme im Blick behalten, die konsequenten Fortschritt belohnen und Stillstand bestrafen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht der Verlauf von Zivilisationen durch Epochen, die von historischen Momenten geprägt werden. Wer Meilensteine erreicht, gelangt in ein Goldenes Zeitalter mit spürbaren Boni, während Rückschläge eine Dunkle Zeit auslösen können - mit Herausforderungen, aber auch der Möglichkeit, starke, wenn auch teure Politiken zu nutzen. Gelangt eine Zivilisation aus einer Dunklen Zeit in die nächste Blütephase, entsteht ein Heldenzeitalter, das mehrere Weihungseffekte gleichzeitig gewährt.
Loyalität wird zu einer zentralen Kennzahl für Städte. Jede Siedlung verfolgt ihren eigenen Wert, der von politischen Entscheidungen, Grenzverläufen und äußeren Einflüssen abhängt. Sinkt die Loyalität, leiden die Erträge, Aufstände drohen und im schlimmsten Fall erklärt sich die Stadt unabhängig oder schließt sich einem Rivalen an. Wer stabile Grenzen hält und Nachbarstädte für sich einnimmt, kann sein Reich auch ohne Eroberung ausbauen.
Sieben Gouverneure stehen zur Verfügung und bieten spezialisierte Entwicklungspfade. Jeder bringt einen eigenen Fertigkeitsbaum mit, der eine Stadt auf Produktion, Verteidigung, Kultur oder andere Schwerpunkte ausrichtet und gleichzeitig die Loyalität stärkt. Spieler rekrutieren, setzen ein und fördern diese Figuren, um gezielt auf die Bedürfnisse ihres Reichs zu reagieren.
Das Diplomatie-System wird durch vertiefte Allianzen erweitert, die mit der Zeit wachsende Vorteile bringen. Droht eine Zivilisation zu dominieren, können andere in Notfallbündnissen zusammenarbeiten, um sie einzudämmen - mit Belohnungen oder Strafen, sobald die Krise vorbei ist. Ein neues Zeitstrahl-Werkzeug ermöglicht es, historische Wendepunkte jederzeit einzusehen und die Auswirkungen wichtiger Entscheidungen nachzuvollziehen.
Regierungen erhalten zusätzliche Politiken, darunter Optionen für Dunkle Zeiten, sowie Verbesserungen bei bestehenden Mechaniken wie verdeckten Führungsagenden und Casus Belli. Diese Änderungen eröffnen vielfältigere Wege, Konflikte und Herrschaft zu gestalten.
Spielmodi
Rise and Fall fügt sich nahtlos in den Einzelspielermodus von Civilization VI ein. Spieler verfolgen Siegbedingungen durch Dominanz, Wissenschaft, Kultur, Religion oder Diplomatie auf prozedural generierten Karten. Die neuen Systeme bringen zusätzliche Risiken und Chancen in jede Partie und sorgen dafür, dass lange Kampagnen durch Loyalitätsdruck und Epochenwechsel dynamischer werden.
Im Mehrspielermodus sind sowohl kompetitive als auch kooperative Runden möglich. Allianzen und Notfallbündnisse gewinnen an Bedeutung, wenn menschliche Gegner gezielt Loyalitätsmechaniken ausnutzen oder Städte abwerben. Die Erweiterung führt keine eigenen Modi ein, sondern erweitert das bestehende Spielgefühl für Solo- und Gruppenspiele gleichermaßen.
Neue Zivilisationen und Inhalte
Acht neue Zivilisationen und neun neue Anführer erweitern die Auswahl, jede mit eigenen Fähigkeiten, Einheiten, Gebäuden, Bezirken und Verbesserungen. Beispiele sind die Cree unter Poundmaker und Schottland unter Robert the Bruce, die neue strategische Möglichkeiten im Handel, in der Verteidigung und im Kulturbereich eröffnen.
Darüber hinaus kommen acht Weltwunder, sieben Naturwunder, vier neue Einheiten, zwei Geländeverbesserungen, zwei Bezirke, vierzehn Gebäude und drei Ressourcen hinzu. Diese Elemente erweitern die Baupalette, ohne die grundlegenden Bezirks- und Nachbarschaftsregeln des Basisspiels zu verändern.
Lohnt sich der Einstieg?
Rise and Fall richtet sich an Spieler, die langfristige Strategie und Reichsverwaltung schätzen. Loyalitäts- und Epochen-Systeme erzeugen spürbare Spannung rund um Expansion und Stabilität, während Gouverneure konkrete Anpassungsmöglichkeiten für einzelne Städte bieten. Kritiken zur Veröffentlichung hoben die gestiegene Komplexität als Pluspunkt für erfahrene Spieler hervor, kritisierten jedoch teils die KI und das Endgame-Tempo, die bereits aus dem Grundspiel bekannt waren.
Die Nutzerbewertungen auf Steam bewegen sich im gemischten Bereich, während die Fachpresse auf Metacritic durchschnittlich Werte im oberen 70er-Bereich vergab. Der Inhalt ist weiterhin über das vollständige Civilization-VI-Paket verfügbar, ohne eigene laufende Unterstützung. Wer methodisches Planen und das Zusammenspiel mehrerer Siegbedingungen schätzt, wird die neuen Mechaniken als Bereicherung empfinden - besonders in Kombination mit späteren Erweiterungen, die auf diesen Grundlagen aufbauen.