Sid Meier's Civilization V: Brave New World ist eine rundenbasierte 4X-Strategie-Erweiterung, die das Kernspiel von Civilization V um umfangreiche Systeme für Handel, Kultur und Diplomatie ergänzt. Als zweite große Erweiterung des 2010 erschienenen PC-Titels verlagert sie den Schwerpunkt auf langfristige Planung über historische Epochen hinweg und führt Mechaniken ein, die sorgfältiges Management internationaler Beziehungen und innerer Entwicklung belohnen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines Imperiums durch Gebietsausdehnung, technologischen Fortschritt und die Abstimmung militärischer, wirtschaftlicher und kultureller Ziele. Brave New World führt internationale Handelsrouten ein, die mit Karawanen zu Lande und Frachtschiffen auf See errichtet werden. Diese Routen liefern Gold, Wissenschaft und weitere Ressourcen und verbreiten gleichzeitig Religion sowie kulturellen Einfluss in den verbundenen Städten. Länge und Zielwahl der Routen bestimmen Risiko und Ertrag - längere Wege versprechen höhere Gewinne, sind aber anfälliger.
Der kulturelle Sieg wurde grundlegend überarbeitet. Große Werke von Künstlern, Schriftstellern und Musikern können nun in Gebäuden wie Museen oder Opernhäusern platziert werden und erzeugen Tourismus. Ab dem Industriezeitalter können Archäologen antike Stätten und Ruinen erkunden, um Artefakte zu bergen, die den kulturellen Output weiter steigern. Ein kultureller Sieg erfordert genügend Tourismus, um in jeder anderen Zivilisation die Mehrheit des Einflusses zu erreichen.
Ab dem Industriezeitalter wandeln sich die Sozialpolitiken in Ideologien um. Spieler wählen zwischen Freiheit, Ordnung oder Autokratie, die jeweils eigene Boni für unterschiedliche Siegbedingungen bieten und die diplomatischen Beziehungen bis zum Spielende prägen. Das Weltrats-System formalisiert globale Entscheidungen, bei denen Zivilisationen und Stadtstaaten über Handelsbeschränkungen, Ressourcenlimits, Veranstaltungen und Nuklearwaffen abstimmen. Stimmenhandel und Bündnisse werden dabei zum zentralen Instrument der Einflussnahme.
Spielmodi
Brave New World unterstützt sowohl Einzelspieler-Partien gegen KI als auch Mehrspieler-Matches mit anderen menschlichen Spielern. Neben den klassischen Siegbedingungen - Dominanz, Wissenschaft, Kultur, Diplomatie und Zeit - gibt es zwei eigenständige Szenarien.
Im Amerikanischen Bürgerkrieg-Szenario übernehmen Spieler das Kommando über Union oder Konföderation und kämpfen entlang der Achse zwischen Washington und Richmond. „Wettlauf um Afrika" lässt Kolonialmächte einen prozedural generierten Kontinent erkunden, Naturwunder entdecken und ins Landesinnere vordringen. Beide Szenarien nutzen eigene Karten und Regeln, integrieren aber die neuen Einheiten und Mechaniken der Erweiterung.
Neue Zivilisationen und Inhalte
Neun weitere Zivilisationen ergänzen das Spiel, darunter Polen, Brasilien, Portugal und die Zulu. Jede bringt eigene Fähigkeiten, Einheiten und Gebäude mit, die auf die neuen Systeme für Handel, Kultur und Diplomatie abgestimmt sind. Acht neue Weltwunder stehen zur Verfügung, darunter der Parthenon, Broadway, das Globe Theatre, die Uffizi, Borobudur, das Rote Fort, Prora und die Internationale Raumstation. Dutzende neue Einheiten, Gebäude und Geländeverbesserungen erweitern taktische und wirtschaftliche Optionen über alle Epochen hinweg.
Lohnt sich das Spiel?
Brave New World ist als eigenständige Erweiterung für den PC erhältlich und lässt sich vollständig mit der Grundversion von Civilization V sowie der früheren Erweiterung Gods & Kings kombinieren. Sie vertieft friedliche Siegbedingungen und diplomatische Interaktionen, ohne das grundlegende Kampf-System mit einer Einheit pro Feld zu verändern. Spieler, die methodisches Imperiumsmanagement und langfristige strategische Abwägungen schätzen, profitieren von den neuen Systemen. Da seit der Veröffentlichung 2013 keine offiziellen Updates mehr erschienen sind, bleibt die Lebensdauer des Titels vor allem Community-Mods zu verdanken. Die Erweiterung richtet sich an Fans rundenbasierter 4X-Strategie, die Wert auf hohe Wiederspielbarkeit durch unterschiedliche Siegbedingungen und historische Szenarien legen.