„Alfred Hitchcock - Vertigo" ist ein Singleplayer-Adventure von Pendulo Studios. Im Mittelpunkt steht Schriftsteller Ed Miller, der einen Autounfall in Brody Canyon überlebt. Er behauptet, seine Frau und seine Tochter seien mit ihm gefahren, doch im Wrack finden sich keinerlei Spuren von ihnen. Das Trauma löst bei ihm starken Schwindel aus, und in der Therapie versucht er, die Geschehnisse jenes Tages zu rekonstruieren - zwischen Besessenheit, Manipulation und der verschwimmenden Grenze von Erinnerung und Wirklichkeit.
Gameplay
Die Spieler steuern drei unterschiedliche Figuren, deren Blickwinkel jeweils neue Facetten des Rätsels offenbaren. Die Bewegung erfolgt direkt in 3D-Umgebungen; der Analogstick simuliert realistische Handlungen wie Gehen oder Greifen. Schnellzeitereignisse erfordern präzise Tastenbefehle, etwa beim Laufen oder in dramatischen Momenten, und treiben die Handlung voran oder lösen spezielle Animationen aus.
Ein zentrales Element ist das Wiedererleben von Eds Erinnerungen unter Hypnose. Beim ersten Durchlauf erscheinen die Ereignisse so, wie Ed sie erinnert. Später können Spieler die Sequenzen zurückspulen, vorspulen oder anhalten, um Details zu prüfen und Widersprüche aufzudecken. Dieses System fordert dazu auf, Zeitverläufe und Aussagen abzugleichen und zwischen Tatsachen und verzerrten Erinnerungen zu unterscheiden. Interaktionen bleiben einfach: Markierte Objekte anklicken oder Gegenstände ordnen - komplexe Rätsel oder Inventarverwaltung gibt es nicht.
Die Inszenierung setzt auf atmosphärische Spannung im Stil klassischer Thriller. Psychologische Dramatik steht im Vordergrund, während Action und Erkundung zurücktreten. Die Geschichte verläuft linear und dauert etwa zehn Stunden.
Spielmodi
„Alfred Hitchcock - Vertigo" bietet ausschließlich eine Singleplayer-Kampagne. Es gibt keine Mehrspieler-Optionen oder Varianten. Die gesamte Erfahrung ist eine durchgehende Erzählung, bei der die Gedächtnis-Erkundung und die verschiedenen Perspektiven die zentralen Spielmechaniken bilden. Jeder Fortschritt dient direkt dem Verständnis und der Auflösung der Geschichte.
Handlung und Erzählstruktur
Die Handlung nimmt Anleihen bei Hitchcocks Film „Vertigo" von 1958, erzählt jedoch eine eigenständige psychologische Geschichte. Therapie-Sitzungen bilden den Rahmen, in dem formative Erlebnisse aus Eds Vergangenheit und die Folgen des Unfalls beleuchtet werden. Jede Figur liefert widersprüchliche Details und erzeugt so Spannung durch schrittweise Enthüllungen. Die Struktur belohnt genaues Hinsehen: Wie verändern sich Erinnerungen unter genauerer Betrachtung? Die Antworten ergeben ein vielschichtiges Rätsel über mehrere Zeitebenen hinweg.
Stimmige Sprachausgabe und filmische Inszenierung unterstreichen den Thriller-Ton. Umgebungen und Charaktermodelle tragen zu einer greifbaren, unheimlichen Atmosphäre bei. Es gibt keine alternativen Handlungsstränge oder Enden - die Geschichte ist festgelegt und auf ein einziges, konzentriertes Spielerlebnis ausgelegt.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die in Adventures vor allem starke Erzählung und psychologische Themen suchen. Das Zurückspulen von Erinnerungen bietet einen originellen Zugang zur Handlung, und die wechselnden Perspektiven vertiefen die Ermittlung. Auf Steam wird das Spiel von 688 Nutzern mit „Sehr positiv" bewertet; gelobt werden vor allem die fesselnde Story und die stilistische Nähe zum Hitchcock-Film.
Wer klassische Rätsel oder offene Spielwelten bevorzugt, könnte die Linearität und den vergleichsweise geringen Interaktionsumfang als Einschränkung empfinden. Das Spiel erschien 2022 und erhielt seither keine größeren Updates, sodass es als abgeschlossenes, eigenständiges Narrative-Erlebnis dasteht. Fans storylastiger Adventures werden die thematische Kohärenz und den Fokus auf psychische Auflösung schätzen; andere könnten nach Titeln mit abwechslungsreicheren Mechaniken suchen.