Alone in the Dark: The New Nightmare ist ein Survival-Horror-Action-Adventure, das 2001 für den PC erschien. Die Spieler übernehmen entweder Edward Carnby oder Aline Cedrac und machen sich auf den Weg zur Shadow Island vor der Küste Maines, nachdem Carnbys Freund Charles Fiske ums Leben gekommen ist. Im Mittelpunkt steht die Suche nach drei alten Tafeln, die eine gefährliche Macht bergen - während man sich mysteriösen Kreaturen in einer von H.P. Lovecraft inspirierten Welt stellen muss.
Gameplay
Das Spiel dreht sich um die Erkundung detaillierter Umgebungen, das Sammeln von Gegenständen, das Lösen von Rätseln und den Kampf gegen übernatürliche Bedrohungen. In dunklen Bereichen leuchtet eine Taschenlampe den Weg und kann gleichzeitig Kreaturen, die lichtempfindlich sind, abwehren oder verletzen. Die Pistole ist die primäre Waffe, ergänzt durch weitere Hilfsmittel, die auf der Insel verteilt sind. Das Inventar ist begrenzt, sodass man sorgfältig abwägen muss, was man mitnimmt. Die Handlung entwickelt sich über einen verzweigten Erzählstrang, der vor allem auf Atmosphäre und Spannung setzt statt auf schnelle Action.
Die Steuerung folgt dem für die damalige Zeit typischen Tank-System mit festen oder wechselnden Kameraperspektiven, die ein ständiges Bewusstsein für die Umgebung verlangen. Im Kampf zielt und schießt man, während man Munition und andere Ressourcen im Blick behält. Rätsel erfordern oft das Kombinieren von Objekten oder das Entschlüsseln von Hinweisen, die mit der Geschichte der Insel und den Tafeln zusammenhängen. Wer gründlich sucht, wird belohnt - Schatten verbergen häufig Geheimnisse oder Gefahren.
Spielmodi
Es gibt zwei eigenständige Einzelspieler-Kampagnen, die separat gespielt werden können. In der von Edward Carnby steht die direkte Auseinandersetzung mit Gegnern und die Ermittlung im Mord an seinem Freund im Vordergrund. Aline Cedracs Kampagne legt den Fokus stärker auf Rätsel und die Enthüllung der Geheimnisse der Tafeln aus ihrer Perspektive. Beide Geschichten spielen an denselben Orten, unterscheiden sich jedoch in Ereignisabfolge, Dialogen und Herausforderungen - ein Anreiz, das Spiel erneut zu starten und die vollständige Handlung zu erleben.
Es gibt keine Mehrspieler-Optionen oder zusätzlichen Modi. Der Fortschritt ergibt sich aus dem Erfüllen der jeweiligen Ziele innerhalb der Abenteuer der beiden Charaktere. Speicherstände erfolgen über Checkpoints oder manuelle Speicherpunkte, wie sie zur Veröffentlichung üblich waren.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte zieht die Spieler in eine unheimliche Erzählung von Rache und uraltem Bösen hinein. Carnby will Fiske rächen, während Johnson zu Beginn Hinweise zu den Tafeln gibt. Über zwanzig Charaktere treten im Verlauf der Handlung auf und tragen durch detaillierte Zwischensequenzen und Sprachausgabe zu einem filmischen Eindruck bei. Die Insel selbst wirkt wie eine eigenständige Figur: realistisch gestaltete Innen- und Außenbereiche nutzen Licht und Dunkelheit, um ein Gefühl der Unruhe zu erzeugen. Kreaturen tauchen aus dem Schatten auf und zwingen zu ständiger Wachsamkeit.
Lovecraftsche Motive zeigen sich in den jenseitigen Bedrohungen und der Macht, die in den Tafeln verborgen liegt. Das Skript baut Spannung durch allmähliche Enthüllungen auf statt durch permanente Action, wodurch Momente der Isolation und des Grauens entstehen, während man die Geheimnisse der Insel erforscht.
Lohnt sich das Spiel?
Die Resonanz seit der Veröffentlichung ist gemischt: Gelobt werden die atmosphärische Erzählung und die beiden Kampagnen, während die veraltete Steuerung und Kameraführung kritisiert werden. Das Spiel ist weiterhin auf digitalen Plattformen erhältlich und richtet sich an Fans des klassischen Survival-Horrors. Es spricht Spieler an, die ein bedächtiges Tempo, Ressourcenmanagement und erzählungsgetriebene Erkundung aus den frühen 2000er-Jahren schätzen. Wer moderne Verbesserungen oder flüssige Bewegungen erwartet, könnte die Mechaniken nach heutigen Maßstäben als herausfordernd empfinden. Community-Patches beheben einige Kompatibilitätsprobleme auf neueren Systemen und ermöglichen so ein stabileres Originalerlebnis. Für Anhänger der Wurzeln des Genres oder der Alone in the Dark-Reihe bieten die beiden verwobenen Abenteuer eine fokussierte, in sich abgeschlossene Geschichte, die sich lohnt wiederzuentdecken.