Broken Roads ist ein Einzelspieler-Rollenspiel in einer postapokalyptischen, zerfallenden Version Westaustraliens. Spieler steuern einen anpassbaren Protagonisten, der mit einer Gruppe durch das Outback reist und Entscheidungen trifft, die sowohl den Verlauf der Geschichte als auch die philosophische Ausrichtung der Figur über das Moral-Compass-System beeinflussen.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen Erkundung, dialoglastige Quests und rundenbasierter taktischer Kampf. Auf der Weltkarte können zufällige Überfälle zu Kämpfen führen, die dann in isometrischen Gefechten mit Aktions- und Bewegungspunkten ausgetragen werden. Deckung beeinflusst die Positionierung, und Spieler können zwei Waffen gleichzeitig ausrüsten sowie Nachladen, obwohl Munition unbegrenzt verfügbar ist. Fertigkeiten gliedern sich in drei Bereiche: Fortitude für körperliche Werte wie Stärke und Beweglichkeit, Temperance für Widerstand und Wahrnehmung sowie Wisdom für Intelligenz und Charisma. Mit jedem Level gibt es Punkte, die auf diese Bereiche und einzelne Fertigkeiten wie Schießkunst oder Wachsamkeit für Überwachungsangriffe verteilt werden können.
Charakterherkünfte bieten Startboni. Zur Auswahl stehen Surveyor, Barter Crew, Jackaroo und Hired Gun, die jeweils Attribut- und Fertigkeitsvorteile mitbringen und den frühen Spielfortschritt prägen. Das Spiel unterstützt eine Gruppe von bis zu fünf Mitgliedern, deren eigene Moral-Compass-Ausrichtungen beeinflussen, wie sie auf die Entscheidungen und Aussagen des Spielers reagieren.
Spielmodi
Broken Roads bietet ausschließlich ein Einzelspieler-Erlebnis mit einer durchgehenden Kampagne. Es gibt keine separaten Mehrspieler-Modi, Koop-Optionen oder weitere Spielarten. Der gesamte Durchlauf dreht sich um die Fortsetzung der Handlung, Nebenquests und Erkundung in der postapokalyptischen australischen Welt, wobei alle Mechaniken auf diese eine Kampagne ausgerichtet sind. Eine Spielsession dauert in der Regel zwischen sieben und fünfundzwanzig Stunden, je nachdem, wie intensiv Spieler Dialoge und Nebeninhalte verfolgen.
Handlung und moralische Entscheidungen
Dialoge und Questentscheidungen fließen direkt in den Moral Compass ein, der den Protagonisten in vier philosophische Quadranten einordnet: Utilitarist, Machiavellist, Nihilist und Humanist. Ein Einstiegsquiz legt die Startposition fest, danach verschieben Handlungen die Ausrichtung und schalten Dialogoptionen sowie Kampfeigenschaften frei oder sperren sie. Begleiter reagieren entsprechend ihrer eigenen Ausrichtung, was zu unterschiedlichen Beziehungsverläufen führt. Das System legt Wert auf nuancierte philosophische Tendenzen statt auf einfache Gut-gegen-Böse-Schemata und beeinflusst sowohl Handlungsverzweigungen als auch mechanische Boni wie temporäre Charakterwechsel im Kampf.
Charakterentwicklung und Erkundung
Das Fortschrittssystem ist klasslos und erlaubt flexible Builds durch wiederholte Punkteverteilung über die drei Attributkategorien. Die Erkundung umfasst verfallene Städte, Wüstengebiete und ländliche Outback-Regionen mit Hintergrundgeschichten und Begegnungen. Reisen auf der Weltkarte können zu Überfällen führen, während handgezeichnete Illustrationen die raue australische Landschaft zeigen. Der Schwerpunkt liegt auf dichten Dialogbäumen und der Verwaltung von Gruppeninteraktionen, nicht auf umfassender Open-World-Freiheit.
Lohnt sich das Spiel?
Die Aufnahme war gemischt: Kritiker loben den Ehrgeiz von Moral Compass und Setting, bemängeln jedoch die begrenzte Kampftiefe und einige unausgereifte Systeme. Das Spiel richtet sich an Spieler, die narrative Entscheidungen und philosophisches Rollenspiel in einem kürzeren CRPG-Format schätzen, statt auf ausgefeilten taktischen Kampf oder hohe Wiederspielbarkeit zu setzen. Wer Wert auf eine gruppenbasierte Einzelspieler-Geschichte mit spürbaren Konsequenzen legt, kann von den einzigartigen Moral-Mechaniken profitieren, während Spieler, die robuste Kampfabwechslung oder längere Kampagnen suchen, anderswo fündig werden. Verfügbar ist das Spiel auf dem PC über gängige digitale Plattformen seit der Veröffentlichung 2024.