Conarium ist ein Singleplayer-Adventure, das Lovecraftianischen Horror mit narrativer Erkundung auf dem PC verbindet. Die Spieler übernehmen die Rolle von Frank Gilman, einem Wissenschaftler, der in der verlassenen Antarktis-Forschungsstation Upuaut erwacht - mit bruchstückhaften Erinnerungen und dem Gefühl, dass sich nach einer gescheiterten Expedition etwas Grundlegendes verändert hat. Die Geschichte knüpft an H.P. Lovecraft's „Berge des Wahnsinns" an, setzt aber danach ein und thematisiert verändertes Bewusstsein und das Unbekannte durch Umgebungs-Erzählung und persönliche Entdeckungen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Erkundung der antarktischen Anlage und ihrer Umgebung aus der Egoperspektive. Spieler durchstreifen verlassene Räume und Gänge, interagieren mit Objekten und werten Notizen sowie Tagebücher aus, um die Ereignisse zu rekonstruieren. Rätsel ergeben sich organisch aus der Umgebung und erfordern meist das Erkennen von Mustern, das Bedienen von Geräten oder das Verknüpfen von Hinweisen. Visionen und Traumsequenzen unterbrechen das Fortschreiten und enthüllen Bruchstücke der Vergangenheit oder alternative Perspektiven, ohne direkte Kämpfe oder Action-Sequenzen.
Atmosphärische Spannung entsteht durch Sounddesign und Beleuchtung: seltsame Geräusche und visuelle Effekte verstärken das Gefühl der Isolation. Die Unreal-Engine-4-Grafik ermöglicht detaillierte Umgebungen, die gründliches Suchen belohnen, während der unheimliche Soundtrack die beklemmende Stimmung unterstreicht. Über die Station verteilte Geheimnisse und Easter Eggs laden zum genauen Hinsehen ein, ohne dass das Spiel auf offene Welten setzt - der Fokus bleibt auf der zentralen Geschichte.
Spielmodi
Conarium ist ausschließlich ein Singleplayer-Erlebnis ohne Multiplayer-Elemente. Die Hauptkampagne folgt einer festen Handlungsstruktur, die durch Rückblenden und Halluzinationen nicht-lineare Elemente integriert. Dadurch können Spieler Details in unterschiedlicher Reihenfolge entdecken, je nachdem, wie sie die Station erkunden. Mehrere Enden entstehen durch Entscheidungen am Schluss, vor allem im Umgang mit der Substanz D'versahe und der Frage, ob man bestimmte uralte Strukturen aufsucht. Diese Variationen ändern den Ausgang für den Protagonisten und bieten Wiederspielwert, ohne die Kernmechanik zu verändern.
Der Fortschritt basiert auf Rätsellösen und dem Sammeln von Hinweisen. Erfolge werden für vollständige Erkundung und das Vermeiden bestimmter Gefahren vergeben.
Handlung und Atmosphäre
Die Geschichte erschließt sich über Umgebungsdetails und Charakterinteraktionen, die nach und nach entdeckt werden. Franks veränderter Zustand nach dem Einsatz des Conarium-Geräts treibt die Handlung voran und führt zu Begegnungen mit makabren Wesen, denen man ausweichen statt sie zu bekämpfen muss. Dadurch entsteht ein Gefühl von Verletzlichkeit und Neugier, während der Protagonist mit verlorenen Erinnerungen und seltsamen Wahrnehmungen ringt. Die antarktische Kulisse verstärkt die Isolation; die Station fungiert zugleich als Rätselbox und Bühne für kosmische Horror-Elemente, die vom literarischen Vorbild inspiriert sind.
Stimmen und Soundeffekte verleihen der verlassenen Anlage eine lebendige Präsenz. In Dokumenten und visuellen Details versteckte Geheimnisse belohnen aufmerksame Spieler und knüpfen an das ursprüngliche Ziel der Expedition an, die Grenzen der Natur zu überschreiten.
Lohnt sich das Spiel?
Conarium spricht Spieler an, die bewusst erzählte Abenteuer mit Horror- und Rätsel-Elementen schätzen. Seine Stärken liegen im atmosphärischen Weltenbau und den mehreren Enden, die zu einem zweiten Durchgang einladen. Wer schnelle Action oder kompetitive Elemente sucht, wird das langsamere, introspektive Tempo bemerken, das auf Lesen und Beobachten setzt. Das Spiel liegt als abgeschlossenes Werk vor, ohne saisonale Inhalte oder größere Updates für das Kern-Erlebnis. Lovecraft-Fans und Liebhaber narrativ orientierter Indie-Titel loben vor allem die fesselnde Mystery-Handlung und die visuelle Präsentation.