Crime O'Clock ist ein Singleplayer-Hidden-Object-Adventure, das Point-and-Click-Ermittlungen mit Zeitreise-Mechaniken verbindet. Als Zeitdetektiv arbeitet man gemeinsam mit der KI EVE daran, Verbrechen zu verhindern, die niemals in der eigentlichen Zeitlinie hätten geschehen dürfen. Die Handlung erstreckt sich über großformatige Illustrationen in fünf verschiedenen historischen Epochen, in denen Beobachtung und logisches Kombinieren im Mittelpunkt stehen.
Gameplay
Im Zentrum steht das Untersuchen detaillierter Schwarz-Weiß-Szenen, die jeweils zehn Zeitpunkte umfassen. Spieler können zwischen diesen Ticks hin- und herwechseln, um Veränderungen bei Personen, Objekten und Ereignissen zu erkennen. Hinweise ergeben sich aus sorgfältiger Suche; gesuchte Gegenstände, Verdächtige oder Auffälligkeiten müssen identifiziert und über mehrere Zeitpunkte hinweg verknüpft werden. Nur so lässt sich rekonstruieren, was geschehen ist, und entscheiden, wie man eingreift, ohne die Zeitlinie weiter zu stören.
Zwischendurch lockern kurze Puzzle-Sequenzen und Minispiele den Ablauf auf und schalten neue Analysewerkzeuge von EVE frei. Die Aufgaben reichen von Paarzuordnungen über Bildausrichtungen bis hin zu Frequenzabstimmungen und Sequenzwählen. Mit jedem abgeschlossenen Fall erhält EVE System-Upgrades, die zusätzliche Hilfsmittel zur Spurensuche bereitstellen. Die Karten sind zoomfähig und weitläufig angelegt, sodass gründliches Absuchen statt flüchtiger Blicke gefragt ist. Kampf- oder Zeitdruck-Elemente gibt es nicht; alles konzentriert sich auf visuelle Aufmerksamkeit und logische Verknüpfungen.
Spielmodi
Der Hauptmodus führt durch eine zusammenhängende Geschichte, in der Fälle von Hacking, Mord, Diebstahl und weiteren Vorfällen gelöst werden. Fortschritte schalten neue Schauplätze frei und treiben die über mehrere Jahrhunderte reichende Handlung voran. Ein zweiter Modus namens Fulcrum Stories ermöglicht freies Erkunden: ohne Zielvorgaben oder Rätsel kann man sich in denselben Szenen und Zeitpunkten bewegen und die Wege von über dreißig Charakteren verfolgen. Hier steht das entspannte Beobachten von Bewegungsabläufen im Vordergrund.
Beide Varianten nutzen dieselben Szenen und Zeit-Ticks, doch Fulcrum Stories verzichtet auf KI-Anweisungen und Falllösung, sodass eine offene, ziellose Sitzung entsteht. Weder der eine noch der andere Modus bietet kompetitive oder Mehrspieler-Funktionen.
Handlung und Setting
Die Geschichte verbindet fünf Epochen: das Dampfzeitalter mit Automaten und Erfindungen, das Atlantische Zeitalter mit magischen Kristallen und utopischen Elementen, das Informationszeitalter im modernen Mailand mit bekannten Wahrzeichen, das Verlorene Zeitalter mit Wüstenrätseln und vergessener Technik sowie das Äonen-Zeitalter mit Konzernintrigen und hochentwickelten Städten. Durch alle Perioden ziehen sich ungewöhnliche Störungen, die auf eine übergeordnete Kraft hindeuten, die in die Geschichte eingreifen will. Dialoge von EVE liefern Kontext und Hinweise, bleiben aber dem visuellen Suchmechanismus untergeordnet.
Lohnt sich das Spiel?
Crime O'Clock richtet sich an Spieler, die Hidden-Object-Spiele und ruhige Puzzle-Aufgaben ohne Action-Elemente bevorzugen. Die detaillierten Illustrationen und die zeitbasierte Beobachtung ergeben einen unverwechselbaren Stil, der Geduld und mehrmaliges Betrachten belohnt. Das Feedback der Spielerschaft lobt vor allem die Atmosphäre der Grafik, kritisiert jedoch längere Dialogpassagen und sich wiederholende Minispiele. Das Spiel erschien 2023 und erhielt seither keine größeren Updates oder saisonalen Inhalte. Wer eine fokussierte Singleplayer-Erfahrung mit Schwerpunkt auf Deduktion und Erkundung sucht, wird die Mechaniken wahrscheinlich ansprechend finden; wer ein schnelleres Tempo oder eine stärker erzählungsgetriebene Struktur bevorzugt, könnte sich durch die vorhandene Form eingeschränkt fühlen. Verfügbar ist das Spiel auf dem PC über gängige digitale Stores.