Cultist Simulator ist ein Indie-Rollenspiel-Simulation, in der Spieler die Rolle eines Aspiranten übernehmen, der in den 1920er Jahren verbotenes Wissen sucht - einer Welt voller verborgener Götter und geheimer Geschichten. Das Spielgeschehen entwickelt sich über ein roguelike Kartensystem, bei dem jede Entscheidung unmittelbare Folgen und langfristige Konsequenzen nach sich zieht. Ressourcenmanagement, Rituale und riskante Handlungen können den Charakter dauerhaft verändern.
Gameplay
Im Kern dreht sich alles darum, Karten in zeitgesteuerte Verb-Slots zu legen, die Aktionen wie Arbeit, Studium, Traum, Erkundung, Gespräch oder Zeit repräsentieren. Die Karten stehen für Attribute wie Gesundheit, Leidenschaft und Vernunft sowie für Gegenstände, Anhänger, Wissensfragmente und Einflüsse. Durch Kombinationen entstehen neue Karten, die persönliche Ziele vorantreiben oder Ereignisse auslösen. Dabei gilt es, Erschöpfung und Hunger im Blick zu behalten, während okkulte Ziele verfolgt werden. Spieler können Gläubige anwerben, zu Jüngern befördern und für Aufgaben wie Forschung oder Diebstahl einsetzen. Verschiedene Kulte eröffnen unterschiedliche Wege, etwa die Hingabe an den Roten Gral, die Hexe-und-Schwester oder die Schmiede der Tage. Expeditionen zu Orten wie dem Sternenzerbrochenen Heiligtum ermöglichen den Erwerb seltener Materialien und Erkenntnisse. Das Vermächtnis-System überträgt Elemente nach einem Durchlauf in die nächste Runde und schafft so neue Startbedingungen.
Spielmodi
Cultist Simulator ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis ohne separate Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi. Der gesamte Fortschritt läuft innerhalb eines fortlaufenden Erzählrahmens ab, der sich durch Entscheidungen und Vermächtnis-Ergebnisse verzweigt. Die Struktur lädt zu wiederholten Durchläufen ein, um alternative Geschichten und Siegesbedingungen zu erkunden - manche davon führen zu Wahnsinn oder körperlicher Verwandlung.
Wichtige Mechaniken und Systeme
Das Übersetzen von Grimoiren liefert Wissen, das neue Rituale und Einflüsse freischaltet. Geister beschwören und Werkzeuge herstellen erfordern präzise Kartenkombinationen und Timing. Rivalen und Behörden erzeugen Druck durch Verdachts- und Ermittlungsmechaniken. Bedürfnisse können schwierige Entscheidungen erzwingen, die die Stabilität des Kults gefährden. Das Spiel setzt auf Experimentierfreude: Scheitern offenbart oft neue Informationen für künftige Versuche. Ein typischer Durchlauf dauert 20 bis 40 Stunden, je nach Erkundungstiefe und Vermächtnis-Strategie.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die komplexe, experimentelle Kartensysteme und erzählungsgetriebenen Fortschritt im Einzelspieler-Format schätzen. Der Fokus auf persönlichen Ehrgeiz, okkulte Themen und verzweigte Vermächtnisse bietet Tiefe für alle, die sich auf die verb-basierte Oberfläche einlassen wollen. Das Spiel wurde mit der Erstveröffentlichung und den anschließenden Portierungen abgeschlossen und bietet ein konsistentes Erlebnis ohne laufende Saisoninhalte. Die Rezeption lobt den eigenständigen Ansatz bei Erzählung und Mechaniken, auch wenn die Lernkurve anfangs steil sein kann. Wer Lovecraft-Atmosphäre mit Simulationselementen verbinden möchte, findet wiederkehrenden Wert darin, unterschiedliche Wege und Enden zu entdecken.