Cyber Citizen ist ein Indie-Rollenspiel mit Simulationsanteilen, das auf idle-basiertem Fortschritt in einer neonbeleuchteten Stadt basiert, die nach eigenem Rhythmus läuft. Statt jede Handlung direkt zu steuern, formen Spieler ihren Charakter über Fokus-Wahlen und d20-Würfe und erleben so eine „von der Wiege bis zur Bahre"-Geschichte, bei der Jobs auch ohne Aufsicht weiterlaufen.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht ein System aus drei Fokus-Slots: Primär, Sekundär und Support. Durch passende Kombinationen lenken Spieler den Charakter in Richtung ehrliche Arbeit, Schuldenabbau oder Netzwerkaufbau - oder in Diebstahl, Einbruch, Schwarzmarkthandel und Chaos. Erst die Kombinationen ermöglichen Ergebnisse, die mit einem einzelnen Fokus unerreichbar wären. Zehn Klassen in fünf Typen, darunter Hacker, Infiltrator, Droidenbauer und Genetiker, bestimmen, wie die Welt auf den Charakter reagiert.
Der Fortschritt basiert auf d20-Würfen mit echten kritischen Treffern und Patzern. Jobs lösen sich automatisch über die Zeit auf, können aber beschleunigt werden. Ausrüstung nutzt sich ab, der Charakter altert mit jeder abgeschlossenen Aktivität, und ein einziger schlechter Wurf zur falschen Zeit kann das Spiel beenden. Ansehen, Freundschaften, Romanzen und die Möglichkeit, einen Erben zu hinterlassen, ermöglichen es, Credits und den Familiennamen weiterzugeben, wenn die Blutlinie fortbesteht.
Kriminalität hinterlässt dauerhafte Spuren. Jede illegale Tat markiert den Charakter als Kriminellen und erhöht das Risiko, verfolgt zu werden. Bei einer Festnahme drohen Kautionen, Haftstrafen oder Fluchtversuche, die künftige Strafen verlängern. Mord führt zu einem lebenslangen „Mörder"-Status und einer 25-jährigen Haftstrafe bei Verhaftung. Begleiter aus dem Support-Slot bringen Berufsboni mit - etwa halber Schaden durch einen Medic oder geringere Fangchancen durch einen Infiltrator -, doch ein bekannter Krimineller im Team kann die Strafe verlängern.
Spielmodi
Das Spiel dreht sich um unterschiedliche Karrierewege, die parallel oder nacheinander verfolgt werden können. Legale Pfade setzen auf stetige Arbeit und Schuldenmanagement, während kriminelle Wege Diebstahl, Hehlerei und Verfolgungsmechaniken beinhalten. Versteckte Geschichten lassen sich durch bestimmte Fokus-Kombinationen freischalten, etwa beim Versuch, den Central Credit Vault auszurauben oder ein Raumschiff aus dem Hangar eines Kriegsherrn zu stehlen.
Ein weiterer Aspekt ist das generationenübergreifende Erbe. Wer einen Erben zeugt, überträgt angesammelte Credits und Ansehen auf die nächste Generation und ermöglicht so ein Fortsetzen über mehrere Leben hinweg. Ohne Erben endet der Durchlauf endgültig. Ein integrierter Editor erlaubt es, eigene Aktivitäten, Gegenstände und Charaktere hinzuzufügen, während Mod-Unterstützung und austauschbare Musik die Möglichkeiten erweitern, ohne die würfelbasierten Kernsysteme zu verändern.
Wichtige Mechaniken und Systeme
Ansehen und Beziehungen beeinflussen verfügbare Gelegenheiten und die Qualität von Begleitern. Droiden können gekauft, gestohlen oder gehackt werden. Fünf Ausrüstungsstufen reichen von einfachen Konsumgütern bis zu einzigartigen Prototypen. Ein Tag-Nacht-Zyklus prägt die Stadt, und freischaltbare Themes sowie Soundtracks verändern die Atmosphäre. Das Gefängnissystem umfasst Kaution, Strafverbüßung, Fluchtversuche und laufende Fahndungen, die künftige Durchläufe beeinflussen.
Der gesamte Fortschritt ist bewusst singleplayer und hands-off gestaltet. Aktivitäten laufen eigenständig ab, doch die Entscheidungen an entscheidenden Punkten bestimmen langfristige Ergebnisse. Die Kombination aus idle-basiertem Ablauf und gelegentlichen hochkarätigen Würfen sorgt dafür, dass die Stadt auch bei längeren Abwesenheiten weiterläuft.
Lohnt sich das Spiel?
Cyber Citizen richtet sich an Spieler, die Lebenssimulationen mit leichten RPG-Elementen und würfelbasiertem Zufall mögen. Die idle-Struktur ermöglicht stetigen Fortschritt ohne ständige Eingaben, während Fokus-Kombinationen und Klassenwahl für sinnvolle Verzweigungen sorgen. Wer generationenübergreifenden Fortschritt und dauerhafte Konsequenzen durch Verbrechen oder schlechte Würfe schätzt, wird die Systeme als lohnend empfinden.
Der integrierte Editor und die Mod-Unterstützung erhöhen den Wiederspielwert für alle, die das Erlebnis anpassen möchten. Da das Spiel auf vom Spieler gesetzten Richtungen statt auf direkter Steuerung basiert, spricht es vor allem Fans von Progress-Quest-ähnlichem Grinding mit Entscheidungsbäumen wie in BitLife an. Wer direkte Action oder Echtzeit-Kämpfe sucht, sollte sich anderweitig umsehen - das Spiel setzt auf langfristige Planung und das Akzeptieren von Würfelergebnissen statt auf manuelles Können.