Detective Case and Clown Bot in: Murder in the Hotel Lisbon ist ein Point-and-Click-Grafikadventure für den PC. Das Spiel orientiert sich direkt an den klassischen Adventures der 1980er- und 1990er-Jahre und nutzt ausschließlich Pixelgrafik in der nativen Auflösung von 256x192. Die Spieler übernehmen die Kontrolle über das Detektivduo und ermitteln in einem skurrilen Mordfall im Hotel Lisbon, bei dem ein Mann offenbar 14 Mal in den Rücken gestochen wurde, während er friedlich Kaffee trank.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Kombination aus Erkundung, Beweissuche und Zeugenbefragungen in einer überschaubaren, retro gestalteten Umgebung. Bewegung und Interaktionen erfolgen über Point-and-Click-Befehle, die sich an die Hardware-Beschränkungen der damaligen Zeit anlehnen. Detective Case übernimmt die direkte Befragung, während Clown Bot die Ermittlungen unterstützt. Spieler durchsuchen Räume nach Hinweisen, sprechen mit Gästen und Mitarbeitern und versuchen, widersprüchliche Details am Tatort zusammenzufügen. Die geringe Auflösung fordert eine genaue Beobachtung kleiner Details.
Erholungsphasen ermöglichen es dem Duo, kurz innezuhalten und sich neu zu orientieren, was sich auf das Erzähltempo auswirkt. Die Handlung verzweigt sich über ein Netz romantischer Verstrickungen, die den Hauptfall zusätzlich verkomplizieren. Dialoge und Handlungen bleiben vollständig im Pixel-Art-Stil, ohne moderne Overlays oder hochauflösende Elemente.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine Einzelspieler-Kampagne, die sich um die zentrale Mordermittlung dreht. Drei weitere Fälle erweitern den Inhalt über die Ereignisse im Hotel Lisbon hinaus und folgen derselben Point-and-Click-Struktur. Weder kompetitive noch kooperative Mehrspielermodi sind vorhanden. Der Fortschritt basiert auf logischem Kombinieren und gründlichem Suchen, nicht auf Zeitdruck oder Kampfsystemen.
Handlung und Charaktere
Detective Case wird als schlechtester Detektiv der Welt dargestellt - eine direkte und einschüchternde Figur, deren Verhörmethoden oft Zeugen abschrecken. Sein Partner Clown Bot sorgt für komische Einlagen und träumt von einer Zirkuskarriere, die ihm jedoch aufgrund seiner Angst vor Kindern verwehrt bleibt. Nachts tritt Clown Bot zudem als Stand-up-Comedian in einer örtlichen Bar auf. Die Geschichte dreht sich um ein komplexes Beziehungsgeflecht, das sorgfältig entwirrt werden muss.
Der Schauplatz beschränkt sich auf das Hotel und seine unmittelbare Umgebung, wodurch der Fokus auf Dialogoptionen und Gegenstandsnutzung liegt. Ein eigens komponierter Soundtrack unterstützt die Atmosphäre mit Orchesterstücken eines 10-köpfigen Ensembles, Jazz-Auftritten in der GAF Bar und Fado-Musik im Noitadas Restaurante.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die kurze, retro inspirierte Point-and-Click-Adventures mit humorvollen Charakteren und einem in sich abgeschlossenen Kriminalfall suchen. Die Pixelgrafik und die begrenzte Auflösung erzeugen eine unverwechselbare visuelle Identität, die Fans des 80er- und 90er-Jahre-Designs anspricht. Die Spielzeit beträgt im Durchschnitt wenige Stunden für den Hauptfall sowie die Zusatzfälle und eignet sich daher für eine Sitzung oder ein Wochenendspiel. Der Soundtrack sorgt für Abwechslung, ohne die Low-Fi-Ästhetik zu überlagern. Wer komplexe moderne Mechaniken oder lange Kampagnen bevorzugt, wird den begrenzten Umfang als eher bescheiden empfinden, während Liebhaber klassischer Adventure-Gameplay die direkte Hommage an frühere Titel schätzen werden.