Detective Case and Clown Bot in: The Express Killer ist ein Indie-Point-and-Click-Adventure, das in einem Zug von Lissabon nach Porto spielt. Spieler übernehmen die Kontrolle über den tollpatschigen Detektiv und seinen robotischen Begleiter, während sie eine Reihe täglicher Morde auf der Express-Strecke aufklären. Das Spiel orientiert sich am klassischen Adventure-Gameplay der 1980er- und 1990er-Jahre und läuft in einer nativen Auflösung von 256 × 192 Pixeln - passend zum ZX Spectrum 48k und dem originalen Nintendo DS.
Gameplay
Im Zentrum steht das Einsteigen in den Zug, das Befragen von Passagieren, das Sammeln von Hinweisen und das Zusammentragen von Beweisen, um den Täter zu entlarven. Die Steuerung erfolgt über das klassische Point-and-Click-System: Objekte untersuchen, mit Figuren sprechen und Gegenstände kombinieren, um Rätsel zu lösen. Zeugen sind oft wenig kooperativ, sodass sorgfältige Dialogwahl und Ausdauer gefragt sind. Weitere Elemente sind Beobachtungs- und Logiktests sowie kurze Pausen, in denen die Charaktere ausruhen oder schlafen, um die Zeit voranzutreiben oder sich zu erholen.
Die Betreuung von Garcias kleinem Sohn sorgt für zusätzliche Herausforderungen, da Spieler das Kind parallel zur Ermittlung im Blick behalten müssen. Der niedrig aufgelöste Pixel-Art-Stil setzt auf übertriebene Animationen und trockene Sprüche, um die Komik zu unterstreichen. Jeder Waggon bietet zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten und lädt dazu ein, vor der Ankunft am Zielbahnhof gründlich zu suchen.
Spielmodi
Das Spiel ist ausschließlich für Einzelspieler ausgelegt. Die Hauptgeschichte umfasst die Mordermittlung während der Zugfahrt und wird durch drei eigenständige Fälle ergänzt, die separat spielbar sind. Diese Zusatzfälle bieten neue Szenarien, behalten aber das bewährte Prinzip aus Hinweissuche und Rätsellösung bei. Weder kompetitive noch kooperative Modi sind vorhanden - der Fokus liegt auf der Erzählung und dem individuellen Knobeln.
Handlung und Charaktere
Im Mittelpunkt stehen Detective Case, der als schlechtester Ermittler der Welt gilt, und Clown Bot, sein Assistent mit Zirkusambitionen, der nachts als Stand-up-Comedian auftritt. Die unfreiwillige Zusammenarbeit mit Garcias Sohn sorgt für ständige Spannung und komische Momente vor dem ernsten Hintergrund einer Serienmordermittlung. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, sodass Neueinsteiger ohne Vorkenntnisse aus dem Vorgänger einsteigen können. Der Humor speist sich aus den Schwächen der Figuren, missglückten Befragungen und der Absurdität, mitten in einer laufenden Ermittlung noch ein Kind betreuen zu müssen.
Soundtrack und Präsentation
Die eigens für das Spiel komponierte Musik verbindet klassisch-orchestrale Klänge mit modernen Rock-Elementen. Sie unterstützt den skurrilen Tonfall, ohne die spärlichen Dialoge und Soundeffekte zu überdecken. Die gesamte Präsentation bleibt bewusst retro und liefert ein kompaktes Erlebnis, das zur gewählten Auflösung passt.
Lohnt sich das Spiel?
Das Feedback der Spieler lobt vor allem das verbesserte Tempo gegenüber dem ersten Teil sowie die eingebauten Minispiele, die für Abwechslung sorgen. Besonders hervorgehoben werden der unverwechselbare Humor und die Charakterzeichnung. Wer kurze, in sich abgeschlossene Point-and-Click-Adventures mit starkem Comedy-Anteil und retro-optischer Aufmachung sucht, wird hier fündig. Das Spiel läuft auf handelsüblicher PC-Hardware, benötigt keine Updates und keine saisonalen Inhalte - ideal für Fans des Genres, die eine fokussierte Sitzung statt einer langen Kampagne bevorzugen.