Dominions 5 - Warriors of the Faith ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, in dem Spieler als Prätendentengott ein Volk anführen und nach wahrer Göttlichkeit streben. Der Fokus liegt auf der Verwaltung des eigenen Reiches, umfangreicher magischer Forschung und groß angelegten Feldzügen, die von mythischen und historischen Einflüssen geprägt sind. Zur Auswahl stehen zahlreiche Nationen mit Wurzeln in nordischer, aztekischer, römischer, griechischer und weiteren Kulturkreisen, jede mit eigenen Truppen, magischen Traditionen und heiligen Einheiten. Die zentrale Spielschleife dreht sich um die Ausbreitung des eigenen Einflussbereichs, die Rekrutierung von Kommandanten und Armeen, das Erforschen von Zaubern auf verschiedenen Pfaden sowie um Schlachten, die über die Kontrolle von Provinzen entscheiden.
Gameplay
Zu Beginn erschafft der Spieler einen Prätendentengott, dessen Gestalt und Eigenschaften sowohl die eigene Macht als auch die Segnungen für die Anhänger bestimmen. Von Tempeln und heiligen Stätten aus breitet sich das Dominion aus, stärkt heilige Einheiten und verändert die Umgebung entsprechend den gewählten Pfaden. Magie bildet ein zentrales Element: Die Forschung erstreckt sich über Schulen wie Feuer, Wasser, Erde, Luft, Astral, Tod, Natur und Blut. Kommandanten führen Armeen über die Karte, errichten Festungen, schmieden Artefakte und vollziehen Rituale, mit denen Monster beschworen oder globale Zustände verändert werden können. Kämpfe laufen mit simultaner Bewegung ab, sodass Projektile und Zauber in Echtzeit abgehandelt werden, während die Truppen vorrücken - ein System, das die Abwicklung großer Schlachten gegenüber früheren Teilen deutlich beschleunigt. Segnungen lassen sich vor Spielbeginn detailliert anpassen und ermöglichen so eine feine Steuerung der göttlichen Unterstützung im Kampf.
Das Ressourcenmanagement umfasst neben Gold und Edelsteinen auch die gezielte Verteilung magischer Kraft und die Sicherung von Nachschubwegen in umkämpften Gebieten. Die Nationen unterscheiden sich stark im Spielstil: Manche setzen auf elitäre heilige Truppen, andere auf Blutmagie oder untote Heerscharen. Da auf klassische Fantasy-Völker verzichtet wird, liegt der Schwerpunkt auf mythisch-realistischen Interpretationen - von vanischen Kriegern bis zu israelitischen Propheten, die gegen lovecraftsche Wesen antreten. Der Fortschritt verläuft bewusst bedächtig: Jede Runde verlangt Entscheidungen über Forschungsschwerpunkte, Truppenbewegungen und diplomatische Schritte im Mehrspielermodus.
Spielmodi
Im Einzelspielermodus tritt ein Prätendentengott gegen KI-gesteuerte Gegner auf prozedural oder voreingestellten Karten an. Siegesbedingungen sind die militärische Eroberung feindlicher Hauptstädte, die vollständige Unterdrückung rivalisierender Einflussbereiche oder die Inbesitznahme der Throne der Himmelfahrt. Diese Throne fungieren als mächtige magische Orte, die bei Kontrolle und Beanspruchung durch einen Prätendenten, einen Jünger oder einen ausreichend heiligen Priester Aufstiegspunkte gewähren. Der Mehrspielermodus unterstützt sowohl kompetitive als auch kooperative Partien, in denen menschliche Gegner Bündnisse schmieden, Spionage betreiben und koordinierte Angriffe durchführen - Belohnungen gibt es für langfristige Planung ebenso wie für Verrat. Kooperative Modi erlauben es mehreren Spielern, eine Nation zu teilen oder gemeinsame Aufstiegsziele gegen KI-Gegner zu verfolgen. Standardmäßig steht der Sieg über die Throne der Himmelfahrt im Mittelpunkt, doch je nach Einstellung sind auch alternative Siegbedingungen wählbar.
Nationen und Mechaniken
Jede Nation besitzt eine eigene mechanische Identität, die auf ihren kulturellen Wurzeln basiert. Manche setzen auf priesterliche Hierarchien, die die Ausbreitung des Dominion fördern, andere auf Blutopfer oder astrale Kommunionsrituale zur Erzeugung magischer Ressourcen. Heilige Soldaten erhalten Kräfte, die direkt mit Stärke und Ausrichtung des herrschenden Dominion verknüpft sind - so entstehen Rückkopplungseffekte, bei denen territoriale Kontrolle die Kampfkraft unmittelbar steigert. Das simultane Kampfsystem gilt für alle Gefechte und verkürzt Wartezeiten bei großen Schlachten mit Dutzenden Einheiten und mehreren Zauberwirkerinnen und -wirkern. Die Forschungsbäume belohnen Spezialisierung, lassen aber auch Querschnittssynergien zu, wenn Spieler sich auf neue Bedrohungen einstellen. Die Kontrolle der Karte hängt vom Bau von Festungen und der Verteidigung wichtiger Provinzen ab; unabhängige Monster und Ereignisse sorgen für zusätzliche Unwägbarkeiten.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel erhält weiterhin Patches mit Balance- und KI-Verbesserungen und verfügt auch Jahre nach Erscheinen über eine aktive, wenn auch überschaubare Spielerschaft. Kritik und Lob heben vor allem die Tiefe für Fans komplexer rundenbasierter Strategie mit starkem Fokus auf Magiesysteme und asymmetrische Nationen hervor. Im Mehrspielermodus überzeugen die diplomatischen Schichten und langfristigen Intrigen, die Gruppen ansprechen, die emergentem Storytelling mehr abgewinnen als schnellem Action. Im Einzelspielermodus bietet das Spiel durch unterschiedliche Nationen und Prätendenten-Konfigurationen hohe Wiederspielbarkeit, allerdings mit einer steilen Lernkurve und der Notwendigkeit, sich mit Oberfläche und Regeln auseinanderzusetzen. Dominions 5 richtet sich an erfahrene Strategiespieler, die komplexe Simulationen schätzen und bereit sind, Zeit in das Verstehen der ineinandergreifenden Systeme zu investieren. Wer leichtere Spiele oder klassische Fantasy-Klischees sucht, könnte sich von Präsentation und Tempo weniger angesprochen fühlen, während eingefleischte Fans über Community-Partien und laufende Anpassungen langfristig bei der Stange bleiben.