Donut County ist ein ungewöhnliches Indie-Adventure, das auf PC mit physikbasierten Rätseln und einem lässigen Spielgefühl überzeugt. Im Mittelpunkt steht der Waschbär BK, der ein ferngesteuertes Loch bedient. Dieses Loch wächst, indem es Gegenstände und ganze Umgebungen verschlingt - in einer skurrilen Kleinstadt, die von ähnlichen Müll- und Diebstahlmechanismen heimgesucht wird.
Gameplay
Im Kern geht es darum, das ständig wachsende Loch durch verschiedene Schauplätze zu steuern. Jede Umgebung ist ein in sich abgeschlossenes Setting voller Alltagsgegenstände und Figuren, die beim Verschwinden unterschiedlich reagieren. Je mehr das Loch aufnimmt, desto größer wird es und desto mehr Interaktionen werden möglich. Die verschlungenen Objekte können sich auf überraschende Weise verbinden - etwa indem sie Suppe erzeugen, Tiere vervielfachen oder Feuerwerk auslösen. Spieler können Gegenstände auch wieder auswerfen, um Kettenreaktionen zu starten oder Hindernisse zu beseitigen. Erst wenn alles in einer Szene aufgenommen wurde, schreitet die Geschichte voran.
Beim Erkunden lohnt es sich, Häuser und Orte genau unter die Lupe zu nehmen. Einzigartige Requisiten und Raumaufteilungen eröffnen kreative Lösungswege. Das Physiksystem bestimmt, wie Objekte im Loch fallen, sich stapeln oder miteinander reagieren - und sorgt so für überraschende Ergebnisse, die Rätsel lösen oder einfach nur Chaos stiften. Der Fortschritt ist eng mit der Handlung verknüpft: Das Loch ist zugleich Werkzeug und zentrale Figur der Ereignisse.
Spielmodi
Donut County ist ein reines Einzelspieler-Erlebnis, das aus einer Abfolge von Rätselabschnitten besteht, die durch Story-Elemente verbunden sind. Es gibt keine separaten Mehrspieler-Optionen; der Fokus liegt ganz auf dem eigenen Fortschritt durch die verschiedenen Schauplätze der Kleinstadt. Die Struktur folgt einer linearen Abfolge von Orten, die jeweils um das Wachstum des Lochs und das vollständige Aufsaugen aller Objekte herum aufgebaut sind.
Handlung und Setting
Die Geschichte beginnt, als ein Missgeschick BK und die Bewohner der Stadt unter die Erde befördert. Dort treffen sie auf Freunde und Einheimische, deren Reaktionen die Folgen der Loch-Aktionen offenlegen. Jede Figur verfügt über ein eigenes Zuhause und persönliche Gegenstände, die den jeweiligen Rätselbereich prägen. Das Setting verbindet alltägliche Vorstadt-Elemente mit absurden Waschbär-Eskapaden und erzeugt so einen leichten, humorvollen Ton, der im Kontrast zur Zerstörung steht.
Entwickler Ben Esposito arbeitete sechs Jahre an dem Spiel. Recherchen zu Donuts und eine reale Begegnung mit einem Waschbär flossen in die Konzeption ein. Das Ergebnis ist eine kompakte Erzählung über Freundschaft, Verantwortung und die eigenartige Faszination, eine ganze Stadt zu verschlingen.
Lohnt sich das Spiel?
Donut County richtet sich an Spieler, die ein kurzes, einfallsreiches Puzzle-Spiel mit starker narrativer Anbindung und humorvollen Momenten suchen. Die Mechaniken belohnen Experimente mit Objektkombinationen und präzisem Platzieren des Lochs, während die Geschichte den Rätseln Kontext gibt, ohne sie zu dominieren. Auch Jahre nach der Veröffentlichung fällt das Echo durchweg positiv aus - vor allem wegen der Originalität und des Charmes, den das Spiel bei Fans von Casual-Adventures hinterlässt. Es läuft problemlos auf leistungsschwächeren PCs, ist in sich abgeschlossen und erfordert keine Updates oder Zusatzinhalte. Wer physikbasierte Interaktionen und skurrile, charaktergetriebene Geschichten mag, findet hier eine passende, in sich ruhende Erfahrung - besonders, wenn kürzere Sitzungen bevorzugt werden.