Dungeon Drafters ist ein strategisches Indie-RPG, das klassisches, kachelbasiertes Dungeon-Crawling mit Rogue-lite-Runs und tiefgehendem Deck-Building verbindet. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Abenteurers, der magische Karten als Waffen und Werkzeuge nutzt, um Ruinen zu erkunden, Gegner zu bekämpfen und neue Zauber zu sammeln - mit dem Ziel, verbotene Karten aus der Welt zu verbannen. Das Spiel setzt auf sorgfältige Planung im Kampf und langfristigen Fortschritt über wiederholte Expeditionen, bei denen jede Run die Chance bietet, die eigene Zaubersammlung weiterzuentwickeln.
Gameplay
Der Kampf findet auf einem Raster statt, bei dem jeder Zug drei Aktionspunkte gewährt. Diese Punkte ermöglichen Bewegung über die Kacheln, einen Basisangriff oder das Ausspielen von Karten aus dem Deck. Die Karten erzeugen Effekte von direktem Schaden wie Feuerbällen bis hin zu Flächenkontrolle durch Erdbeben oder Verbündeten-Beschwörungen. Erfolgreiche Kombos können Räume effizient räumen. Decks starten meist bei etwa 40 Karten und wachsen weiter, wobei das Risiko besteht, während längerer Kämpfe ohne Sprüche dazustehen, wenn der Nachziehstapel leer ist.
Die Erkundung folgt dem klassischen Rogue-lite-Prinzip. Abenteurer betreten einen der verfügbaren Dungeons, durchqueren monsterbesetzte Räume, sammeln Beute und neue Karten und entscheiden, ob sie tiefer vordringen oder mit ihrer Ausbeute in die Stadt zurückkehren. Stirbt man ohne Rückzug, verliert man alle gesammelten Gegenstände - was jede Entscheidung mit Spannung auflädt. Zwischen den Runs dient die zentrale Stadt als Hub, in dem Booster-Packs geöffnet, Quests von NPCs angenommen und leichtere Aktivitäten wie Angeln zur Zeitvertreib oder für kleine Belohnungen genutzt werden können.
Sechs unterschiedliche Charaktere starten jeweils mit einem thematisch passenden Starter-Deck, das die frühen Strategien prägt. Im weiteren Verlauf lassen sich Karten jedoch frei über Archetypen hinweg kombinieren. Diese Flexibilität unterstützt unterschiedliche Spielstile - von aggressiven Power-Builds über experimentelle Combo-Setups bis hin zum vollständigen Sammeln aller Zauber.
Spielmodi
Im Kern dreht sich alles um Durchläufe durch sechs einzigartige Dungeons, die jeweils von anderen Monstertypen bevölkert sind. Diese erfordern gezielte Anpassungen am Deck und gezieltes Karten-Jagen. Über mehrere Besuche lernt man die gegnerischen Muster kennen und passt die Zauber entsprechend an, um auf tieferen Ebenen bessere Überlebenschancen zu haben.
Weitere Modi erweitern die taktischen Möglichkeiten. Der Tower-Modus bietet eine größere, anspruchsvollere Struktur für längere Herausforderungen. Arena-Puzzles testen den präzisen Karteneinsatz in isolierten Szenarien, während der Draft-Modus eine begrenzte Kartenauswahl für neue Deck-Experimente ermöglicht. Der Gauntlet stellt eine hochintensive Abfolge von Begegnungen dar, die die Belastbarkeit des Decks bis an seine Grenzen fordert.
Deck-Building und Fortschritt
Das Sammeln von Karten sorgt für langfristige Motivation. Hunderte Zauber stehen zur Verfügung, jede mit einer eigenen Machtstufe. Höherwertige Karten bieten oft stärkere oder vielseitigere Effekte. Spieler können nach optimierten Kombinationen für maximale Effizienz streben, ungewöhnliche Synergien testen oder das vollständige Set vervollständigen. Stadtaktivitäten wie das Öffnen von Boostern und Interaktionen mit NPCs liefern direkt neue Karten und Verbesserungen.
Der Tod hat echte Konsequenzen und beeinflusst die Risikobewertung. Die Rückkehr in die Stadt sichert den Fortschritt, doch ein tieferes Vordringen erhöht sowohl mögliche Belohnungen als auch das Risiko, alles zu verlieren. Diese Schleife fördert iterative Verbesserung - jeder Run, ob erfolgreich oder gescheitert, liefert Erkenntnisse für den nächsten Deckbau.
Lohnt sich das Spiel?
Dungeon Drafters richtet sich an Spieler, die rundenbasierte Taktik mit Rogue-like-Risiko und Kartensammeln verbinden möchten. Die überwiegend positive Resonanz auf Steam spiegelt die Wertschätzung für strategische Tiefe und die Vielfalt der Zauber-Interaktionen wider, auch wenn einige die hohe Schwierigkeit und repetitive Elemente der Kernschleife anmerken. Das Spiel erschien 2023 und ist als vollständiges Singleplayer-Erlebnis ohne saisonale Inhalte verfügbar.
Wer Freude an durchdachter Planung, dem Experimentieren mit Karten-Synergien und dem Ressourcen-Management über mehrere Runs hinweg hat, findet hier erheblichen Wiederspielwert. Die sechs Startcharaktere und die umfangreiche Kartenbibliothek bieten genug Abwechslung für Dutzende Stunden intensiven Deck-Buildings, während der Stadt-Hub eine zusätzliche Vorbereitungsebene schafft, die durchdachtes Planen vor jeder Expedition belohnt.