Everything ist ein Indie-Simulationsspiel mit RPG- und Casual-Elementen, das Spieler in die Rolle nahezu beliebiger Objekte in einem riesigen Universum versetzt. Von winzigen Lebewesen bis hin zu ganzen Galaxien lässt sich die Welt aus unterschiedlichsten Perspektiven erkunden - als Einzelspielererlebnis auf dem PC. Im Zentrum steht eine prozedurale, KI-gestützte Simulation, die natürliche Systeme abbildet, ohne klassische Ziele oder Punktesysteme.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die nahtlose Verwandlung und Erkundung. Spieler starten als eine Entität und können jederzeit in andere übergehen, wobei sie zwischen mikroskopischen Details und kosmischen Weiten wechseln. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes Gefüge, in dem Innen- und Außenräume ineinander übergehen. Die Simulation reagiert dynamisch auf Eingaben und ermöglicht organische Interaktionen, die aus den zugrunde liegenden Systemen entstehen, statt aus festgelegten Ereignissen.
Die Verwandlung bildet die zentrale Mechanik. Mit jedem Formwechsel entstehen neue, ineinander verschachtelte Welten. Wer die Kontrolle abgibt, überlässt die Simulation sich selbst - sie entwickelt sich weiter wie eine lebendige Dokumentation der Umgebung. Ohne vorgegebene Aufgaben ergibt sich der Spielverlauf aus der Neugier, verschiedene Perspektiven und Maßstäbe zu erproben.
Audio und Erzählung sind direkt in den Spielablauf eingebunden. Philosophische Kommentare begleiten Bilder und Handlungen und geben dem Thema der Verbundenheit einen reflektierenden Rahmen. Eine eigens komponierte Musik unterstützt die Atmosphäre und verstärkt das Gefühl von Größe und Präsenz bei Übergängen zwischen Objekten und Umgebungen.
Spielmodi
Everything bietet keine klassischen, benannten Spielmodi. Stattdessen handelt es sich um eine fortlaufende, offene Simulation, bei der der Spieler jederzeit entscheidet, wie stark er eingreift. Sowohl aktives Steuern durch Verwandlungen als auch passives Beobachten ohne Eingriff sind möglich.
Durch den Verzicht auf Ziele, Punkte oder Abschlussbedingungen entsteht ein einheitlicher Spielmodus, der sich allein durch die Eingaben des Spielers verändert. Die prozedurale Struktur sorgt dafür, dass Abwechslung aus den KI-Systemen selbst entsteht, statt aus auswählbaren Optionen oder separaten Szenarien.
Erkundung und Perspektive
Das Wechseln zwischen extrem unterschiedlichen Maßstäben bildet die zentrale Schleife. Spieler bewegen sich von tierischen Formen über Planeten bis hin zu kosmischen Strukturen und erleben, wie Systeme auf einer Ebene andere beeinflussen. Durch diese Übergänge offenbart sich das vernetzte Universum und zeigt Zusammenhänge vom Persönlichen bis zum Universellen.
Welterschaffung ergibt sich als Folge der Verwandlungen. Durch wiederholte Wechsel entstehen verschachtelte Welten, die ohne äußere Vorgaben an Komplexität gewinnen. Wer sich länger damit beschäftigt, entdeckt mit der Zeit emergente Muster in der Simulation.
Lohnt es sich?
Everything richtet sich an Spieler, die philosophisch geprägte Simulationserlebnisse und entspannte, zielfreie Erkundung suchen. Seine Stärke liegt in den einzigartigen Perspektivwechseln und der Art, wie die KI-gestützten Systeme Inhalte ohne klassischen Fortschritt erzeugen. Wer strukturierte Herausforderungen oder Wettbewerbselemente bevorzugt, könnte die offene Herangehensweise weniger ansprechend finden.
Die Kombination aus Verwandlungsmechanik, Maßstabswechseln und integrierter Erzählung ergibt eine eigenständige Einzelspieler-Erfahrung auf dem PC. Das Spiel ist als abgeschlossenes Erlebnis verfügbar, ohne Abhängigkeit von saisonalen Inhalten oder regelmäßigen Updates. Wer sich für kontemplative, systemorientierte Simulationen interessiert, wird die Tiefe bei wiederholtem Beobachten und Interagieren wahrscheinlich schätzen.