Going Under ist ein actionlastiges Indie-Roguelite-Dungeon-Crawler, der die Welt der Tech-Start-ups satirisch auf die Schippe nimmt. Spieler übernehmen die Rolle der unbezahlten Praktikantin Jackie, die in die verfluchten Ruinen gescheiterter Firmen unter der Stadt Neo-Cascadia hinabsteigt. Der zentrale Spielablauf besteht aus wiederholten Durchläufen durch prozedural generierte Dungeons, in denen Büroartikel und Alltagsgegenstände als Waffen gegen verfluchte Angestellte dienen, die zu Monstern mutiert sind.
Gameplay
Der Kampf setzt auf Flexibilität und Ressourcenmanagement. Nahezu jedes Objekt in der Umgebung lässt sich als Waffe einsetzen - von Laptops über Besen bis hin zu Body-Pillows. Diese improvisierten Hilfsmittel erlauben leichte und schwere Angriffe, bevor sie zerbrechen und zum ständigen Wechsel zwingen. Feste Waffen existieren ebenfalls, unterliegen aber derselben Haltbarkeitsgrenze. Die Räume verbinden sich in zufälligen Layouts und sind mit Gegnern bevölkert, die auf gescheiterte Geschäftsmodelle wie Gig-Economy, Dating-Apps oder Kryptowährungen anspielen.
Das Fortschrittssystem dreht sich um ein Meta-Skill-System. Neue Fähigkeiten werden während der Läufe entdeckt und lassen sich dauerhaft freischalten, indem man sie im hauseigenen Café trainiert. Häufige Nutzung einer Fertigkeit führt zu einer Empfehlung, wodurch sie künftigen Expeditionen von Anfang an zur Verfügung steht. Kombinationen solcher empfohlenen Skills erzeugen starke Synergien über mehrere Durchläufe hinweg. Nebenbei können Spieler Aufgaben für Kollegen erledigen, um Ansehen zu sammeln und Boni freizuschalten, während Händler und ein Fluchhändler temporäre Vorteile gegen einen Preis anbieten.
Game Modes
Im Mittelpunkt steht der Einzelspieler-Modus mit Roguelite-Durchläufen durch drei thematisch unterschiedliche Start-up-Dungeons. Jeder Run dauert etwa dreißig Minuten und bietet zufällig generierte Räume, Gegnerplatzierungen und Item-Spawns. Ziel ist es, den Gründer am Ende des Dungeons zu besiegen und mit einem Relikt zurückzukehren, das das Mutterunternehmen stärkt.
Ein in einem späteren Update hinzugefügter Hard Mode verändert die Dungeons mit erhöhter Schwierigkeit und neuen Layouts. Diese Variante richtet sich an erfahrene Spieler, die bereits die Basissysteme und das Skill-Pool beherrschen. Kooperative oder kompetitive Mehrspieler-Optionen gibt es nicht.
Story and Progression
Die Geschichte entfaltet sich durch Erkundung und Charakterinteraktionen. Jackie arbeitet für Fizzle, ein Startup für kohlensäurehaltige Getränke, das zum größeren Cubicle-Konzern mit seinen Lieferdrohnen gehört. Indem sie Dungeons räumt und Kollegenaufgaben erledigt, decken Spieler die Hintergründe der Firmenstruktur und den Ursprung der verfluchten Ruinen auf. Bei Boss-Kämpfen treten sie gegen die Gründer der gescheiterten Start-ups an, deren Relikte nach der Rückkehr an die Oberfläche dauerhafte Upgrades gewähren.
Charakterbeziehungen vertiefen sich mit jedem weiteren Durchlauf. Freigeschaltete Boni von Kollegen enthüllen mehr über Neo-Cascadia und die umfassende Unternehmenswelt. Die Satire richtet sich gegen die Belastungen der Gig-Economy, überzogene Risikokapitalinvestitionen und Abo-Modelle, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.
Is It Worth Playing?
Going Under spricht Spieler an, die Roguelite-Dungeon-Crawler mit starkem Humor und experimentellem Kampfsystem schätzen. Das flexible Waffensystem und die Skill-Empfehlungsmechanik belohnen Experimentierfreude und mehrmalige Versuche. Kritiken heben vor allem das scharfe Schreiben und den unverwechselbaren Art-Style hervor, die auch nach mehreren Durchläufen für Abwechslung sorgen.
Das Spiel erschien 2020 und erhielt nachträglich den Working From Home-Update, der neue Waffen, Outfits, Schauplätze und den Hard Mode hinzufügte. Weitere größere Season- oder Erweiterungsinhalte folgten nicht, sodass das Spiel in einem abgeschlossenen, aber statischen Zustand verbleibt. Es ist als Einmalkauf für den PC erhältlich und enthält keine laufenden Live-Service-Elemente.
- Fans satirischer Indie-Actionspiele schätzen die durchgängige Kritik an der Start-up-Kultur, die in jedes System eingewoben ist.
- Spieler, die tiefgehende Roguelite-Fortschritte durch Skills und Meta-Upgrades suchen, finden langfristige Ziele.
- Wer kooperatives Spiel oder regelmäßige Content-Updates bevorzugt, sollte sich anderweitig umsehen.
Insgesamt bietet der Titel ein kompaktes, in sich geschlossenes Erlebnis, das durch thematische Konsistenz und originelles Kampfsystem besticht - weniger durch Umfang oder fortlaufende Unterstützung.