Grotesque Tactics 2 Dungeons and Donuts ist ein strategisches Indie-RPG-Adventure in einer überdrehten Fantasy-Welt. Als Gildenmeister erkundet man die Katakomben, nachdem ein mysteriöser Nebel die meisten Bewohner dahingerafft hat. Die verbliebenen Gruppen müssen zusammenarbeiten, während im Untergrund dunkle Mächte erwachen.
Gameplay
Im Zentrum steht eine Mischung aus Story-Fortschritt, Ressourcenmanagement und taktischen Kämpfen. In der knappen Umgebung dient Essen als wichtigste Währung: Spieler sammeln Zutaten, bereiten Gerichte wie Hippie-Fraß oder Spinnen-Salami zu und nutzen sie, um Überlebende anzuwerben oder die Loyalität der Gruppe zu sichern. Gilden-Ansehen und Goldgewinn beeinflussen den langfristigen Erfolg, während Talentbäume nach wichtigen Meilensteinen individuelle Spezialisierungen ermöglichen.
Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, doch die gesamte Gruppe lässt sich gleichzeitig steuern. Interne Konflikte müssen im Zaum gehalten werden, damit sich die Mitglieder nicht gegenseitig attackieren. Positionierung und Fähigkeitseinsatz auf einem gitterbasierten Spielfeld stehen im Vordergrund, wenn es gegen Bosse und Dungeongegner geht.
Dialogsequenzen enthalten Point-and-Click-ähnliche Rätsel und liefern ironische Kommentare zu gängigen RPG-Klischees sowie Anspielungen auf Oblivion, Gothic und Der Herr der Ringe. Entscheidungen in diesen Gesprächen wirken sich auf Allianzen und den weiteren Verlauf aus.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht eine Einzelspieler-Kampagne, die auf Gildenaufbau und Überleben in den Katakomben ausgerichtet ist. Zu Beginn wählt man eine von drei Fraktionen: die Hochelfen, die Söldnergilde oder das Königreich des Ruhms. Diese Wahl bestimmt die verfügbaren Story-Zweige und führt je nach Entscheidungen zu unterschiedlichen Enden.
Schwierigkeitsstufen passen die Herausforderung an verschiedene Spielerfahrungen an, indem sie Gegnerverhalten und Ressourcenknappheit verändern, ohne die grundlegende Struktur aus Erkundung, Rekrutierung und Kampf zu beeinflussen. Separate Multiplayer- oder Wettkampfmodi gibt es nicht.
Handlung und Fraktionen
Die Geschichte beginnt mit Feierlichkeiten im Königreich des Ruhms nach dem Sieg über die Dunkle Kirche. Ein plötzlicher Nebel erfasst die Bewohner in den Katakomben. Die Überlebenden gründen Gilden, während die Vorräte schwinden und interne Rivalitäten gegen neue Bedrohungen abgewogen werden müssen. Jede Fraktion bringt eigene Charaktere und Sichtweisen mit: die Hochelfen mit ihrer Arroganz, die Söldner mit dubiosen Geschäften und die Ritter mit heldenhaften Allüren.
Das Gruppenmanagement reicht über die Kämpfe hinaus in soziale Dynamiken hinein. Der Gildenmeister muss Streitigkeiten schlichten, damit die Truppe funktionsfähig bleibt. Kochen und Essensverteilung dienen direkt dazu, neue Verbündete zu gewinnen und die Gruppe während langer Aufenthalte unter Tage zu versorgen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Steam-Bewertungen fallen gemischt aus: 52 Prozent positiv bei 176 Rezensionen. Das Spiel spricht Fans humorvoller RPG-Parodien an, die simultane Gruppensteuerung in rundenbasierten Kämpfen und fraktionsbasierte Entscheidungen mit unterschiedlichen Enden schätzen. Es eignet sich für Spieler, die ältere Indie-Strategie-RPGs mit Ressourcenknappheit, Talentfortschritt und leichten Dialogrätseln mögen.
Wer moderne Produktionswerte oder umfangreichen Support nach dem Release sucht, wird die 2011er-Veröffentlichung in Präsentation und Systemen als veraltet empfinden. Das Spiel belohnt Geduld mit seinem satirischen Ton und den Gilden-Aufbauelementen für Kenner des Genres.