Leviathan: The Last Day of the Decade ist ein Indie-Adventure, das Visual-Novel-Erzählung mit Point-and-Click-Elementen in einer düsteren Fantasy-Welt verbindet. Spieler schlüpfen in die Rolle eines jungen Mannes, der den Mord an seiner Mutter aufklärt - in einer Gesellschaft, die von fünf Adelsfamilien unter der Herrschaft eines untoten Seuchenkönigs dominiert wird. Eine Pandemie hat den Alltag und die Machtverhältnisse grundlegend verändert. Die Geschichte erstreckt sich über fünf Episoden, in denen Hinweise, Beziehungen und verborgene Geheimnisse nach und nach ans Licht kommen.
Gameplay
Im Zentrum steht das Zusammenspiel aus Erkundung und logischem Kombinieren. Spieler bewegen sich durch Straßen und Adelspaläste, untersuchen Gegenstände und sammeln sie im Inventar. Diese Objekte lassen sich gezielt einsetzen, um die Handlung voranzutreiben - die Rätsel bleiben dabei überschaubar und verzichten auf komplizierte Mechaniken. Eine Hotspot-Hervorhebung erleichtert die Suche und lenkt den Fokus auf die Geschichte.
Dialogentscheidungen prägen einen großen Teil des Spielgefühls. Sie beeinflussen Beziehungen, decken neue Informationen auf und können den weiteren Verlauf verändern. Romantische Optionen schaffen persönliche Spannung, während Begegnungen mit Dämonen aus anderen Sphären übernatürliche Bedrohungen ins Spiel bringen. Die animierten 2D-Grafiken sorgen für fließende Szenen, die wichtige Momente der Ermittlung besonders hervorheben.
Das Inventar bleibt übersichtlich und unterstützt den Detektiv-Aspekt, ohne ständiges Zurücklaufen oder komplexe Kombinationen zu verlangen. Gefundene Beweisstücke lassen sich genauer betrachten und verknüpfen Alltagsgegenstände mit den Intrigen der Adelsfamilien und des Seuchenkönigs.
Spielmodi
Das Spiel ist rein singleplayerbasiert und bietet keine Mehrspieler-Optionen. Der Fortschritt folgt einer linearen Episodenstruktur, die nacheinander absolviert wird. Jede Episode erzählt einen Abschnitt der übergeordneten Mordermittlung und integriert Nebenhandlungen wie gesellschaftliche Begegnungen und Einblicke in die Macht der Aristokratie.
Dialog- und moralische Entscheidungen eröffnen Verzweigungen, doch die Erfahrung bleibt stark narrativ geprägt. Es gibt keine separaten Schwierigkeitsstufen oder alternative Spielweisen - der Fokus liegt auf der Aufklärung des Verbrechens und den persönlichen Verstrickungen des Protagonisten.
Handlung und Setting
Die Welt vereint politische Intrigen mit übernatürlichen Bedrohungen. Fünf Adelsfamilien regieren unter dem Seuchenkönig und schaffen ein Netz aus Korruption und Loyalitätskonflikten. Die Pandemie prägt das soziale Gefüge und zwingt die Figuren zu schwierigen Entscheidungen zwischen Überleben und Moral.
Geheimnisse aus der Vergangenheit werden über die Episoden hinweg enthüllt. Die frühen Kapitel etablieren den Rachefeldzug des Protagonisten, während spätere Teile seine Verbindung zum Täter und die größeren Machtkämpfe vertiefen. Dämonen treten als destabilisierende Kräfte auf und erhöhen den Druck auf die Ermittlung.
Lohnt sich das Spiel?
Spieler, die storylastige Adventures mit Detektiv-Elementen und Visual-Novel-Dialogen schätzen, finden hier eine geschlossene Erfahrung. Die fünf Episoden erzählen eine in sich abgeschlossene Geschichte mit klarem Fokus auf Charaktermotivationen und Weltendetails. Die Resonanz ist vor allem bei Fans atmosphärischer Narrative und leichter Rätselintegration positiv.
Wer actionbetonte Spiele oder umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten sucht, wird das gemächliche Tempo als bewusst wahrnehmen. Das Spiel richtet sich an Liebhaber dunkler Fantasy-Welten, in denen Romantik, Verrat und Ermittlung miteinander verschmelzen. Das episodische Format bietet natürliche Einschnitte, doch erst das vollständige Durchspielen liefert die Auflösung des zentralen Mordfalls.