Necromunda: Underhive Wars ist ein taktisches Rollenspiel im Warhammer-40.000-Universum. Spieler übernehmen die Führung rivalisierender Gangs und kämpfen sich durch die verseuchten Tunnel und gefährlichen Anlagen des Underhive auf dem Planeten Necromunda. Im Mittelpunkt steht der Aufbau und die Weiterentwicklung einer kleinen Truppe von Kämpfern, die in rundenbasierten Gefechten positioniert, Ressourcen verwaltet und an die Umgebung angepasst werden.
Gameplay
Im Zentrum steht die Anpassung und Entwicklung der Truppe. Zu Beginn wählen Spieler eine von drei Grund-Gangs aus und rekrutieren Mitglieder, die über Skillbäume und Ausrüstung spezialisiert werden. Jeder Kämpfer sammelt Erfahrung über mehrere Gefechte hinweg, schaltet neue Fähigkeiten frei und trägt zugleich bleibende Verletzungen davon, die sich auf spätere Einsätze auswirken. Beute aus besiegten Gegnern oder Missionsbelohnungen fließt direkt in Verbesserungen, sodass Gangs ihren Schwerpunkt zwischen Fernkampf, Nahkampf oder Unterstützung verlagern können.
Die Kämpfe finden auf mehrstöckigen Karten mit Laufstegen, Deckung und vertikaler Ausdehnung statt. Jeder Kämpfer verfügt pro Runde über Aktions- und Bewegungspunkte, um sich neu zu positionieren, Waffen abzufeuern, Fallen zu legen oder mit der Umgebung zu interagieren. Das Gelände ist entscheidend: Höhen bieten bessere Sichtlinien, enge Gänge zwingen Gegner in den Nahkampf. Zielbasierte Szenarien sorgen für Abwechslung, indem sie die Kontrolle über Schlüsselpositionen oder das Erfüllen von Nebenzielen neben der Eliminierung von Feinden verlangen. Das System belohnt sorgfältige Planung statt roher Gewalt, da übermäßiges Vorgehen oft teure Verluste mit sich bringt, die in Folgekämpfen nachwirken.
Spielmodi
Drei unterschiedliche Modi strukturieren das Spiel. Die Story-Kampagne führt über fünfzehn Kapitel hinweg durch eine feste Abfolge von Missionen, die die Grundmechaniken vermitteln und gleichzeitig eine Geschichte um Gang-Rivalitäten erzählen. Operations dient als zentrale Fortschrittsstation: Hier bauen und pflegen Spieler eine dauerhafte Gang, verwalten Verletzungen und absolvieren wiederholbare Kämpfe gegen KI-Gegner, um Ressourcen zu verdienen und Kämpfer langfristig zu verbessern.
Multiplayer- und Scharmützel-Optionen ermöglichen direkte Duelle oder Übungseinheiten gegen andere Spieler und die KI. In Operations entwickelte Gangs können in diese Matches übernommen werden und verbinden so den Solo-Fortschritt mit dem kompetitiven Spiel. Alle Modi nutzen dieselben Ziel-Szenarien, sodass jedes Gefecht neue taktische Herausforderungen bietet und nicht auf reine Eliminierung hinausläuft. Bis zu vier Teilnehmer können online an Gang-Kämpfen teilnehmen, wobei Koordination und die Nutzung der dystopischen Umgebung im Vordergrund stehen.
Fraktionen und Fortschritt
Die drei verfügbaren Gangs unterscheiden sich in Optik und Spielstil. Escher-Kämpfer setzen auf Beweglichkeit und Spezialwaffen, Goliaths auf rohe Kraft und Widerstandsfähigkeit, während Orlocks auf vielseitige Feuerkraft und Robustheit ausgerichtet sind. Fünf Grundklassen erweitern die Spezialisierungsmöglichkeiten und erlauben Rollen wie Anführer, Schütze oder Nahkämpfer innerhalb jeder Gang.
Der Fortschritt geht über einzelne Missionen hinaus durch Skill-Erwerb und Ausrüstungsbeute. Kämpfer verbessern sich über wiederholte Einsätze, doch das Risiko bleibender Rückschläge durch Verletzungen erfordert ständige Truppenverwaltung. Diese Schleife fördert das Ausprobieren verschiedener Ausrüstungen und Strategien, während die Gang über mehrere Sitzungen hinweg stärker wird.
Lohnt sich das Spiel?
Necromunda: Underhive Wars erschien 2020 und ist weiterhin auf dem PC erhältlich. Die Nutzerbewertungen auf der Hauptplattform liegen im mittleren Bereich, mit etwa 55 Prozent positiven Bewertungen aus über zweitausend Abgaben. Das Spiel spricht vor allem Spieler an, die rundenbasierten taktischen Kampf mit Elementen des Gang-Aufbaus verbinden möchten, ähnlich anderen Truppen-Management-Strategiespielen.
Wer Wert auf tiefgehende Anpassung, dauerhaften Fortschritt und gefechtsorientiertes Gameplay in einem düsteren Science-Fiction-Setting legt, wird die Systeme als lohnend empfinden. Die Kampagne bietet einen geführten Einstieg, während Operations und Multiplayer durch wiederholbare Inhalte für zusätzliche Spielzeit sorgen. Spieler, die ein schnelleres Tempo bevorzugen oder weniger an überlegtem Vorgehen interessiert sind, könnten die Rundenstruktur und Verletzungsverwaltung als weniger ansprechend empfinden. Für Fans der Necromunda-Brettspielvorlage oder des Warhammer-40.000-Lores bleibt das Spiel eine solide Wahl, wenn sie eine digitale Umsetzung kleiner Gang-Kriege suchen.