Pillars of Eternity II: Deadfire ist ein klassisches Einzelspieler-Rollenspiel, in dem Spieler ein Schiff durch den Deadfire-Archipel steuern. Das Spiel greift auf bewährte Fantasy-RPG-Traditionen zurück und kombiniert Echtzeit-Kampf mit taktischen Pausen, umfangreiche Charakterentwicklung und eine Geschichte, die sich durch Entscheidungen der Spieler auf Inseln und offener See entfaltet.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Erkundung einer handgefertigten Welt - zu Fuß oder per Schiff. Spieler erstellen einen eigenen Protagonisten und rekrutieren Gefährten, mit denen sie Kämpfe, Dialoge und Quests bewältigen. Die Charakterentwicklung bietet mehrere Klassen, die sich durch Multiclassing kombinieren lassen, sowie Unterklassen, die Fähigkeiten und Spielstile prägen. Kämpfe laufen in Echtzeit ab, können aber jederzeit pausiert werden, um Positionen, Zauber und Angriffe gegen unterschiedliche Gegner an Land oder auf See zu koordinieren.
Das Schiffssystem erweitert das Spiel um eine weitere Ebene. Das Schiff fungiert als mobile Basis und lässt sich in Rumpf, Segeln und Bewaffnung aufrüsten. Die Crew erlernt durch Aufträge neue Fertigkeiten, während Spieler Ressourcen für Stürme, Piratenangriffe oder Handelsrouten einteilen. Diese Mechaniken sind eng mit der Erkundung verknüpft: Besser ausgerüstete Schiffe eröffnen sicherere Wege zu entlegenen Inseln mit neuen Orten, Bewohnern und Nebenaktivitäten.
Die Beziehungen zu den Gefährten werden durch ein eigenes System gesteuert, das Beziehungen verfolgt und situationsabhängige Dialoge auslöst. Bis zu vier von sieben verfügbaren Begleitern können gleichzeitig in der Gruppe sein. Jeder bringt vorgefertigte Klassenoptionen mit, die sich für Einzel- oder Multiclass-Builds nutzen lassen. Dadurch entstehen vielfältige Gruppenkonstellationen, während die Reaktionen der Gefährten auf Ereignisse die Erzählung konsistent halten.
Spielmodi
Das Spiel ist ausschließlich für den Einzelspieler konzipiert. Die Hauptgeschichte verläuft als durchgehende Kampagne, in der Spieler ihren eigenen Kurs durch den Archipel bestimmen und Haupt- sowie Nebenquests in eigenem Tempo abschließen. Standardmäßig läuft der Kampf in Echtzeit mit Pausen, doch ein kostenloses Update hat einen vollständigen Rundenmodus hinzugefügt, der sich jederzeit für einzelne Begegnungen aktivieren lässt.
Es gibt keine separaten Mehrspieler- oder Wettbewerbsmodi. Schwierigkeitsstufen und optionale Herausforderungen wie der in einem späteren Patch eingeführte Magran's-Fires-Modus passen Gegnerstärke und Ressourcenverwaltung innerhalb des Einzelspieler-Rahmens an. Diese Optionen ermöglichen eine individuelle Anpassung, ohne das grundlegende Spielprinzip zu verändern.
Erkundung und Anpassung
Die Freiheit der Bewegung prägt das Reisen. Spieler legen Routen auf der Weltkarte fest, legen in Häfen an oder segeln in unbekannte Gewässer. Jede Insel bietet eigene Umgebungen - von tropischen Siedlungen bis zu alten Ruinen -, in denen Dialogentscheidungen und Fertigkeitsproben den Verlauf beeinflussen. Im Vordergrund stehen bedeutsame Entscheidungen, die sich auf die Loyalität der Gefährten, das Ansehen bei Fraktionen und die verfügbaren Wege auswirken.
Die Anpassung geht über den Protagonisten hinaus. Spieler weisen Gefährten Fähigkeiten, Ausrüstung und Rollen zu und trainieren die Schiffscrew. Inventar- und Handwerkssysteme unterstützen unterschiedliche Builds und belohnen die Vorbereitung auf verschiedene Kampfszenarien an Land oder auf See. Diese Tiefe spricht Spieler an, die gerne Gruppen-Synergien planen und sich auf neue Herausforderungen einstellen.
Lohnt sich das Spiel?
Pillars of Eternity II: Deadfire bietet ein abgeschlossenes Einzelspieler-Rollenspiel ohne Live-Service-Elemente oder saisonale Inhalte. Das letzte große Update erschien 2019 und hinterließ ein poliertes Spiel mit Fokus auf Geschichte, Erkundung und taktischem Kampf. Die Einführung des Rundenmodus und erweiterter Multiclass-Optionen ging auf häufige Rückmeldungen zur Serie ein.
Das Spiel richtet sich vor allem an Spieler, die detaillierte Charaktersysteme, gefährtengestützte Erzählungen und offene Erkundung schätzen. Wer Ressourcenverwaltung auf Land und See genießt, wird die Schiffsmechaniken und Gruppeninteraktionen als lohnend empfinden. Die Rezeption hebt vor allem die verbesserte Klassenflexibilität und die Reaktionsfähigkeit der Welt gegenüber dem Vorgänger hervor und macht Deadfire zu einer starken Wahl für Fans klassischer Rollenspiele, die eine in sich abgeschlossene Geschichte suchen.
Die Verfügbarkeit auf dem PC spricht sowohl neue Spieler als auch Rückkehrer an, die den Rundenmodus oder höhere Schwierigkeitsstufen ausprobieren möchten. Da keine Pflicht-Updates oder zusätzlichen Käufe über das Grundspiel hinaus erforderlich sind, bleibt der Fokus auf der Hauptkampagne und ihren optionalen Herausforderungen.