Rise of the Third Power ist ein Singleplayer-Indie-Action-RPG, das japanische und westliche Rollenspieltraditionen zu einem stimmigen Gesamterlebnis auf dem PC vereint. Spieler steuern eine Gruppe von acht Charakteren, die sich auf eine gefährliche Mission gegen das Arkadyanische Imperium begeben - in einer Welt, die sich noch immer vom Großen Krieg erholt.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen Erkundung, dialoggetriebene Handlungsfortschritte und strategisch angelegte Kämpfe, bei denen taktisches Vorgehen wichtiger ist als Level-Grinding. Acht unterschiedliche Charaktere stoßen zur Gruppe, jeder mit eigenen Fähigkeiten, Persönlichkeiten und Schwächen, die sowohl die Geschichte als auch die Kämpfe beeinflussen. Die Echtzeit-Schlachten laufen mit allen Mitgliedern gleichzeitig ab; Spieler müssen die Gruppe positionieren, Fertigkeiten kombinieren und sich an gegnerische Muster anpassen, ohne Charaktere während des Kampfes austauschen zu können.
Auch das Ausrüstungssystem weicht von gängigen RPGs ab. Jedes erhaltene Item - ob gekauft, gefunden oder anderweitig erworben - bleibt dauerhaft beim Besitzer und bildet die Grundlage für Verbesserungen. Jeder Charakter verfügt über zwei Waffenplätze, einen Accessoire-Slot und zehn weitere Plätze für handgefertigte Upgrades. Insgesamt gibt es achtzig herstellbare Verbesserungen, die zum Erkunden und zum sorgsamen Ressourcenmanagement anregen, ohne dass der übliche Inventarwechsel von alten gegen neue Beute nötig wird.
Automatische Speicherfunktionen reduzieren Frust bei längeren Sessions, während das Gesamtdesign humorvolle Dialoge, dramatische Konfrontationen und tragische Momente miteinander verbindet. Politisches Taktieren spielt dabei eine ständige Rolle, da die Gruppe zwischen Allianzen und Verrat in den vom Krieg geschwächten Nationen navigiert.
Spielmodi
Rise of the Third Power bietet eine einzige durchgehende Kampagne ohne separate Multiplayer-Optionen oder zusätzliche Modi. Das Erlebnis entfaltet sich als eine zusammenhängende Geschichte, die offene Erkundung der Welt Rin mit festen Ereignissen, Nebenaufgaben und eskalierenden Konflikten rund um das Hauptziel - die Verhinderung eines erneuten Weltkriegs durch Kaiser Dimitri Noraskov - verbindet.
Der Fortschritt folgt einem linearen Pfad, der durch charakterbezogene Quests und Gelegenheiten zum Sammeln von Upgrades unterbrochen wird. Vor Kämpfen lassen sich Formationen anpassen und gegnerische Fähigkeiten analysieren; die Struktur bleibt jedoch auf die zentrale Handlung ausgerichtet und verzweigt sich nicht in kompetitive oder kooperative Spielweisen.
Handlung und Setting
Fünfzehn Jahre nach dem Ende des Großen Kriegs im Jahr 1587 teilen sich Cirinthia und die Republik Tariq die Macht. Dimitri Noraskov hat in Arkadya einen als schwach empfundenen König gestürzt, verlorene Gebiete zurückerobert und Truppen aufgestellt - im Widerspruch zum Vertrag von Evenheart. Die achtköpfige Spielergruppe begibt sich in dieses angespannte Umfeld auf eine Mission, die fast einem Selbstmordkommando gleichkommt, und muss dabei Intrigen und wechselnde Loyalitäten meistern, um einen neuen globalen Konflikt zu verhindern.
Jeder Begleiter verfolgt eigene Ziele, die sich mit der größeren politischen Lage überschneiden. Humorvolle Dialoge wechseln sich mit dramatischen und verlustreichen Momenten ab, während die Ereignisse über mehrere Regionen und Fraktionen führen, die noch immer unter den Folgen des früheren Kriegs leiden.
Lohnt sich das Spiel?
Spieler, die retro-anmutende RPGs mit modernen Komfortfunktionen schätzen, finden hier ein passendes Angebot. Das eigene Kampfsystem belohnt sorgfältige Gruppenzusammenstellung und Beobachtung, während das dauerhafte Upgrade-System den üblichen Inventaraufwand reduziert. Kritiken loben durchweg die Charakterdarstellung, die klare Handlungsführung und die Mischung aus Humor und ernsten Themen.
Das Spiel erschien 2022 als abgeschlossenes Singleplayer-Titel ohne laufende saisonale Inhalte oder größere Nachfolge-Updates. Zum günstigen Preis eignet es sich für alle, die eine fokussierte, storygetriebene Reise suchen, statt endlose Endgame-Schleifen oder Multiplayer-Elemente. Wer politische Intrigen, einprägsame Begleiter und taktisches Kämpfen ohne übermäßige Verwaltung mag, wird die komplette Kampagne wahrscheinlich zu schätzen wissen.