SCP: Secret Files ist ein Indie-Adventure, das im Universum der SCP Foundation angesiedelt ist und sich um deren Sammlung anomaler Wesen und Phänomene dreht. Die Spieler übernehmen die Rolle des jungen Forschers Karl, der als Neuzugang der Organisation zunächst nur geheime Unterlagen ordnen soll - doch schon bald gerät seine Wahrnehmung der Realität durch die Akten, mit denen er arbeitet, ins Wanken.
Gameplay
Im Mittelpunkt steht die Arbeit in den Archiven der Foundation: Spieler sichten und sortieren streng geheime Dokumente und Artefakte. Diese Routineaufgaben bilden den Einstieg in die einzelnen Fälle. Sobald eine Akte geöffnet wird, wechselt das Spiel in eigenständige Erzählsequenzen, die das jeweilige Anomalie-Phänomen durch interaktive Abschnitte erlebbar machen. Die Darstellung wechselt dabei zwischen klassischen Ermittlungsszenarien in einem Wasserkraftwerk, märchenhaften Erzählformen und stilisierten Retro-Umgebungen. Mit jeder weiteren Begegnung beeinflusst der mentale Zustand des Protagonisten das Geschehen und verändert sowohl Wahrnehmung als auch Entscheidungen innerhalb der Geschichten.
Die Mechaniken bleiben stets an die Aktenarbeit geknüpft, während jede Sequenz eigene Interaktionen und Begegnungen mit Nebenfiguren einführt. Der Fokus liegt auf Entdeckung und Konsequenz statt auf umfangreichen Systemen oder Fortschrittsbäumen.
Spielmodi
SCP: Secret Files ist ein rein einzelspielerbasiertes Narrative-Erlebnis ohne Multiplayer- oder Wettbewerbsmodi. Der Inhalt wird über mehrere eigenständige Kapitel vermittelt, die jeweils als in sich geschlossene Geschichten mit eigenem Ton, visueller Gestaltung und spezifischen Mechaniken funktionieren. Diese Kapitel sind über die zentrale Rolle des Archivars miteinander verbunden, unterscheiden sich jedoch deutlich in Stil und Tempo - ein Anthologie-Format, das zwischen Horror, leichteren Tönen und experimentellen Präsentationen wechselt.
Ohne klassische Spielmodi richtet sich der Fokus ganz auf die sequenzielle Aktenarbeit und die schrittweise Auswirkung auf die Psyche des Protagonisten über den gesamten Fallverlauf hinweg.
Das SCP-Foundation-Setting
Das Spiel greift direkt auf das umfangreiche SCP-Universum zurück, in dem eine weltweite Organisation darauf spezialisiert ist, Bedrohungen zu sichern, einzudämmen und zu schützen - von empfindungsfähigen Objekten bis hin zu realitätsverändernden Entitäten. Die Geschichten behandeln Themen wie Horror, Science-Fiction und das Unbekannte anhand konkreter Anomalien, denen die Spieler während der Aktenarbeit begegnen. Jeder Fall führt neue Charaktere und Situationen ein, bleibt jedoch stets im klinischen, aber stets prekären Rahmen der Foundation verankert.
Dieses Setting bildet den Hintergrund für Karls Auftrag und die zunehmenden Auswirkungen auf seine geistige Stabilität und sorgt für einen einheitlichen organisatorischen Kontext über die unterschiedlichen Sequenzen hinweg.
Lohnt sich das Spiel?
SCP: Secret Files richtet sich vor allem an Spieler, die bereits mit dem SCP-Universum vertraut sind oder eine kompakte, geschichtengetriebene Adventure-Erfahrung suchen, die mehrere Anomaliefälle ohne Vorkenntnisse präsentiert. Die Anthologie-Struktur bietet mehrere Stunden Spielzeit mit wechselnden Präsentationsformen, die Wiederholungseffekte über die Haupthandlung hinweg vermeiden. Fans loben vor allem die kreative Vielfalt der Kapitel und die Atmosphäre, während einige die begrenzte Interaktionstiefe und die insgesamt kurze Spielzeit anmerken.
Nach dem Release gibt es nur begrenzten Support; saisonale Inhalte oder größere Erweiterungen sind derzeit nicht angekündigt. Wer narrative Indie-Adventures mit Schwerpunkt auf Mystery und psychologischen Elementen schätzt, wird hier am meisten finden - besonders, wenn das SCP-Setting zusagt. Spieler, die tiefere Mechaniken oder längere Spielzeiten suchen, könnten das Erlebnis hingegen als zu begrenzt empfinden.