Ship Simulator: Maritime Search and Rescue ist ein Einzelspieler-Action-Simulationsspiel auf hoher See. Spieler übernehmen das Kommando über leistungsstarke Rettungsschiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und führen Einsätze in realistischen Meeresgebieten auf dem PC durch. Im Mittelpunkt steht die Steuerung großer Bergungskreuzer unter anspruchsvollen Bedingungen, bei der die Koordination mit der Crew und externen Leitstellen für Rettungs- und Bergungsaufgaben entscheidend ist.
Gameplay
Im Kern geht es darum, die Bergungskreuzer Hermann Marwede und Harro Koebke in offenen Gewässern zu manövrieren. Die Bewegung erfolgt in der Egoperspektive, wobei man sich frei auf den Decks und der Brücke bewegen kann. Verschiedene Außen- und Innenkameras ermöglichen es, das Schiff aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beobachten. Die Steuerung reicht von vereinfachten Optionen bis hin zu realistischen Modi, die Schiffsdynamik und Umwelteinflüsse berücksichtigen.
Wetter und Seegang ändern sich in Echtzeit je nach Tageszeit, Missionsfortschritt und Schiffbewegung. Spieler erleben strahlenden Sonnenschein, dichten Nebel, Dämmerung und schwere Stürme mit entsprechenden Wellenmustern und Windeffekten. Die Navigation erfolgt über Seekarten unter Berücksichtigung von Gezeiten und der Aufgaben eines Einsatzleiters vor Ort. Die Funkkommunikation mit der Seenotleitung ist fester Bestandteil des Arbeitsablaufs und liefert laufend Updates und Anweisungen.
Die Crew-Interaktion sorgt für zusätzliche Tiefe: Bis zu dreißig Haupt- und Nebenfiguren mit synchronisierten Dialogen und individuellen Hintergrundgeschichten begleiten die Spieler während der Einsätze und vermitteln das Gefühl, Teil eines eingespielten Teams auf langen Fahrten zu sein.
Spielmodi
Das Spiel gliedert seinen Inhalt in zwei Hauptszenarien in Nord- und Ostsee. Jedes Szenario besteht aus Missionsfolgen, die in Phasen unterteilt sind und durch verbundene Handlungselemente sowie Kontinuität zwischen den Aufgaben geprägt sind. Die Missionen entwickeln sich als Ketten von Teilzielen, bei denen Spieler je nach Lageentwicklung zwischen verschiedenen Rettungsprioritäten wechseln müssen.
Zu den Aktivitäten gehören die Suche nach Personen im Wasser, die Unterstützung havarierter Schiffe, das Abpumpen von Wasser aus überfluteten Rümpfen, das Schleppen beschädigter Schiffe zu sicheren Liegeplätzen sowie die Brandbekämpfung auf See. Insgesamt stehen zwanzig Missionen in den beiden Regionen zur Verfügung. Es gibt keinen separaten Freispiel- oder Sandbox-Modus; der Fortschritt folgt den Missionssequenzen in jedem Szenario.
Simulationsmerkmale
Die Umgebungsrealismus erstreckt sich auf das Verhalten von Wasser, Wellen und Wettersystemen, die direkt auf laufende Operationen und äußere Einflüsse reagieren. Spieler müssen praktische Herausforderungen bewältigen, etwa das Aussetzen kleinerer Boote für Nahbereichsrettungen oder den Umgang mit Bergungsgerät bei wechselnden Seebedingungen. Gezeitendaten und kartenbasierte Navigation sind aktive Elemente, die Routenplanung und Timing beeinflussen.
Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat die Entwicklung von Schiffshandling und Einsatzabläufen geprägt. Dadurch sind Funkprotokolle und die Darstellung alltäglicher Aufgaben von Seenotrettern besonders authentisch. Ein Entwickler-Tagebuch liefert zusätzliche Hintergründe zum Entstehungsprozess und den realen Inspirationen der Missionen.
Lohnt sich das Spiel?
Die Aufnahme des Titels fällt gemischt aus: Etwa die Hälfte der Nutzerbewertungen fällt positiv aus. Besonders Spieler, die detailliertes Schiffshandling und missionsbasierte Rettungssimulationen schätzen, finden hier Anklang - weniger jedoch Fans von schnellem Action oder offener Welt-Erkundung. Der Fokus auf sequenzielle Kampagnen in zwei unterschiedlichen Meeresregionen bietet ein geschlossenes Erlebnis, das prozedurale Aufgaben und Umgebungsinteraktion in den Vordergrund stellt.
Das Spiel ist ausschließlich in der Originalversion von 2014 für den PC erhältlich, ohne weitere Staffeln oder größere Erweiterungen. Wer eine realistische Darstellung maritimer Such- und Rettungseinsätze sucht, wird in den Schiffsmodellen, Wettersystemen und Crew-Elementen Wert finden. Wer hingegen mehr Abwechslung oder kontinuierliche Updates bevorzugt, sollte sich anderweitig umsehen. Die Simulation belohnt Geduld mit den Steuerungselementen und die Beachtung nautischer Details im Verlauf der Missionen.