The Dark Pictures Anthology: The Devil in Me ist ein filmisches Horror-Adventure, dessen Handlung sich durch Spielerentscheidungen in verschiedene Richtungen verzweigt. Die Geschichte spielt in einer modernen Nachbildung des berüchtigten Murder Castle, das der Serienmörder H.H. Holmes einst errichtet hat. Ein Dokumentarfilm-Team wird unter falschen Vorwänden in das Hotel geladen, um eine Folge zu drehen, die die Karrieren der Beteiligten retten soll. Aus der vermeintlichen Chance wird rasch ein Überlebenskampf gegen einen unsichtbaren Manipulator, der das Gebäude in ein tödliches Labyrinth verwandelt hat.
Gameplay
Die Spieler steuern verschiedene Mitglieder des Filmteams und erkunden die detailreich gestalteten Innenräume des World's Fair Hotel. Dabei stehen Laufen, Springen und Klettern zur Verfügung, um gesperrte Bereiche zu erreichen oder Gefahren auszuweichen. Ein Inventarsystem ermöglicht das Sammeln und Einsetzen von Werkzeugen, mit denen sich Umgebungsrätsel lösen lassen, die den Weg versperren oder neue Pfade freigeben. Diese Mechaniken erweitern die Kernschleife aus Erkunden, Hinweise sammeln und Entscheidungen unter Zeitdruck treffen.
Die Spannung entsteht vor allem durch Begegnungen mit aufwendig konstruierten Todesfallen des Antagonisten. Jede Szene verlangt schnelles Reagieren, um Schaden zu vermeiden oder zu begrenzen - mit Konsequenzen, die Charaktere dauerhaft aus der Geschichte entfernen können. Statt Kampf liegt der Fokus auf Beobachtung, Timing und der Entscheidungsfindung in kurzen Spielabschnitten.
Spielmodi
Im Mittelpunkt steht der Theatrical Cut, ein Einzelspieler-Modus, in dem eine Person die gesamte Gruppe durch die verzweigte Handlung führt. Entscheidungen an Schlüsselmomenten bestimmen, wer überlebt und wie sich die Ereignisse entwickeln - jeder spielbare Charakter kann je nach vorherigen Entscheidungen leben oder sterben.
Zwei Mehrspieler-Optionen ermöglichen gemeinsames Spielen. Im Online-Koop steuern zwei Spieler unterschiedliche Charaktere und beeinflussen die Geschichte gemeinsam in Echtzeit. Der Offline-Modus „Pass-the-Pad" erlaubt bis zu fünf Teilnehmern, den Controller zwischen den Szenen weiterzureichen und so die Geschichte gemeinsam zu erleben. Beide Varianten fördern Diskussion und Zusammenarbeit, ohne die zentralen Horrorelemente zu verändern.
Nach Abschluss des Theatrical Cut wird der Curator's Cut freigeschaltet und bietet zusätzliche Szenen aus alternativen Charakterperspektiven. Neue Entscheidungsmöglichkeiten eröffnen frische Blickwinkel auf dieselben Ereignisse und erhöhen die Gesamtzahl möglicher Handlungsverläufe.
Handlungsstruktur und Charakteragency
Die Handlung dreht sich um die Erkenntnis des Teams, im Hotel beobachtet und manipuliert zu werden. Jede Entscheidung hat Gewicht - von kleinen Interaktionen, die Vertrauen aufbauen, bis hin zu größeren Wahlmöglichkeiten, die Loyalität auf die Probe stellen, wenn Leben auf dem Spiel stehen. Die Dialoge bleiben nah an den beruflichen Dynamiken eines Dokumentarfilmteams und verweben persönliche Hintergründe, die das Verhalten unter Stress beeinflussen.
Beim Erkunden werden Aufmerksamkeit und Detailgenauigkeit belohnt. Versteckte Gegenstände und Umgebungshinweise helfen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen oder sicherere Wege zu finden. Da sich das Hotellayout je nach früheren Handlungen verändert, offenbaren erneute Durchläufe andere Räume und Begegnungen und ermöglichen mehrere Spielrunden ohne Wiederholung derselben Abfolge.
Lohnt sich das Spiel?
Das Spiel richtet sich an Spieler, die choice-getriebene Horrorerlebnisse mit persönlichen und wiederholbaren Handlungsausgängen schätzen. Die Kombination aus Inventarverwaltung, Werkzeugrätseln und erweiterter Bewegung schafft eine interaktivere Umgebung als frühere Teile der Anthologie, ohne den Fokus auf Spannung und Konsequenz aufzugeben.
Gruppenspieler finden in den Koop- und Pass-the-Pad-Modi einen Mehrwert, der Entscheidungspunkte in gemeinsame Gespräche verwandelt. Der Curator's Cut bietet Solo-Spielern zusätzlichen Anreiz, die Ereignisse aus anderen Blickwinkeln zu erleben. Auf dem PC läuft das Spiel flüssig und bietet übersichtliche Steuerung, die sowohl kurze Sitzungen als auch längere Durchläufe unterstützt.
Insgesamt bietet das Spiel eine in sich geschlossene Geschichte mit hohem Einsatz und mehreren Enden, die sorgfältige Beachtung von Charakterbeziehungen und Umgebungsdetails belohnen. Fans interaktiven Horrors werden das gleichbleibende Tempo und die Art und Weise schätzen, wie kleine Entscheidungen zu dramatisch unterschiedlichen Ausgängen führen.