„The Inquisitor" ist ein Einzelspieler-Abenteuer mit starkem Story-Fokus, das in einer düsteren Fantasy-Welt spielt, die von Rache und strenger Glaubensauslegung geprägt ist. Die Spieler übernehmen die Rolle von Mordimer Madderdin, einem Inquisitor, der in der Stadt Koenigstein Verbrechen und Geheimnisse aufklärt und dabei einer übergeordneten Bedrohung aus einer anderen Dimension begegnet.
Gameplay
Im Mittelpunkt stehen Ermittlungen, Verhöre und gelegentliche Kämpfe, die in eine dichte Handlung eingebettet sind. Mordimer verfolgt Verdächtige, sammelt Beweise und rekonstruiert Fälle, die sich um Verstöße gegen den Glauben drehen. Mit einer besonderen Fähigkeit kann er in die Unworld eintreten - eine Parallelwelt, in der verborgene Wahrheiten aus den Seelen der Verdächtigen sichtbar werden, allerdings lauern dort auch feindliche Wesen.
Die Verhöre bilden ein zentrales System. Spieler entscheiden, ob sie auf Gespräche setzen oder auf historische Methoden der Inquisition zurückgreifen, um Informationen zu erhalten. Diese Sequenzen sind optional und erlauben unterschiedliche Grade an Härte. Eskaliert die Lage, kommt ein schwertbasiertes Kampfsystem zum Einsatz, bei dem es darauf ankommt, Schwachstellen der Gegner zu erkennen und auszunutzen.
Moralische Entscheidungen beeinflussen den Verlauf der Geschichte an mehreren Stellen. Ob man Gnade walten lässt oder streng nach dem Gesetz urteilt, verändert nicht nur die Ereignisse, sondern auch die Entwicklung von Mordimer. Der Schwerpunkt liegt auf persönlicher Abwägung statt auf actionlastigen Szenen, während Erkundungen in Koenigstein und Begegnungen mit den Einwohnern den Hintergrund für die einzelnen Fälle liefern.
Spielmodi
Das Spiel bietet eine Einzelspieler-Kampagne, die aus aufeinanderfolgenden, handlungsbasierten Fällen und Missionen besteht. Es gibt keine separaten Mehrspieler- oder Koop-Modi. Der Fortschritt folgt der Hauptgeschichte, wobei Verzweigungen durch Entscheidungen während der Ermittlungen und Urteile entstehen. Spieler bearbeiten jeweils einen Fall, während sich allmählich die größere Bedrohung aus der Unworld offenbart.
Mechaniken wie Beweissammlung, Verdächtigenverfolgung und Besuche in der Unworld sind direkt in die Kampagne integriert. Kämpfe treten nur dann auf, wenn sie von bestimmten Missionen verlangt werden. Der Fokus liegt auf dem Abschluss der zentralen Geschichte und den moralischen Entscheidungen, ohne zusätzliche Spieltypen oder Wiederholungsstrukturen über die variationsreichen Handlungswege hinaus.
Handlung und Setting
Die Welt basiert auf einer alternativen Geschichte, in der religiöse Autorität durch Gewalt und Vergeltung durchgesetzt wird. Jahrhunderte nach einem entscheidenden Ereignis um Jesus halten fanatische Inquisitoren die Ordnung in einer von Blut geprägten Gesellschaft aufrecht. Koenigstein ist der zentrale Schauplatz, bevölkert von Einwohnern, deren Verfehlungen die einzelnen Fälle Mordimers auslösen.
Eine dunklere Bedrohung aus einer anderen Dimension droht in die lebendige Welt einzudringen und verleiht den Ermittlungen zusätzliche Tiefe. Die Erzählung zeigt, wie Moral und Gesetz auseinandergedriftet sind, und zwingt die Spieler, in jedem Urteil zwischen Mitleid und Vergeltung abzuwägen. So entsteht eine düstere Geschichte, die sich um Glauben, Schuld und persönliche Konsequenzen dreht.
Lohnt sich das Spiel?
„The Inquisitor" erschien am 8. Februar 2024 und erhielt auf Steam gemischte Resonanz: 65 Prozent der Bewertungen fallen positiv aus. Viele loben die fesselnde Welt, die Umgebungsästhetik und die Geschichte mit ihren schwierigen moralischen Entscheidungen. Andere sehen noch Verbesserungspotenzial bei der technischen Umsetzung.
Das Spiel richtet sich an Spieler, die narrative Erlebnisse mit Ermittlungs- und Entscheidungsmechaniken bevorzugen und auf schnelle Action oder Mehrspieler-Elemente verzichten können. Wer sich für düstere Fantasy-Welten interessiert, die Glauben und Urteilskraft hinterfragen, findet in der Kampagne einen spannenden Verlauf. Aktuelle Patches zeigen, dass das Spiel weiter unterstützt wird. Wer sich für die Rolle eines Inquisitors in moralisch ambivalenten Situationen begeistern kann, erhält eine fokussierte Einzelspielererfahrung - vorausgesetzt, man akzeptiert die gemischte Resonanz zu technischen Aspekten.